AG 3: Wie erleben Kinder das familiengerichtliche Verfahren

Unter der Leitung der Fachanwältin für Familienrecht, Birgit Hildebrandt, und der Verfahrenspflegerin Gabriele Wierig diskutierte die Gruppe engagiert wie Kinder das Verfahren erleben und wie sie gestützt werden können.

 

Die Arbeitsgruppe wurde durch ein Kurzreferat von Frau Hildebrandt eingeleitet.

 

Vorbemerkungen

Was ist das Besondere an der Thematik „Kinder vor dem Familiengericht“? Nach wie vor stehen jedes Jahr in der Bundesrepublik vermutlich weitaus mehr als 20 000 Kinder vor Gericht, weil sich Eltern getrennt haben oder scheiden lassen oder weil ihnen vorgeworfen wird, in der Kindererziehung versagt zu haben. 2001 waren 153 000 Kinder von der Trennung und Scheidung ihrer Eltern betroffen. Diese Kinder werden im Rahmen einer gerichtlichen Regelung der elt. Sorge oder des Umgangsrechtes im Familiengericht angehört. Hinzu kommen Kinder, die in Pflegefamilien oder Kinderheimen leben und ggf. in das Elternhaus zurückgeführt werden und Kinder die Opfer von Misshandlungen oder sex. Missbrauch geworden sind.

Den Gerichten wird noch heute eine hohe gesellschaftliche Autorität beigemessen. Das Gericht, die Richter, der Gerichtssaal gebieten Respekt. Auch Erwachsene verbinden damit ungewohnte und beklemmende Situationen, die sie oft nicht mehr kontrollieren können.

Wie muss es dann Kindern gehen, deren Eltern vor Gericht unerbittlich um das Sorgerecht und das Umgangsrecht streiten? Erwachsene können sich zu ihrem Schutz einen Rechtsanwalt nehmen – Kinder laufen die Gefahr im Kampf um Recht und Gerechtigkeit zu Instrumenten und Objekten fremder Interessen zu werden. Dies obwohl seit der Kindschaftsreform vom 1.7.1998 nunmehr das Rechtsinstitut der Verfahrenspflegschaft, also der Interessenvertretung des Kindes durch den Verfahrenspfleger als Anwalt des Kindes geschaffen wurde. Gleichwohl ist das Kind in dieser Situation auf das Verständnis die Hilfe und das Einfühlungsvermögen der Erwachsenen angewiesen.

Letztlich geht es immer um Gefühle der Kinder im Zusammenhang mit ihren Auftritt vor Gericht. Als Kind hat man nun mal Gefühle, die man in vier Grundgefühle einteilen kann: Freude, Angst, Trauer, Wut. Über deren Berechtigung lässt sich nicht vor Gericht streiten. Gefühle sind nicht justiziabel. Gleichwohl verwenden die Parteien eines Verfahrens in Kindesangelegenheiten häufig große Mühe darauf den Expartner schlecht zu machen. Der Versuch hier die Wahrheit heraus zu finden ist zum Scheitern verurteilt. Die Motive, die das Handeln der Eltern leiten sind teils Bestrafungswünsche an den Ex, Neid, Frust und dgl. mehr. Dabei darf nicht übersehen werden, dass es sich bei diesen Motiven um unerledigte Rechnungen aus Zeiten der Partnerschaft handelt. In Kindesangelegenheiten müssen die Ebenen der Partnerschaft und Elternschaft getrennt werden. Unterbleibt das werden Kinder ungewollt zu Bündnisgenossen für ihre Ziele. Für ihre Gefühle kann das Gericht Verständnis aufbringen. Das Verständnis hat aber Grenzen, wenn ihre Beziehungsprobleme auf dem Rücken der Kinder ausgetragen werden.

Die Erörterung zum Thema Wie erleben Kinder familiengerichtliche Verfahren ist daher für Erzieher, Lehrer, Pädagogen, Sozialarbeiter, Psychologen, Rechtsanwälte und Richter, die letztlich mit Kindern in der besonderen Situation vor Gericht zu tun haben.

Trennung und Scheidung

Statistische Daten

Neueste Zahlen des statistischen Bundesamtes in Wiesbaden belegen für das Jahr 2002 einen erneuten anstieg der Scheidungen um 3,4 % auf 204.214 Scheidungen. In den letzten 10 Jahren stieg die Zahl der Ehescheidungen um 51,3 %, d.h. mittlerweile wird fast schon jede 2. Ehe geschieden. Bundesweit hatte jedes Exehepaar im vergangenen Jahr Kinder unter 18 Jahren, so dass 2002 ca. 153 000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren von der Scheidung ihrer Eltern betroffen waren.

