Ohne Gewalt und mit Respekt Grenzen setzen: So geht´s besser

Bei jeder Auseinandersetzung muss für das Kind deutlich werden, dass nur sein Verhalten nicht in Ordnung ist, aber das Kind als solches, von den Eltern geliebt wird. Schlau gesagt: Doch wie macht man das? Hier finden Sie einige Tips auf dem Weg zu konstruktiven Auseinandersetzungen.
Es gibt viele kluge Ideen und Ratschläge für die gewaltfreie Erziehung. Im Alltag sind diese jedoch oft schwer dauerhaft zu meistern und praktisch umzusetzen. Wer kennt den Ausspruch nicht „… da ist mir eben mal die Hand ausgerutscht…“ Den meisten Eltern geht es hinterher aber nicht besser, eher macht sich ein Gefühl von Ohnmacht und Erschrockenheit breit.

Das Kind macht so die Erfahrung, dass der Stärkere sich mit körperlicher Gewalt durchsetzen kann, fühlt sich aber gedemütigt und in seiner Würde verletzt.. Aus dem körperlichen Schmerz, wird dann ganz schnell ein seelisches Leiden. Die Abwertung von den Personen, denen es am meisten vertraut, sitzt sehr tief. Gewalt wird so leicht zum Mittel von Auseinandersetzungen auch im sozialen Umfeld des Kindes, z.B.: in Kindereinrichtungen. Damit ist dann eine Ablehnung von sonst so wichtigen Spielgefährten vorprogrammiert. Im schlimmsten Fall, entsteht ein Kreislauf mit immer wieder kehrenden Verhaltensmustern, mit  Auswirkungen bis hin zur nächste Generation. Durchbrechen sie diesen Kreislauf!

Wir alle machen Fehler und sind auch nicht jeden Tag gleich geduldig. Viele Faktoren die uns beeinflussen spielen hierbei eine nicht unwesentliche Rolle. Stress ist oft der Hauptfaktor, der einen „bestimmten Knopf“ bei uns drückt, der uns anders als gewünscht reagieren lässt. Aber wenn sie vorher schon mal bewusst überlegt haben, welche Stresssituationen habe ich wie schon mal richtig gut gemeistert und sich diese gut gelungene Meisterleistung in solchen Situationen vor Augen halten, haben sie einen wichtigen Schritt getan um solchen unglücklichen Reaktionen vorzubeugen. Vielleicht setzen sie sich mal gemeinsam mit ihrem Partner zusammen und sammeln solche gelungen Situationen und halten diese schriftlich fest. So werden ihnen diese tollen Ressourcen bestimmt eher einfallen, wenn sie diese benötigen.

Viele Konflikte lassen sich durch klare Absprachen und eine gute Vorausplanung von vornherein vermeiden. Kommt es dennoch dazu, kann ein gut ausgetragene Konflikte, auch zum lernen einladen. Dazu sind klare, dem Alter entsprechende, und liebevolle Aussagen zur Orientierung notwendig. Regeln immer wiederkehrende, Rituale und gemeinsame Absprachen dienen den Kindern hierbei als Anhaltspunkte. Sie geben Halt und Sicherheit.

Verständnis und Achtung ist die beste Basis für eine belastbare Beziehung. Um dies im Alltag leben zu können, brauchen Kinder die Unterstützung und Hilfe von „ihren“ Erwachsenen. Das heißt:

  • viele Verständnis für die Phantasien und Wünsche der Kinder
  • kurze, auf das Wesentliche reduzierte aber deutlich
  • ausgesprochenen Erwartungen an die Kinder
  • klare überschaubare Grenzen, die unbedingt einhaltbar und überprüfbar sein müssen
  • zeitnahe Missbilligungen des unerwünschten Verhaltens
  • viel Lob und Anerkennung

Wenn wir zu uns ehrlich sind, wissen wir: Das Umdenken, auch bei der Erziehung, fängt im Kopf an. Bei immer wieder kehrenden Schwierigkeiten überprüfen Sie sich in erster Linie selbst. Wie spreche ich mit meinem Kind? Versteht den Inhalt meines Wunsches überhaupt? Haben wir Blickkontakt miteinander? Wie viel Zeit verbringen wir tatsächlich bewusst zusammen? Stimmt die Hierarchie in unserer Familie, oder stehen die Kinder in der Rangfolge über uns?

Geht es den Eltern gut, spüren das auch die Kinder! Also, was tue ich eigentlich für mich? Wie viel Zeit hat unser „Paarsein“ in unserer Familie?

Läuft es plötzlich alles anders als bisher, überlegen sie ob es einen bestimmten Zeitpunkt gab, an dem das veränderte Verhalten aufgetreten ist.. Vielleicht gab es ja Ärger mit der besten Freundin, eine schlechte Note oder es ist etwas nicht so gelungen, wie es sich ihr Kind gewünscht hat. Ein vertrauensvolles Gespräch unter 4 Augen“ kann hier sehr hilfreich sein. Haben sie in dieser Zeit besonders viel Verständnis für ihr Kind

Eine Trennung der Eltern, ist für die Kinder eine besonders stressbetonte Zeit angesagt. Es gibt viel Veränderungen und Unsicherheiten. Aber auch hier kann den Kindern Sicherheit gegeben werden, indem sie als verantwortungsbewusste Erwachsene für ihre gemeinsamen Kinder auch weiterhin gemeinsame verlässliche Eltern sein können. Hierbei kann eine Mediation oder Familienberatung sehr unterstützen, vorausgesetzt, beide Elternteile nehmen ihre Pflicht ernst und tragen ihre Trennungsgründe als Paar und nicht über die Kinder aus.