Zusammenarbeit mit Jugendamt

Pflegeeltern und Jugendamt sind verpflichtet, zum Wohl des Kindes zusammenzuarbeiten.

Pflegeeltern haben hierbei gegenüber dem Jugendamt ein Recht auf Beratung und Unterstützung (§ 37 II SGB VIII). Das Jugendamt hat die Pflicht und das Recht zu überprüfen, ob die Pflegeeltern das Pflegekind seinem Wohl entsprechend erziehen (vgl. Wächteramt). Die Pfle-geeltern haben die Pflicht, das Jugendamt über wichtige Ereignisse zu unterrichten (§ 37 SGB VIII). Soweit die gesetzlichen Spielregeln.

Wichtiger ist jedoch, dass Pflegefamilien und Jugendamt sich nicht nur an die geschriebenen Regeln halten, eine gute Zusammenarbeit wird erst durch echte Kooperation ermöglicht. Hierzu müssen beide Partner die Voraussetzungen schaffen.

Von Seiten des Jugendamtes ist es notwendig, die Pflegeeltern als Experten für das Kind ernst zu nehmen. Schließlich leben sie mit dem Kind zusammen und können deshalb die aktuelle Entwicklung des Kindes am treffendsten beschreiben.

Pflegeeltern sollten sich nicht angegriffen fühlen, wenn von Seiten des Jugendamtes intensiv nachgefragt wird, wie sich die aktuelle Entwicklung des Pflegekindes gestaltet. Dies ist kein Zeichen von Misstrauen, sondern eher Ausdruck von Professionalität und Interesse. Mitarbeiter von Jugendämtern müssen nachfragen, um sich ein Bild von der Situation des Pflegekindes zu machen. Nur wenn sie nachfragen, können sie auch mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Beide Seiten sollten andere Meinungen tolerieren können, wenn sie gut begründet sind. Meinungen können auf Grund unterschiedlicher Perspektiven mit Recht unterschiedlich sein. Jeder sollte das Recht haben, seine Sicht der Dinge sachlich darzustellen, und dafür den Respekt des Gegenübers bekommen.