Da grundsätzlich bei einer Trennung und Scheidung ein Verlust für das Kind auftritt, kann allenfalls bei einer familiengerichtlichen Regelung mit Kindbezug die am wenigsten schädlichste Alternative gefunden werden.

Kind und Institutionen

Im Verlauf eines Familiengerichtsverfahrens kommt ein Kind das von der Trennung seiner Eltern betroffen ist normalerweise mit mehreren Mitarbeitern in unterschiedlichen Institutionen oder Einzelpersonen in pers. Kontakt. Das sind meist Mitarbeiter der Jugendämter, den Familienrichter, ggf. den SV, den Verfahrenspfleger Umgangsbegleiter und den Parteianwälten. Der Verfahrenspfleger hat die Interessen des Kindes in das Verfahren einzubringen.

Kind im Jugendamt
Nach § 8 KJHG sind Kinder und Jugendliche an allen sie betreffenden Entscheidungen der Jugendhilfe zu beteiligen. Kinder und Jugendliche haben das Recht sich in allen Angelegenheiten der Erziehung und Entwicklung an das JA zu wenden. Kinder können auch ohne Kenntnis der Personensorgeberechtigten beraten werden, wenn eine Not- oder Konfliktlage dies erfordert. Damit wird gewährleistet, dass Kinder und Jugendliche nicht Objekt elterlichen oder administrativen Handelns sein dürfen sondern als unmittelbar betroffene Personen in die sie betreffenden Entscheidungen Dritter einbezogen wird. Auch im Fall der Beratung der Eltern sollen Kinder und Jugendliche angemessen am Beratungsprozess beteiligt werden. Im Rahmen der Beteiligung von Kindern sollen deren Entwicklungsstand, Belastungsfähigkeit, Konzentrationsvermögen, Verständigkeit und deren pers. Konfliktlage bedacht werden. Auch wenn Eltern eine Beratung ablehnen, sollten im Rahmen der Mitwirkung im Gerichtsverfahren die Mitarbeiter im JA eine Konfliktminderung durch Gespräche und Lösungen anstreben, wobei Kinder und Jugendliche auch ermutigt werden sollten hierzu eigene Interessen, Wünsche und Vorstellungen einzubringen.

Kind beim Sachverständigen
Der vom Gericht bestellte Gutachter hat neben seinen diagnostischen Kenntnissen immer auch die aktuelle Forschung und die daraus resultierenden Erkenntnisse zu beachten und wenn es zur Feststellung des Sachverhaltes angezeigt erscheint, dass sich das _Gericht von dem Kind einen unmittelbaren Eindruck verschafft.

Kind im Gericht
Darüber hinaus hört das Gericht das Kind persönlich An, wenn es das Kind das 14. Lebensjahr vollendet hat und es nicht geschäftsunfähig ist. Im Allgemeinen wird erst eine Anhörung von Kindern ab 3 Jahren veranlasst. Bei älteren Kindern wird sich das Gericht durch Gespräche über Vorstellungen, Vorlieben, Prioritäten, Wünschen und den Willen sowie die Meinung zu dem Gesamtgeschehen zu beschäftigen haben, ohne das Kind auszuhorchen. Nach einer Untersuchung von Lempp/von Braunbehrens zeigten sich zu Beginn der Anhörung 30 % der Kinder beim Ansprechen kritischer Themen stark belastet, 55 % mittelstark und 15 % gering belastet. Am Ende der Anhörung, die ca. 20 Minuten dauert, zeigen noch 21 % eine starke Belastung, 41 % eine mittelgradige Belastung und 38 % eine geringe Belastung. Bemerkenswert ist, dass besonders die Kinder starke Anspannungen zeigten, bei denen die gesamte Familienkonstellation beängstigend war. Seelische Beeinträchtigungen der Kinder hingen somit in erster Linie von der Intensität des Familienkonfliktes, vom bisherigen Verhalten der Eltern, vom Alter des Kindes und seiner Persönlichkeit ab. Gleichzeitig erleidet das Kind als beteiligtes Subjekt am Gesamtgeschehen eines Trennungs- und Scheidungsprozesses seiner Eltern und somit auch im Gerichtsverfahren einen entscheidenden faktischen und rechtlichen Bedeutungsverlust. Die Stellung des Kindes muss durch Zubilligung eigener antragsrechte und ggf. mit Hilfe eines Verfahrenspflegers vor einem, während eines und nach einem Gerichtsverfahren gestärkt werden.

