Begleiteter Umgang

Das Umgangsrecht kann eingeschränkt werden, indem die Begleitung des Umgangs durch eine dritte Person (oft Mitarbeiter des Jugendamtes oder von Beratungsstellen) angeordnet oder verabredet wird. Hier finden sie einiges zu den Voraussetzungen einer solchen Anordnung.

Erfordert das Kindeswohl einen behutsamen Aufbau des Umgangs, kann das Umgangsrecht versagt werden, so lang Ein begleiteter Umgang vom Antragsteller abgelehnt wird.
OLG Köln, 27.11.00, FamRZ 01, 1163

Auch der beeinflusste Kindeswille kann zu Bindungen führen, die zu berücksichtigen sind. Eine Umgangspflegschaft kann Besorgnisse des Elternteils überwinden helfen, bei dem das Kind lebt. Begleiteter Umgang ist ein geringerer Eingriff in Elternrechte als ein vollständiger Ausschluss des Umgangs.
OLG Hamburg, 26.10.2001, Quelle: FamRZ 01, 566

Anordnung des begleiteten Umgangs ist auf besonders schwerwiegende Fälle zu beschränken.
OLG München, 13.11.2002, Quelle: FamRZ 03, 551

Werden Kinder von dem Elternteil beeinflusst, bei dem sie leben, und entwickelt sich hierdurch eine Störung (hier: PAS), auf Grund derer sie den Kontakt zum anderen Elternteil ablehnen, so kann der geäußerte Kindeswille nur bedingt für die Beurteilung von Umgangskontakten herangezogen werden, wenn die Kinder laut Sachverständigengutachten Beziehungswünsche an den anderen Elternteil haben. Zur Anbahnung der Kontakte ist zunächst ein begleiteter Umgang notwendig.
OLG Zweibrücken, 09.05.2005, FamRZ 06, S. 144