Hilfe für junge Volljährige

Volljährigkeit muss kein Grund für das Ende der Hilfe sein. Lesen Sie, unter welchen Voraussetzungen auch volljährigen Pflegekindern weiter Hilfe gewährt werden kann.

Hilfe für junge Volljährige ist, soweit es um eine Fortsetzung vorheriger Hilfen geht, von dem Jugendhilfeträger zu tragen, der die vorherige Hilfe gewährt hat (§ 86 a IV ist insofern lex spezialis). Eine Änderung der Hilfeform führt nicht zu neuen Zuständigkeiten.
BverwG, 14.11.2002, Quelle: ZfJ 03, 1099

Hilfe für junge Volljährige setzt nicht voraus, dass diese bis zum 21. Lebensjahr abgeschlossen ist. Sie muss lediglich geeignet und erforderlich für die Persönlichkeitsentwicklung sein. Eingliederungshilfe nach BSHG geht der Jugendhilfe nach § 41 KJHG vor.
BverwG, 23.09.1999, Quelle: ZfJ 00, 191

Die Zuständigkeit für die Hilfe ändert sich nicht, wenn ein junger Volljähriger auszieht. Für diese fortgesetzte Hilfe ist vielmehr der gleiche Jugendhilfeträger zuständig, der bisher die Hilfe erbracht hat.
OVG Münster, 14.9.2001, ZfJ 02, 353

Mitwirkungsbereitschaft des jungen Volljährigen ist keine Anspruchsvoraussetzung für die Hilfe, sondern lediglich bei der Geeignetheit der Maßnahme zu berücksichtigen.
VG Gelsenkirchen,14.10.2003ZfJ 04, 350

Das Jugendamt kann vom Träger der Eingliederungshilfe keine Kostenerstattung für die Unterbringung eines körperlich oder geistig behinderten jungen Volljährigen in einer Pflegefamilie verlangen. Der Unterhalt für den jungen Volljährigen ist im Rahmen der Jugendhilfe gem. § 39 SGB VIII durch das Jugendamt sicher zu stellen. Im Rahmen der Eingliederungshilfe kann der Lebensunterhalt nur vom Sozialleistungsträger übernommen werden, wenn die Hilfe in einem Heim oder einer gleichartigen Einrichtung gewährt wird, wird die Hilfe in einer Pflegefamilie erbracht, ist der Lebensunterhalt aus der Sozialhilfe (Hilfe zum Lebensunterhalt) zu bestreiten. Die Leistungen von Jugendhilfe und Eingliederungshilfe sind nicht deckungsgleich, deshalb kann keine Kostenerstattung für die Kosten des Lebensunterhaltes erfolgen.
BVerwG, 02.03.2006, ZKJ 2006, S. 424