Für eine Anhörung vor Gericht gerade älterer Kinder spricht, dass das Kind trotz des Streits der Eltern erlebt, dass es von einem neutralen Dritten ernst genommen wird und persönlich erfährt, dass auch seine Wünsche, Ängste, Hoffnungen, Anschauungen und Vorstellungen von Bedeutung sind. Nachteilig kann sich eine Anhörung auswirken, wenn Kinder als Ergebnis der Anhörung mehr noch als zuvor in den Streit der Eltern einbezogen werden bzw. wenn ein Elternteil die Anhörung für seine Interessen ausnutzt und das Kind manipuliert oder es nach der Anhörung sogar für seine Aussagen zur Rechenschaft gezogen wird. Deshalb sollte folgendes vorgehen beachtet werden:
1.    Alleinanhörung des Kindes und keine Gegenüberstellung
2.    Informationen über den Zweck der Anhörung
3.    Auflockerung durch ein einleitendes Kontaktgespräch über nichtverfahrensbezogene Themen
4.    wenig Protokollierung
5.    einfache Fragen
6.    Vermeidung von Überforderung
7.    ruhige, einfühlsame und langsame Befragung

Ich hoffe hiermit Anregungen gegeben zu haben, wie alle am Verfahren Beteiligten daran mitwirken können, dass es den Kindern vor Gericht so erträglich wie möglich gemacht wird.
Zusammenfassung der Diskussion

Diskussion

Nach dem Kurzvortrag wurde die Situation des zwischen den Beteiligten zerrissenen Kindes kurz dargestellt. Dann wurden praktische Beispiele, Erfahrungen und Fragen der TeilnehmerInnen gesammelt, Themenschwerpunkte gebildet und schließlich diskutiert. Die folgende Zusammenstellung dokumentiert die einzelnen Schwerpunkte und die eingebrachten Argumente und Erfahrungen.

Wie wird es wohl den Kindern vor Gericht gehen, wenn schon Erwachsene eine angstvoll, respektvolle Haltung zeigen?

Was belastet die Kinder?

  • Aufträge der Parteien: „Sag, dass du nicht zu Papa willst! Du musst zum Gericht, weil dein Vater gegen mich klagt. Weil er will, dass du nicht mehr bei mir wohnen darfst!“
  • Drohungen und Schuldgefühle: „Wenn du zu Papa gehst, muß ich immer weinen!“
  • Drohungen gegen Eltern: “Ich bringe deine Mutter um. Ich zünde ihr das Haus über dem Kopf an….“
  • Unwahrheiten werden vor den Kindern geäußert, so erleben Kinder ihre Eltern als Lügner
  • Ungewissheit, die offene Frage:  „werden wir getrennt?“ z.B.
  • Anhörungen stellen u. U. eine ungeheure Belastung dar, weil sich die Aussage gegen einen Elternteil richten kann.
  • Kinder müssen oft in unmittelbarer Nähe der Parteien aussagen
  • Kinder werden zum „eigenen Anwalt mitgeschleppt“
  • Anhörungen finden im Gerichtssaal statt und die Erwachsenen warten draußen
  • Währen der Anhörung sind zu viele Personen anwesend (Verfahrenspfleger, Umgangspfleger)
  • Kinder sind eingeschüchtert, wenn der Richter seine Robe anhat und sie angehört werden sollen.
  • Nach eindeutig nachvollziehbaren Aussagen von Kindern werden dennoch, z.B. Umgangskontakte festgelegt.
  • Kinder fühlen sich nicht ernst genommen. (Weshalb bin ich überhaupt gefragt worden? Nimmt mich keiner ernst? Glaubt mir niemand?)
  • Manchmal befragen drei fremde Personen das Kind, und der Verfahrenspfleger darf nicht dabei sein.
  • Kinder wissen nicht, wer welche Rolle spielt. Bei Gericht aber auch im Jugendamt. Wer und was ist ein Verfahrenspfleger?
  • Kinder können sich wohl kaum öffnen, in der Situation der Anhörung

Was hilft Kindern

  • Kinder reagieren positiv auf ruhige Gespräche, die die Eltern mit der Richterin im Nebenzimmer führen.
  • Kinder sind erleichtert, wenn die Eltern reden, sie malen dann auch andere Bilder
  • Wenn sie wissen, meine Eltern haben eine Vereinbarung geschlossen, nicht die Richterin hat geurteilt
  • Wenn Kinder noch im Gerichtsgebäude sind, soll man ihnen erklären, was da gelaufen ist.
  • Aufklärung, was im Gespräch mit den Eltern war
  • Aufklärung über die jeweilige Rolle der Amtspersonen und Helfer
  • Transparenz dem Kind gegenüber, was ist Jugendamt, was ist das für ein Gebäude, was machen die da u.s.w.
  • Wenn vertraute Menschen vor der Tür warten, wenn sie nicht mehr im Raum bleiben dürfen
  • Kindgerechte, altersgerechte Sprache
  • Kurze Wartezeiten auf Eltern
  • Gute Vorbereitung

