Zusammenarbeit mit Herkunftsfamilie

Das Jugendamt ist verpflichtet, darauf hinzuwirken, dass Pflegeeltern und Herkunftsfamilie zusammen arbeiten (§ 37 SGB VIII). Durch Beratung, Begleitung und Unterstützung soll das Jugendamt darauf hinwirken, dass die Beziehung des Kindes zu der Herkunftsfamilie gefördert wird, so lange das Jugendamt daran arbeitet, die Erziehungsbedingungen in der Herkunftsfamilie so weit zu verbessern, dass diese das Kind wieder selbst erziehen kann (vgl. Rückkehroption). Kommt es zu Streitigkeiten, muss das Jugendamt vermitteln.

Die Zusammenarbeit, die zum Wohle des Kindes gewollt ist, gestaltet sich oft schwierig und die Palette der Ursachen hierfür ist breit. Pflegeeltern klagen oft darüber, dass Kinder unter den Besuchen leiden und sich vor und nach Besuchen auffällig verhalten. Als Gründe hierfür werden u.a. mangelnde Struktur an Besuchswochenenden, Unstetigkeit der Herkunftseltern, Überlastung und mangelnde Grenzziehung bei Besuchen und falsche Versprechungen, die das Kind verunsichern genannt. Andererseits beklagen Herkunftseltern, von den Pflegefamilien nicht als gleichberechtigte Partner ernst genommen zu werden oder den Kindern entfremdet zu werden.

Um Loyalitätskonflikte für das Kind zu vermeiden hilft es, wenn beide Seiten dem Kind signalisieren können, dass sie bereit sind, zu seinem Wohl zusammen zu arbeiten, selbst wenn es an dem einen oder anderem Punkt Differenzen gibt. Hierfür ist ein großes Maß an Kooperationsbereitschaft und Toleranz von Nöten (vgl. Besuchskontakte, Umgang).