Elf Jahre Pflegekinderwesen in Sachsen-Anhalt

Liebe JugendamtsmitabeiterInnen aus ASD und Pflegekinderdiensten,
Pflegeeltern, Herkunftseltern, Pflegeelternvereine,
Mitglieder der Jugendhilfeausschüsse des Landes und der Kommunen, LJA!
Sehr verehrte Gäste!

Gerade in diesem Monat besteht das Land Sachsen-Anhalt 11 Jahre und gleichzeitig können wir gemeinsam auf ein über 10 – jähriges Wirken im Pflegekinderwesen zurückblicken; das betrifft sowohl die Landkreise als auch die kreisfreien Städte, deren Vertreter ich hier nochmals besonders begrüße. Ohne Sie, ohne Ihr Engagement, Ihre Bereitschaft sich immer neuen Aufgaben zu stellen, wäre die Entwicklung des Pflegekinderwesens in Sachsen-Anhalt nicht möglich gewesen. Ebenso wichtig sind natürlich ihre Partner – die Pflegeeltern – deren Leistungen in nichts geringer zu schätzen sind.

Meine sehr verehrten Damen und Herren, gestatten Sie mir daher einen Rückblick auf unseren gemeinsamen Weg:

Das Ende der DDR und die Herstellung der deutschen Einheit haben die Jugendhilfe in den neuen Bundesländern in eine schwierige Übergangssituation gebracht. Mit dem Neuaufbau des Landes Sachsen-Anhalt begann auch ein Aufbruch in den Bereichen der Bildung und Erziehung.

Bekanntermaßen veränderte die Einführung des Kinder – und Jugendhilfegesetzes in den neuen Bundesländern die Lage der Jugendhilfe nahezu umfassend. Sie wurde mit einem Jugendhilferecht konfrontiert, dass innerhalb eines anderen gesellschaftlichen Systems in einer anderen historischen Lage entstanden war: Im Mittelpunkt der Jugendhilfe der BRD stand “der junge Mensch und das Recht auf Förderung seiner Entwicklung und Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit”. Demgegenüber bedeutete Erziehung in der DDR weithin “gesellschaftliche” Erziehung, die die “Sozialistische Persönlichkeit” zum Ziel und die Herausbildung bestimmter Persönlichkeitsmerkmale zum Gegenstand hatte, die möglichst bei allen Bürgern gleichermaßen einheitlich entwickelt sein sollten. Angebote öffentlicher Erziehungshilfe, wie wir sie heute nach dem KJHG verstehen, existierten in der DDR vorwiegend in Form von Kinder- und Jugendheimen. Aufgrund dieser Gegebenheiten war es nicht verwunderlich, wenn die nun schon seit mehreren Generationen so praktizierte Erziehung auch bei bewussten und engagierten Eltern im Land Sachsen-Anhalt als selbstverständlich galten. Von der Gesellschaft wurden wesentliche Hilfen der öffentlichen Hand vor allem als Entlastungsangebote für Erziehende erwartet.

Die Familie wurde in ihrer Funktionalität und Bedeutsamkeit für die Reifung gerade jüngerer Kinder nicht in dem Maße wahrgenommen, wie es ihr nach historischen und fachlichen Erkenntnissen, nicht zuletzt aber auch nach den Erfahrungen heutiger Kinder- und Jugendproblematik zukommt.

Diese grundsätzlichen Bemerkungen sollen an die Schwierigkeiten erinnern, die mit dem Aufbau eines Pflegekinderwesens hier in Sachsen-Anhalt verbunden waren. Im Gegensatz zu anderen professionellen Erziehungshilfen lebt ja das Pflegekinderwesen wesentlich von

  • der Anerkennung der Notwendigkeit und der Qualität familiärer Erziehung,
  • aber auch von dem freiwilligen Engagement von Eltern oder Elternteilen, solche Angebote zur Verfügung zu stellen und einen Teil von Verantwortung im Erziehungshilfebereich zu übernehmen und in das persönliche Leben zu integrieren.

Für viele Menschen im Land Sachsen-Anhalt, besonders aber auch für Sie als Fachkräfte der Jugendhilfe galt es, neu die Grenzen einer öffentlichen Erziehung und den unabdingbaren Wert familiärer Erziehung zu erkennen.

Mit der Neugründung des Landes Sachsen-Anhalt galt auch das Kinder- und Jugendhilfegesetz, das mit der Regelung der Vollzeitpflege im § 33 KJHG eine rechtliche Möglichkeit zur Verfügung stellte, nichtprofessionelle Hilfe, also Pflegeeltern, in die öffentliche Erziehungshilfe einzubinden. 4500 Kinder und Jugendliche befanden sich in den Heimen des Landes. Pflegefamilien als Möglichkeit einer öffentlichen Erziehungshilfe gab es zu diesem Zeitpunkt im Land noch nicht. Pflegekinder lebten z. Teil bei Großeltern, anderen näheren Verwandten oder auch Vormündern im Sinne familiärer Unterstützung. Vor uns allen standen solche Aufgaben, wie

  • die Entwicklung von Strukturen im Pflegekinderwesen,
  • bestehende Ressentiments gegenüber nichtprofessioneller Familienerziehung durch fachliche Weiterbildung in den Jugendämtern entgegenzuwirken
  • sowie rechtliche Grundlagen zu schaffen und u. a. die notwendige finanzielle Sicherheit, aber auch die erforderliche fachliche Begleitung von Pflegeeltern zu regeln.