Durch Belastungen kann sich für das Kind, eine zur Trennung zusätzliche Traumatisierung ergeben. Die Anhörung von Kindern stellt neben den Gesprächen im Jugendamt, einen zentralen Punkt im familiengerichtlichen Verfahren dar, der Kinder zusätzlich belastet.

Wie sollte sich eine Anhörung für Kinder gestalten?

Diskutierte Thesen

  • Die Anhörung der Eltern sollte so früh wie möglich erfolgen
  • Im Versuch gute Entscheidungen zu treffen, wird z.B. nicht getrennt von den Eltern angehört
  • Kinder sollten nicht von Eltern auf die Anhörung vorbereitet werden. Eltern sind selbst emotional involviert.
  • Es gibt Eltern die durchaus Entscheidungshilfen geben können. Dann ist es gut.
  • Theoretisch müsste man ja beide Elternhäuser besuchen und die Anhörung vornehmen
  • Es ist besser die Kinder zu Hause zur Anhörung zu besuchen
  • Es ist nicht immer richtig zu Hause anzuhören, die Intimsphäre wird durch Fremde gestört, das könnte Entsetzen auslösen
  • Vorschlag: Ein Kinderspielzimmer im Gericht
  • Altersangemessenheit ist wichtig, kleineren Kindern muss die Chance gegeben werden, ihre Vorstellungen einzubringen
  • Kinder nicht am gleichen Tag anhören, wie die Eltern, sie begegnen sich
  • Evtl. wäre ein Ort der Anhörung die Schule oder die Kita
  • Halte wenig von Schule und Kindergarten, Kinder geraten in Erklärungsnot. (Wer war denn das, was wollten denn die…?)
  • Man kann auch spazieren gehen
  • Büro der Richter ist kein Ort des Kindes
  • Eher nicht die Schutzorte der Kinder für Anhörungen und Gespräche benutzen
  • Neutrale Orte sind evtl. der Königsweg für Anhörungen und Gespräche.
  • Kinder müssen auch nicht reden, ich beobachte sie in der ungewohnten Situation
  • Anhörung im Vorfeld
  • Eltern werden vorbereitet, ihre Kinder vorzubereiten
  • Ein Gespräch mit dem Verfahrenspfleger reicht, weil er nicht der Vertraute des Kindes ist
  • Ein Gespräch reicht nicht

Erfahrungen

  • Alle Richter sind nicht zu Feinfühligkeit bereit
  • Es wird Rücksicht auf die Kinder genommen
  • Gerichte haben auch schon Anhörungszimmer für Kinder
  • Wenn der Richter den Namen des Kindes kennt, ist das gut
  • Die Zeit der Anhörung verlängert sich dadurch, dass die Richterin mit dem Kind gespielt hat.
  • Verfahrenspfleger werden tatsächlich oft zu spät bestellt, oft aus Gründen der nur ausschnitthaften Problematik des Kindes. Nach der Anhörung wird erst klar, dass ein Verfahrenspfleger wichtig wird
  • Ein Spielzimmer ist vorhanden, die Richterin zieht auch die Robe aus aber die Art der Fragestellung ist ungeeignet.
  • Da sind fünf Leute im Jugendamt und die Kinderschutzbeauftragte kommt auch noch dazu.
  • Kinder sind relativ orientierungslos im Verfahren
  • Wenn Kinder den Vergleich miterleben, ist es gut
  • Eltern brauchen oft nur einen kleinen „Stupser“ mit richterlicher Autorität, um sich vernünftig zu einigen. Das ist oft wirksamer, als ein Gespräch im Jugendamt
  • Manche Eltern erschrecken sich über die Anträge, die ihre Anwälte schreiben und wollen das nicht so
  • Wir haben uns trotz Ängsten und Kontroversen zusammengesetzt, um unsere Arbeit zu verbessern


Was ist das Besondere an der Thematik – Kinder vor Gericht / im gerichtlichen Verfahren?

