Vormund/ Vormundschaft

Wird Eltern das Sorgerecht vollständig entzogen oder sind sie verstorben, muss ein Vormund für das Kind bestellt werden, der die elterliche Sorge ausübt (§1773 BGB). Der Vormund wird vom Vormundschaftsgericht benannt und erhält von diesem eine Bestallung (§ 1791 BGB), aus der hervorgeht, dass er berechtigt ist, das Kind zu vertreten.

Das Vormundschaftsgericht wählt nicht nur die Vormünder aus (vgl. Auswahl des Vormundes), es führt auch die Aufsicht über sie. Vormünder sind verpflichtet, dem Gericht über die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Kindes jederzeit Auskunft zu erteilen (§§1837 ff BGB) sowie ein Vermögensverzeichnis zu erstellen (1802 BGB). Für einige Geschäfte benötigt der Vormund die Genehmigung des Vormundschaftsgerichtes. Das Vormundschaftsgericht führt den Vormund in seine Aufgaben ein und berät die Vormünder (§ 1837 BGB).

Der Vormund haftet gegenüber dem Mündel, wenn er seine Pflichten verletzt (§ 1833 BGB). Er muss dann dem Kind den entstandenen Schaden aus seinem Privatvermögen ersetzen.

Die Aufwendungen, die der Vormund zur Führung der Vormundschaft tätigen muss, kann er sich aus dem Vermögen des Mündels ersetzen lassen oder eine pauschale Aufwandsentschädigung erhalten (§ 1835, 1835 a BGB). Ist das Mündel ohne Vermögen, kann der Vormund sich den Aufwand vom Vormundschaftsgericht erstatten lassen. Vormundschaften werden grundsätzlich unentgeltlich geführt (§ 1836 BGB).