Noch vor dem Ausführungsgesetz zum KJHG Land Sachsen-Anhalt vom August 1991 wurden im “Erlass zur Förderung von Hilfen zur Erziehung in Pflegefamilien und sozialpädagogischen Pflegestellen” vom 1.5.91 die Vermittlung, Begleitung und finanzielle Versorgung von Pflegeeltern bzw. –kindern geregelt. Durch die im Erlass vorgenommene Unterscheidung zwischen Vollzeit- und Teilzeitpflege, besonders aber zwischen Pflegefamilien und sozialpädagogischen Pflegestellen, die zumindest bei einem Elternteil sozialpädagogische Erfahrungen oder Berufsabschlüsse voraussetzen, wurden differenzierte Hilfeformen entsprechend dem vorhandenen Bedarf im Einzelfall vorgesehen. Wesentlicher Bestandteil dieses Erlasses war die Regelung des Pflegegeldes. Ein Grundbetrag zwischen 480,- DM und 690,- DM monatlich sowie ein zusätzliches Erziehungsgeld von 130,- DM bis 150,- DM erschienen für die allgemeine Finanzsituation der öffentlichen Haushalte zur damaligen Zeit relativ hoch. Sie orientierten sich frühzeitig an altbundesdeutschen Sätzen. Jedoch sollte mit der Festlegung in einer solchen Höhe angesichts des allgemeinen Anstiegs der Lebenshaltungskosten (besonders Mieten, Energie) ein deutliches Signal gesetzt werden, dass jemand, der ein Pflegekind aufnimmt, darauf vertrauen kann, zumindest seine materiellen Aufwendungen bei der Pflege und Erziehung auch erstattet zu bekommen.

Eine solche Absicherung erschien auch hinsichtlich der steigenden Zahl von arbeitslosen Frauen richtig, die relativ häufig aus pädagogischen Berufen kommend ein wichtiges Potential möglicher Pflegeeltern darstellten. Deshalb wurde für sozialpädagogische Pflegestellen auch das Erziehungsgeld mit 400,- DM monatlich relativ hoch angesetzt.

Der Erlass sollte nur die notwendigen rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen herstellen. Genauso wichtig erschien es, das fachliche Verständnis für den gegebenen Bedarf und eine Ermessensausübung im Einzelfall anzuregen.

Gezielt wurden multiplikatorische Gruppen in Kirchen und Vereinen angesprochen und, unterstützt durch öffentliche Medien, Bürgermeister, Landräte und Lehrerschaften, wurde u. a. über die Bedeutung von Familienerziehung und die Möglichkeit der Aufnahme von Pflegekindern als Alternative zu Heimunterbringung informiert.

Am 28.10.1991 wurde durch das Sozialministerium die erste Fachtagung zum Pflegekinderwesen im Land Sachsen-Anhalt veranstaltet, zu der auch die ersten, noch wenigen freien Träger sowie alle kommunalen Träger der Jugendhilfe geladen waren.

Unterstützt durch Referenten aus Niedersachsen, aus Wolfsburg, Braunschweig und Northeim wurden erstmals fachliche Standards diskutiert und nach Ideen und Möglichkeiten einer intensiven Pflegeelterngewinnung gesucht. In der Folge entwickelten sich bei den örtlichen Jugendämtern wahrnehmbar viele neue Initiativen. Werbematerialien, Vorträge, Öffentlichkeitsarbeit und viele Einzelgespräche halfen bei der Gewinnung einer unerwartet hohen Zahl von Pflegeeltern. Sehr deutlich hob sich regional das eine von dem anderen Jugendamt hinsichtlich der Ergebnisse von Bemühungen ab. Wenn ein Landkreis beispielsweise 20 Pflegeeltern gewinnen konnte, gab es in einem vergleichbar großen Nachbarkreis keine: nachweislich das Ergebnis sehr unterschiedlicher Einstellungen und Anstrengungen.

Keinesfalls verschwiegen werden soll an dieser Stelle auch der Konflikt zwischen dem Heimkinderbereich und dem Pflegekinderwesen in den örtlichen Jugendämtern.