  • Gefühle sind nicht justiziabel!
  • Zeitmangel bleibt ein Problem bei Anhörungen
  • Das Kind verbleibt die ganze Prozesszeit über in der Objektrolle
  • Die Kinder sind verängstigt und eine Empfehlung lässt sich daraus nicht ableiten. Es sollen aber Empfehlungen geschrieben werden
  • Die Integration aller Anforderungen an die Arbeit mit einer Familie, die vor allem Angst hat.
  • Es ist nicht zu vermeiden, dass Angehörige in Sorgerechtsstreitigkeiten neue Partner mitbringen
  • Wenn Gewalt und Missbrauch eine Rolle spielen, sind mehrere Gespräche zum Vertrauensaufbau notwendig..
  • Eltern haben den Auftrag für ihre Kinder gute Entscheidungen zu treffen und ihnen alles zu erklären, schaffen es aber oft nicht allein
  • Das Zeitempfinden des Kindes wird ungenügend berücksichtigt
  • Wenn die Parteien nicht wollen, ist alles vergebens
  • Es ist schwierig, Richtern eine Empfehlung zu geben
  • Es ist schwierig zu „diagnostizieren“, ob Fremdbeeinflussung bei einem Kind vorliegt
  • Wie kommt man zu Gutachten?
  • Vermögenssorge steht oft der gemeinsamen Sorge entgegen
  • Die Frage der Manipulation bleibt ungeklärt und beschert unangemeldete Besuche

 

Rollen und Aufträge

 

  • Jeder hat seinen Auftrag
  • Das Jugendamt hat eine unsichere Rolle und muß über die Rolle des Verfahrenspflegers aufgeklärt werden
  • Verfahrenspfleger muß seine Tätigkeit selbst verantworten
  • Der Verfahrenspfleger ist nicht der Vertraute des Kindes!
  • Der Richter darf dem Verfahrenspfleger keine Aufträge erteilen, dass ist nicht erlaubt
  • Der Verfahrenspfleger kann dem Richter eine Idee unterbreiten
  • Nach dem mit dem Kind besprochen wurde, was war, kann der Verfahrenspfleger für das Kind in Beschwerde gehen
  • Verfahrenspfleger sollten sich bündeln, um Lösungen für die Politik zu finden
  • Verfahrenspfleger müssen Vertrauensvorschuß vom Gericht bekommen
  • Richter braucht Signale: “Dieser Fall lohnt sich!..“
  • Die Verantwortung liegt bei den Eltern, nicht beim Gericht
  • Anwälte und Richter sind keine Pädagogen, es geht um materielle Dinge mehr, als um die Kinder
  • Das Jugendamt soll sensibilisieren, um Verständnis werben, bei den Eltern, für den Besuch beim Psychologen, Beratung, Gericht u.s.w.
  • Wenn die Eltern nicht entscheiden, dann entscheidet der Richter
  • Eltern müssen aufgeklärt werden, über die Unauflösbarkeit der Elternrolle

Was sollte sich ändern, um Kindern Familiengerichtliche Verfahren zu erleichtern?

  • Weiterbildung für Verfahrenspfleger
  • Jugendamt, Richter, Verfahrenspfleger,(Anwälte)brauchen Zusammenkunft und fachlichen Austausch
  • Transparenz schaffen auch in den Rollen
  • Feindseligkeiten müssen ersetzt werden durch ehrliches Interesse an der anderen Profession und den Parteien untereinander
  • Die Schärfe muß aus den Anträgen der Anwälte raus!
  • Entstressung des Verfahrens
  • Weiterbildung für Eltern aber nicht als Zwang /Kursreihe –  Thema:“Psychosoziale Belastung des Kindes“4-5 Abende, 2-3x im Monat
  • Weiterbildung auch für Anwälte und Richter
  • Leitfaden bei Trennung und Scheidung für Kinder, Rechte und Pflichten evtl. als Comic
  • Freie Kooperationsvereinbarungen formulieren
  • Gütesiegel für Anwälte
  • Beteiligung von Kindern
  • Streitende Eltern brauchen Zielkorrektur in Richtung gemeinsame Sorge und die Aufklärung über Konsequenzen
  • Elternverantwortung weiter stärken, aber das Kind nicht aus dem Blick verlieren
  • Kontakt zu anderen aufnehmen – Ansprache der Uninteressierten
  • Fallbezogen und anonym arbeiten in Arbeitskreisen

Praktische Hinweise:

  • Es gibt eine Regionalgruppe Niedersachsen – E-Mail Verteiler – alle interessierten werden in den Verteiler aufgenommen. Es gibt aktuelle Infos über Urteile
  • Es lohnt sich in die aktuellen Seiten des FZP reinzuschauen – www.pflegefamilienzentrum.org
  • Halle hat einen Arbeitskreis Mediation
  • AG  Cochemer Modell Halle
  • Görlitz AG