Inobhutnahme

Die Inobhutnahme dient dem kurzfristigen Schutz von Kindern und Jugendlichen. Zu ihren Voraussetzungen und zu Verfahrensfragen finden Sie hier Urteile.

Die Inobhutnahme macht eine Sorgerechtsentscheidung nach § 1666 nicht überflüssig, da sie nur eine vorläufige Regelung mit vorübergehenden Befugnissen ist.
OLG Köln, 25.09.00, Quelle: ZfJ 01, 157

Bei der Inobhutnahme gibt es keinen Herausgabeanspruch des sorgeberechtigten Elternteils, so lange das Vormundschaftsgericht nicht über die Maßnahme des Jugendamtes entschieden hat.
OLG Zweibrücken, 09.02.96, Quelle: ZfJ 96, 241

Das Jugendamt ist verpflichtet, den Jugendlichen in Obhut zu nehmen, wenn dieser darum bittet. Der Sorgeberechtigte ist sofort zu unterrichten. Widerspricht er, muss der Jugendliche herausgegeben werden oder die Entscheidung des Vormundschaftsgerichts eingeholt werden. Das Jugendamt darf sich Aufenthaltsbestimmungsrecht nicht erschleichen. Liegt das Aufenthaltsbestimmungsrecht beim Jugendamt, kann dieses ohne Sorgeberechtigten entscheiden.
OLG Hamm, 20.11.96, Quelle: ZfJ 97, 433

Zuständig für Inobhutnahme ist Jugendamt, in dessen Bereich sich der Jugendliche tatsächlich aufhält. Amtshilfe ist bei einer Inobhutnahme nicht möglich. Zwei Monate sind als Orientierungsphase nicht zu lang, da dies für Orientierung noch normal ist.
DIV- Gutachten, 11.09.97, Quelle: ZfJ 97, 422

Zur Inobhutnahme gehören auch die Sorge um das umfassende physische und psychische Wohl des Kindes, die Beratung in der gegenwärtigen Lage und das Aufzeigen von Hilfen und Unterstützung.
VGH Mannheim,18.03.2002ZfJ 04, 155