Die traditionell bestehenden Heimkinderbereiche fürchteten zunehmend, ihr Klientel zu verlieren und fühlten sich von den oftmals hoch motivierten und in einzelnen Bereichen geradezu mit Pioniergeist arbeitenden Fachkräften des Pflegekinderbereiches in ihrer Existenz bedroht. Auch an dieser Stelle bemühte sich das Sozialministerium in Einzelberatungen und durch Teilnahme an den Arbeitsgemeinschaften auf die fachlich zu begründenden Entscheidungen im Interesse der Kinder hinzuweisen und dabei den Hilfeplan nach § 36 KJHG als Schlüsselinstrument gemeinsam zu nutzen. In diese Diskussionen und Konflikte wurden immer wieder (und dies verständlicherweise) ideologische Positionen mehr oder weniger bewusst oder erkannt hineingetragen. Solche Auseinandersetzungen halfen aber auch wesentlich, die Frage nach dem Menschen und der ihm notwendigen Hilfe in unserem Lande neu zu stellen. Ein Prozess, der bei den gesellschaftspolitisch bedingten Vorbehalten und Prägungen unumgänglich gewesen ist.

Auch an dieser Stelle kann von manch hilfreicher Partnerschaft zwischen den Kommunen Niedersachsens und Sachsen-Anhalts, z. B. zwischen Magdeburg und Braunschweig, zwischen Wernigerode und Goslar und zwischen Aschersleben und Holzminden, berichtet werden (um nur einige zu nennen), die neben struktureller und verwaltungsmäßiger Hilfe auch die Fachlichkeit durch regen persönlichen Austausch der Fachkräfte förderte. So nahmen Mitarbeiter des Regierungsbezirkes Braunschweig regelmäßig an Arbeitstagungen im Land Sachsen-Anhalt teil oder Mitarbeiter aus dem Lande Sachsen-Anhalt fuhren nach Niedersachsen. Fachreferenten wurden für Veranstaltungen ausgetauscht, neue Verfahrensweisen wurden gemeinsam probiert und diskutiert, Fortbildungsveranstaltungen in Niedersachsen von Mitarbeitern aus dem Lande Sachsen-Anhalt genutzt. In den Richtlinien zur Förderung freier Träger der Erziehungshilfe des Landes Sachsen-Anhalt wurden Möglichkeiten einer finanziellen Förderung von Weiterbildungsveranstaltungen des fachlichen Austausches der Tätigkeit von Pflegeelternkreisen und der Einzelberatung von Pflegeeltern und Fachkräften aufgenommen und auch genutzt.

Das zwischenzeitlich gegründete Landesjugendamt in Halle nahm Weiterbildungen zum Pflegekinderwesen in sein ständiges Programm auf. Alle diese Bemühungen ereigneten sich in der Situation eines enormen gesellschaftlichen Umbruchs. Von dem Ausmaß der Anstrengungen und Leistungen, die der einzelne Mensch dabei erbringen muss, wenn er völlig neue Strukturen, Namen, Gesetze, Produkte, Wertvorstellungen bei gleichzeitig vorhandener Bedrohung von Identität und Arbeitsplatz verspürt, kann sich schwerlich einen Begriff machen, wer es selbst nicht miterlebte.

Die zumeist im Lande nur vorhandenen kleinen Wohnungen in großen Wohnblocks, die Fülle ungeklärter Eigentumsverhältnisse von Wohnhäusern, die ansteigenden Preise im Miet-, Energie- und Verkehrsbereich, all das waren ungünstige Bedingungen, um zusätzliche Verantwortung für ein fremdes Kind in der eigenen Familie zu übernehmen.

Um so erstaunlicher ist die Bilanz dieser Aufbaubemühungen: 1993 arbeiteten 40 Pflegekinderdienste in den Kommunen im Zusammenwirken mit 35 Adoptionsvermittlungsstellen und der zentralen Adoptionsstelle beim Landesjugendamt.

Sieben Pflegeelternvereine wurden gegründet und arbeiteten zunächst mit ihren örtlichen Jugendämtern zusammen. Die Zahl der Heimkinder sank von rund 4500 auf 1993 noch 2800. In 1358 Pflegefamilien lebten 1993 bereits ca. 1500 Pflegekinder. Allein 1993 konnten 161 neue Pflegefamilien im Lande gewonnen werden.

Das ist, wenn man bedenkt, dass es 1990 keine Pflegefamilien gab, ein erstaunliches und bewegendes Ergebnis der unternommenen Anstrengungen. 189 Kinder konnten in Adoptionspflege vermittelt werden. 105 Bereitschaftspflegefamilien als spezifische Form der Vollzeitpflege konnten zusätzlich gewonnen werden, die für den außerordentlichen Bedarf (z. B. Maßnahmen nach § 42 KJHG, Inobhutnahme von Kindern und Jugendlichen) verfügbar waren. Insgesamt lässt sich für die Anfangsphase festhalten, dass unter schwierigen Ausgangsbedingungen ein guter Anfang gesetzt und die Grundlage geschaffen wurde für ein qualifiziertes, engagiertes und mehr und mehr auch professionelles Pflegekinderwesen im Land Sachsen-Anhalt. Das zweijährige Bundesprojekt für die neuen Bundesländer “Pflegekinder”, getragen vom Arbeitskreis zur Förderung von Pflegekindern e. V. (Berlin), wurde dabei intensiv in die fachliche Arbeit im Land Sachsen-Anhalt ebenso einbezogen wie die zentrale Adoptionsstelle beim Landesjugendamt, die einen Informationsdienst für schwervermittelbare Pflegekinder entwickelt hat und den örtlichen Jugendämtern regelmäßig Porträts einzelner zur Pflege anstehender schwer erziehbarer Kinder vorstellte.

