Auskunftsrecht

Umgangsberechtigten stehen ergänzend zum oder als Ersatz für den Umgang Auskünfte über die Entwicklung des Kindes zu. Die Urteile befassen sich mit den Grundsätzen und dem Umfang dieser Auskunftspflicht.

Weigert sich ein Elternteil, die Kinder zum Umgang herauszugeben, kann ein Ergänzungspfleger für den Umgang bestellt werden. Die Herausgabe der Kinder kann mit Zwangsmitteln (Zwangshaft, Gewalt gegen die Mutter) durchgesetzt werden. Weigert sie sich, Auskünfte zu erteilen, kann das Sorgerecht soweit entzogen werden.
OLG Frankfurt, 03.09.2002, FamRZ 03, 159

Voraussetzungen für ein Auskunftsrecht sind: berechtigtes Interesse des Elternteils und keine Gefahr für Kindeswohl. Hierbei sind die Anforderungen an den Nachweis des berechtigten Interesses niedrig anzusetzen. Das Auskunftsrecht ist ein Ausgleich bei Ausschluss des Umgangsrechtes.
OLG Naumburg, 24.11.99, Quelle: FamRZ 01, 513

Bei gemeinsamer Sorge und Umgang kann nicht monatlich über schulischen Werdegang Auskunft verlangt werden. Die Vorlage von Schulheften und Arbeiten kann nicht verlangt werden, (die Redaktion der FamRZ sieht dies anders).
OLG Hamm, 07.07.00, Quelle: FamRZ 01, 514