Der Aufbau des Pflegekinderwesens in Sachsen-Anhalt gestaltete sich Hand in Hand gehend mit einer Umstrukturierung und Dezentralisierung der Kinder- und Jugendheime und einer damit verbundenen Verminderung der Zahl an Heimplätzen sowie dem Aufbau weiterer Formen ambulanter Erziehungshilfen.

Per 31.12.1994 wurden bereits 1.825 Pflegekinder in 1.557 Pflegefamilien betreut. Durch immer bessere Ausgestaltung der Rahmenbedingungen für Pflegeeltern konnte das Interesse an dieser Hilfeleistung (Hilfe zur Erziehung in Pflegefamilien) geweckt und damit ein erheblicher Teil stationärer Hilfen und Heimstrukturen abgelöst werden.

Diesem Anliegen diente auch 1996 die Erneuerung des Erlasses “Hilfen zur Erziehung in Pflegefamilien”, der bessere Rahmenbedingungen für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche mit spezifischem Hilfebedarf schaffte, indem er, mit Blick auf die erforderliche Qualifikation der Pflegeeltern, für die Erbringung erzieherischer Leistungen entsprechend den unterschiedlichen Bedürfnissen der Pflegekinder für heilpädagogische Pflegestellen einen besonderen finanziellen Anreiz vorsah.

Zu einer Verbesserung der Rahmenbedingungen für Pflegeeltern und damit zur Ablösung eines großen Teils der stationären Hilfen zur Erziehung trug nicht zuletzt die vom Land seit 1995 geförderte Pflegeelternschule eines freien Trägers bei, die Pflegeelternbewerber und potentielle Pflegeeltern maßgeblich bei der Professionalisierung unterstützte. Diese befindet sich nunmehr in Trägerschaft der Stiftung Ev. Jugendhilfe St. Johannis Bernburg. Weiteren Rat und Unterstützung holen sich Pflegeeltern u. a. beim Landesverband, in den Selbsthilfegruppen und Pflegeelternvereinen, welche nunmehr in 17 Landkreisen und kreisfreien Städten vertreten sind.

Ein solcher Erfahrungsaustausch erscheint gerade für Pflegeeltern besonders bedeutsam, die ja nicht – wie etwa Erzieherinnen und Erzieher in stationären Einrichtungen – Handlungssicherheit durch Rückmeldungen von einem Team erhalten können, welches in vergleichbaren Situationen mit ähnlichen oder gleichen Problemen konfrontiert ist.

Aus diesem Grunde wurde der Erfahrungsaustausch für Pflege- und Adoptivelternvereine bislang in Form einer Anschubfinanzierung gefördert, so auch der zur Tradition gewordene Pflegeelterntag in Sachsen-Anhalt.

Mit Stand vom 31.12.2000 werden 1942 Pflegekinder in 1350 Pflegefamilien betreut. Die Zahl der Pflegekinder hat sich bis1998 auf 2058 Pflegekinder – ständig erhöht, während sich danach bis zum Jahr 2000 – ein leichter Rückgang um etwa 100 Kinder – auf 1942 abgezeichnet hat. Vor allem ist die Zahl der Pflegeeltern in den letzten Jahren rückläufig. Das kann unseres Erachtens daran liegen,

  • dass ein Teil der Pflegefamilien mehrere Pflegekinder aufgenommen hat,
  • zudem auch die Kinderzahlen im allgemeinen rückläufig sind,
  • möglicherweise auch an dem immer schwieriger werdenden Klientel ( entsprechend dem Bedarf der Kinder können nicht immer geeignete Pflegefamilien gefunden werden )
  • und nicht zuletzt sind ein nicht zu unterschätzender Grund die Rahmenbedingungen, u. a. das Pflegegeld.

Zur Altersstruktur der Pflegekinder ist zu bemerken, dass ca. 371 der Kinder im Alter bis zu sechs Jahren in Pflegefamilien untergebracht wurden, was für diese Altersgruppe zur Vermeidung von emotionaler Fehlentwicklungen von besonderer Bedeutung erscheint. Annähernd zu gleichen Teilen wird der überwiegende Teil der Pflegekinder im Alter von 6 bis 12 und von 12 bis 18 – etwa 78 % – prozentual in Pflegefamilien betreut. Immerhin 28 % der Pflegekinder haben vor einer Inpflegenahme in einem Kinderheim gelebt, während ca. 40 % der Kinder direkt aus dem Elternhaus in eine Pflegestelle kamen.

Obwohl die Anzahl differenzierter Hilfen in Form von sozialpädagogischen Pflegestellen, von Bereitschaftspflege (für Kriseninterventionen 0 – bis Sechsjähriger) sowie von heilpädagogischen Pflegestellen weiterentwickelt werden konnte, gibt es dennoch einen weiteren Bedarf an qualifizierten Pflegestellen.

Der Landesverband der Pflege- und Adoptiveltern hat in diesem Zusammenhang auf eine Ungleichbehandlung zwischen Heim- und Pflegekindern hingewiesen und eine Anpassung der Pflegegelder gefordert, da sich die Lebenshaltungskosten seit 1996 (letzte Anpassung) jährlich etwa um 2 % erhöht haben. Die laufenden Leistungen zum Pflegegeld sollen deshalb auf der Grundlage der tatsächlichen Kosten gewährt werden (vgl. § 39 SGB VIII) – dafür setzt sich meine Fachabteilung derzeit intensiv ein.

Wie Sie wissen, soll eine neue Verordnung und die Änderung des Erlasses Hilfen zur Erziehung in Pflegefamilien dazu beitragen (vgl. RdErl. v. 17.11.1995, Hilfen zur Erziehung in Pflegefamilien; Pauschalbeträge gem. § 39 SGB VIII). Beide sind auf den Weg gebracht. —- Am 4. 12. wird dazu ein Gespräch mit den kommunalen Spitzenverbänden stattfinden. So denn ein tragfähiger Konsens gefunden werden wird, werden wir von unserer Seite alles daran setzen, um die Verordnung noch mit Wirkung ab 1.01.2002 in Kraft zu setzen. Ob allerdings dieser Optimismus hinsichtlich des Zeitpunktes des Inkrafttretens tatsächlich gerechtfertigt ist, wird sich angesichts der signalisierten enormen Zurückhaltung bei den Kommunalen Spitzenverbänden erweisen müssen. Allein unter fachlichen Gesichtspunkten jedenfalls kann ich sagen, dass wir uns sehr um einen baldigen Fortschritt in der Frage der Honorierung der Leistungen der Pflegeeltern und des finanziellen Ausgleichs der Aufwendungen bemühen werden.

Zusammenfassend kann zur Entwicklung im Pflegekinderwesen bemerkt werden, dass in unserem Lande differenzierte Beratungs- und Unterstützungsangebote vorhanden sind. Hilfen zur Erziehung außerhalb der eigenen Familie – insbesondere in Pflegefamilien – haben sich zum unverzichtbaren Baustein im Spektrum der Hilfen entwickelt.

Dieses optimistische Resümee darf jedoch nicht dazu verleiten, in dem Bemühen um das Pflegekinderwesen nachzulassen. Insbesondere wird die Entwicklung der Zahl der Pflegeverhältnisse und Pflegekinder darauf hin zu untersuchen sein, ob der festgestellte Rückgang in der jüngsten Vergangenheit eine lediglich vorübergehende Erscheinung oder aber tendenzieller Natur ist und ob er auf besondere Handlungsbedarfe hinweist, etwa auf die Notwendigkeit einer Intensivierung der Öffentlichkeitsarbeit oder der weiteren Spezialisierung und Qualifizierung der Pflegestellen und Dienste.

Und damit bin ich in meinen Ausführungen bei dem eigentlichen Thema der heutigen Fachtagung: Ungeachtet der Zufriedenheit mit dem im Land bereits Erreichten bin ich gleichwohl froh, dass mit der heutigen Fachtagung der Blick gerichtet wird auf die Qualitätsentwicklung des Pflegekinderwesens.

Dabei ist mir durchaus bewusst, dass die kritische Auseinandersetzung mit den Bedingungen und den Ergebnissen der eigenen fachlichen Arbeit kein Novum in der Jugendhilfe und auch nicht in der Praxis des Pflegekinderwesens hier in Sachsen-Anhalt ist. Aus der Erfahrung zahlreicher Kontakte mit den in diesem Bereich tätigen Praktikern kann ich sagen, dass vor Ort verantwortungsvolle und engagierte Arbeit geleistet wird.

Gleichwohl halte ich eine nach Möglichkeit landesweite Reflexion und Verständigung darauf, was denn unter Qualität der Arbeit in diesem Bereich im positiven Sinne verstanden werden soll, für erforderlich. Dies nicht nur deshalb, weil die Zuwendung zu dieser Thematik in nahezu allen Bereichen der Jugendhilfe zu verzeichnen ist und bspw. für den stationären und teilstationären Bereich besondere gesetzliche Ausprägung in §§ 78 ff SGB VIII gefunden hat, während – und das gilt bundesweit – im Pflegekinderwesen diese Diskussion jedenfalls nicht im Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit steht.

Einer solchen Qualitätsdiskussion bedürfte es dagegen allein auf Grund der Bedeutung, welche die Fremdplacierung für den individuellen Lebensweg eines jungen Menschen hat. Insoweit meine ich, sind an dieser Stelle keine weiteren Ausführungen erforderlich.

Einer solchen Qualitätsdiskussion bedarf es aber auch deshalb, weil angesichts der äußerst angespannten Lage öffentlicher Haushalte auch vergleichsweise kostengünstige Leistungsangebote der Jugendhilfe kritischer Nachfrage in Bezug auf die Qualität insbesondere des Ergebnisses der Arbeit ausgesetzt sind. Und die Forderung nach Einhaltung fachlicher Standards dürfte gegenüber den Finanzierungsverantwortlichen deutlich leichter fallen, wenn diese von einem breiten fachlichen Konsens getragen wird.

Eine anhaltenden Qualitätsdiskussion bedarf es aber auch, weil die in Sachsen-Anhalt erreichte und fortdauernde Ausdifferenzierung der stationären und teilstationären Erziehungshilfen die im Interesse des Kindes stehende Notwendigkeit einer sachgerechten Abgrenzung der verschiedenen Hilfeformen bedingt. Dies wiederum setzt klare Positionen in Bezug auf Merkmale und Möglichkeiten insbesondere der besonderen Arten der Pflegestellen voraus.

Ich meine im Übrigen, dass die so skizzierte notwendige Verständigung über die Qualitätskriterien für den Bereich der Familienpflege auch möglich ist: Zwar kann die fehlende Vergleichbarkeit mit anderen erzieherischen Hilfeangeboten nicht geleugnet werden; nach wie vor ist die Vollzeitpflege die einzige Form der Hilfe zur Erziehung, die überwiegend von Personen ohne besondere fachliche Ausbildung und zudem nicht in eigens geschaffenen Einrichtungen, sondern im familiären Alltag erbracht wird. Sie zeichnet sich daher durch eine nur begrenzte Steuerungsfähigkeit aus ( Wiesner: Familienpflege in Deutschland; in 2. Jahrbuch des Pflegekinderwesens, hrsg. von der Stiftung zum Wohl des Pflegekinderwesens.). Zudem ist es insbesondere die menschliche Kompetenz der Pflegeperson, die die Qualität des Pflegeverhältnisses ausmacht.

Gleichwohl gibt es genügend Ansatzpunkte in den verschiedenen Phasen des Pflegeverhältnisses, die einer Qualitätsbetrachtung offen stehen. Wir werden im weiteren Verlauf der Fachtagung diese verschiedenen Ansatzpunkte in den Kategorien Strukturqualität, Prozessqualität und Ergebnisqualität weiter beleuchten. Insoweit kann an dieser Stelle nur in einem groben Überblick angerissen werden, welches die möglichen Themen der Qualitätsdiskussion sein können.

Für den Bereich der Strukturqualität, die sich auf die Rahmenbedingungen und Voraussetzungen der Leistungserbringung bezieht, sind dies etwa die Frage der Eigenständigkeit des Fachdienstes, seiner personellen Ausstattung, der räumlichen Bedingungen für Beratungsgespräche und Gruppenarbeit, die Vernetzung mit regionalen/überregionalen Diensten u.v.m. Für den Bereich der Durchführung der Leistung und der Art und Weise der Leistungserbringung sind beispielsweise die Diagnose der rechtlichen, psychosozialen und gesundheitlichen Situation des Kindes in der Vermittlungsphase des Pflegeverhältnisses, die Verfahren zur Auswahl und Vorbereitung der Bewerber, die Ausgestaltung und Begleitung des Erstkontaktes, die Beratung und Betreuung der Herkunftsfamilie oder die Frage der Mitwirkung von Herkunftsfamilie, Kind und Pflegefamilie zu diskutieren.

Für die Ergebnisqualität werden Betrachtungen zur Dauerhaftigkeit der Vermittlung und Integration des Kindes in die Pflegefamilie, die Häufigkeit des Abbruchs, die Integration des Kindes in die Gesellschaft ( Schulabschluss, Berufsausbildung, Verselbständigung), die Zufriedenheit der Beteiligten, einschließlich der Arbeitszufriedenheit der Fachdienste, anzustellen sein.

Für alle diese und die noch nicht genannten Kriterienkategorien haben alle Verantwortlichen im Bereich der Pflege Vorstellungen über Wertigkeit und notwendige Ausgestaltung entwickelt, sei es mit dem Ergebnis formell festgeschriebener Standards, sei es “lediglich” als faktische Richtschnur ihres täglichen Handelns.

Inwieweit diese entwickelten Vorstellungen dem breiten Konsens bereits entsprechen oder Anspruch auf Verallgemeinerung erheben können, wird die heute hoffentlich beförderte Diskussion erst erweisen. Dem soll nicht vorgegriffen werden.

Gestatten Sie mir gleichwohl einige Hinweise zu den Fragestellungen, welche nach meiner Einschätzung der besonderen Aufmerksamkeit im Rahmen einer Qualitätsdebatte bedürfen, ohne dass diese mit dem Anspruch auf Vollständigkeit vorgetragen würden:

Von einer breiten Qualitätsdebatte erhoffe ich mir beispielsweise eine kritische Auseinandersetzung mit den notwendigen praktischen Folgerungen für die Planung des Hilfegeschehens, die sich aus dem “fundamentalen kindlichen Bedürfnis nach Kontinuität und gesicherter, harmonischer Familienbindung” ergeben ( vgl. Staudinger-Coester § 1666 Rz.9ff, zitiert bei Ludwig Salgo: Zielorientierung und Hilfeplanung nach dem SGB VIII ( KJHG ) im 2. Jahrbuch des Pflegekinderwesens, hrsg. von der Stiftung “Zum Wohl des Pflegekinderwesens”, S. 52 ).

Aus diesem Bedürfnis folgt m.E., dass der Sicherung und Beständigkeit der Eltern-Kind-Beziehung vorrangige Bedeutung beizumessen ist – und dies gilt gleichermaßen für die Herkunftsfamilie wie für die Pflegefamilie ( Ludwig Salgo: ebenda S. 38 ). Dabei mache ich keinen Hehl daraus, dass unter Berücksichtigung der Umstände, die zu einer Inpflegegabe führten, nach meiner fachlichen Einschätzung sogar der Pflegefamilie eine gewisse Priorität einzuräumen wäre. Allerdings bin ich mir bewusst, dass die Wertung der Gerichte hier häufig eine abweichende ist.

Als Eckpunkte für die notwendigen Abwägungsprozesse in diesem Zusammenhang sind zu beachten:

Von einem Vorrang der Rückkehroption kann nur innerhalb eines aus kindlicher Perspektive tolerierbaren Zeitrahmens gesprochen werden. Von einer Herausnahme des Kindes aus der Pflegefamilie muss auch bei Respektierung der Rechte der Herkunftsfamilie dann abgesehen werden, wenn diese das Wohl des inzwischen in der Pflegefamilie verwurzelten Kindes erneut gefährden würde ( Ludwig Salgo ebenda S. 38). Und auch dann muss von einer Rückführung Abstand genommen werden, wenn bei dem Pflegekind Anzeichen massiver Rückkehrängste feststellbar sind. Wie stark solche Ängste im Einzelfall ausgeprägt sein können und dass ihre angemessene Berücksichtigung als Wertungskriterium nicht stets selbstverständliche Praxis ist, haben uns zur Kenntnis gegebene Eingaben und Petitionen mehrfach deutlich gemacht.

Vor dem Hintergrund der oftmals widerstreitenden Interessen der Herkunfts- und der Pflegefamilie werden zudem Notwendigkeit und Möglichkeit einer besonderen Interessenvertretung für das Kind zu diskutieren sein.

Denn von den Betroffenen ist die Feststellung zu vernehmen, der ASD setze sich für die Herkunftsfamilie ein, der Pflegekinderdienst für die Pflegefamilie. Daher ist zu diskutieren:

  • wer vertritt die Interessen des Kindes?
  • Werden seine Interessen ausreichend

wahrgenommen?

Aus der möglichen Widersprüchlichkeit der Interessen ergeben sich zudem gesteigerte Anforderungen an einerseits Einfühlungsvermögen und andererseits Transparenz und Ehrlichkeit in der Arbeit der Dienste auch mit der Herkunftsfamilie. Zur Vermeidung von Konflikten, Enttäuschungen, Doppelstrategien und widersprüchlichen Botschaften an Eltern, Kind und Pflegeeltern ist vor allem eine schonungslose Offenlegung der Ursachen der Fremdplacierung erforderlich. Der Herkunftsfamilie ist zu verdeutlichen, welcher Anstrengungen es ihrerseits bedarf, um eine Rückkehr ihres Kindes zu ermöglichen ( Ludwig Salgo: ebenda S. 58f ). Insbesondere der Herkunftsfamilie ist notfalls drastisch zu verdeutlichen, dass es einer vollständigen Veränderung der dortigen Verhältnisse bedarf, soll eine Rückkehr des Kindes möglich werden. Deutlich zu machen ist andererseits auch, wenn die Bemühungen der Herkunftsfamilie von vornherein aussichtslos erscheinen.

Entsprechende Informationserfordernisse ergeben sich zudem in Bezug auf die Ursachen der Fremdplacierung auch gegenüber der Pflegefamilie – und damit möchte ich die beispielhafte Nennung möglicher Diskussionsthemen abschließen – . Denn bei der Vermittlung der Kinder in Pflegefamilien ist die Berücksichtigung und Offenlegung der Lebensgeschichte und der Defizite von entscheidender Bedeutung. Eine auf die Unkenntnis dieser Besonderheiten zurückzuführende Unmöglichkeit angemessener Reaktionen der Pflegeeltern kann zu einem Scheitern des Pflegeverhältnisses und einem erneuten Beziehungsabbruch führen, die es im Kindesinteresse zu vermeiden gilt.

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

wenn also eine landesweite Qualitätsdebatte ungeachtet der bisherigen Leistungen aller Beteiligten auf dem Gebiet des Pflegekinderwesens erforderlich und ungeachtet der strukturellen Besonderheiten dieser Hilfeform auch möglich ist, so begrüße ich sehr, dass die heutige Fachtagung ein Auftakt für ein vom Land gefördertes Qualitätsentwicklungsprojekt sein wird. Herr Roth wird dieses Projekt und das Qualitätsentwicklungsverfahren am Ende der Fachveranstaltung vorstellen.

  • Ziel ist es, mit Ihnen als Mitarbeiter der Jugendämter- insbesondere mit den Pflegekinderdiensten – als hautverantwortliche Akteure,
  • mit Ihnen als Pflegeeltern – als wichtigste Partner des Jugendamtes,
  • aber auch mit den Pflegeelternvereinen und
  • mit Ihnen als Mitglieder der Jugendhilfeausschüsse, die in den Landkreisen und kreisfreien Städten Rahmenbedingungen und Inhalte des Pflegekinderwesens mitbestimmen und Einfluss darauf nehmen können,

ins Gespräch zu kommen über notwendige Qualitätsmerkmale.

Des Weiteren sollen Adressaten der Hilfe, wie Pflegekinder und Herkunftseltern einbezogen werden, um zu hinterfragen, wie sie die Hilfen erlebt haben.

Vor dem Hintergrund der allgemeinen Qualitätsdebatte in der Jugendhilfe werden alle verantwortlichen Akteure des Pflegekinderwesens damit aufgefordert werden, ihre vielfältigen Erfahrungen, ihre erarbeiteten Standards oder Kriterien ihrer Arbeit zu benennen. Gerade letzteren Punkt halte ich für besonders bedeutsam.

Obwohl in Fortbildungsveranstaltungen und Tagungen der Jugendhilfe immer wieder die Betroffenenorientierung eingefordert wird und solche Begriffe wie Selbstbestimmung, Akzeptanz, Demokratisierung diskutiert wurden, so bin ich mir nicht sicher, ob dieses Wertesystem als Handlungsorientierung stets Berücksichtigung findet.

Gerade bei der Qualitätsentwicklung denke ich, geht es gleichermaßen um Veränderungspotentiale von Personen und Strukturen und um Rechenschaftslegung, aber nicht nur mit den verantwortlichen Fachkräften. Als Adressat und Akteur kommt den Betroffenen eine maßgebliche Rolle zu, soll doch das Handeln ihnen dienen ! Deshalb kann m. E. auf eine Betroffenenbeteiligung (Pflegeeltern, Herkunftseltern, Pflegekinder) nicht verzichtet werden !

Allen Anwesenden, insbesondere die Jugendämter möchte ich daher ermuntern, auch von sich aus dafür Sorge zu tragen, Betroffene möglichst effektiv an der Qualitätsentwicklung zu beteiligen.

Misstrauen zwischen Ämtern und Adressaten, gilt es zu überwinden und die Betroffenen sind tatsächlich als Expertinnen und Experten wahrzunehmen und mit ihrem Wissen, ihren Meinungen und Ideen in die Qualitätsentwicklung einzubeziehen.

Ich begrüße daher ganz besonders, dass der Träger des geplanten Projektes zur Qualitätsentwicklung dies in seinem Konzept berücksichtigt hat. Er wird allerdings auf die Unterstützung aller angewiesen sein.

Als Ergebnis der so auch mit den Betroffenen zu führenden Qualitätsdebatte werden wir – so hoffe ich- landesweit konsensfähige Qualitätsempfehlungen formulieren können –

Aber bis dahin ist es sicher ein weiter und sicher nicht immer einfacher Weg.

Zugunsten der Kinder, die in Pflegefamilien leben, und der Kinder, für die im Weiteren eine familiäre Betreuung in einer Pflegefamilie in Betracht kommt, wünsche ich dem Projekt “Qualitätsentwicklung im Pflegekinderwesen” und insbesondere der heutigen Fachtagung einen erfolgreichen Verlauf.

Zunächst aber sollten wir uns gemeinsam dem Thema zuwenden:

Welche Qualitätsanforderungen werden an soziale Dienstleistungen überhaupt gestellt? Einen theoretischen Einstieg dazu gibt uns Frau Prof. Dr. G. Flösser.

Dazu wünsche ich uns allen interessante Einsichten und Anregungen ! Vielen Dank!

Autor: Dr. R. Schunke, Abteilungsleiter der Abt. 5 des Ministeriums für Arbeit, Frauen, Gesundheit und Soziales, Sachsen-Anhalt und Mitglied im Kuratorium der Stiftung zum Wohl des Pflegekindes