Vollzeitpflege auf Dauer

Die Vollzeitpflege auf Dauer ist die klassische Form der Pflege, die dem Bild entspricht, dass eine ersetzende Familie genau die emotionale Zuwendung zeigt in der Vertrauen aufgebaut wird und das Bedürfnis nach Geborgenheit und Sicherheit befriedigt, die zu dem Aufbau enger Eltern-Kind-Beziehungen notwendig ist.

Da Dauerpflege oft bis zur Volljährigkeit oder Selbständigkeit von Pflegekindern geht, erwachsen häufig solche engen Beziehungen, die auch nach dem offiziellem Ende der Pflege fortbestehen. Sie sichert den Pflegekindern ihren Platz in einer Familie und der Pflegefamilie zeigt sie ihre Bedeutung in der Entwicklung „eigentlich fremder“ Kinder.

Anders als bei den anderen Formen der Familienpflege, soll die Unterbringung in einer Dauerpflegstelle die Erziehung in der Herkunftsfamilie ersetzen, wenn diese, aus den unterschiedlichsten Gründen, ihre Erziehungsaufgaben gegenüber dem Kind auf Dauer nicht gerecht werden kann und wenn der Verbleib des Kindes in der Herkunftsfamilie trotz einschneidender Hilfen nicht dem Wohle des Kindes entspricht. Mitunter kann sich der Aufenthalt in der Pflegefamilie bis zur Volljährigkeit und darüber hinaus erstrecken.

Es können enge Bindungen zwischen Pflegekind und Pflegeeltern entstehen, die in ihrer Intensität und Bedeutung der Beziehung zwischen leiblichen Kindern und Eltern gleichkommen (faktische Elternschaft).

Auch in Dauerpflege kann ein mehr oder weniger intensiver Kontakte zur Herkunftsfamilie oder einzelnen Familienmitgliedern bestehen. Diese Kontakte dienen dann dem Pflegekind sich seiner Lebensgeschichte bewusst zu sein, zu wissen warum man in der Pflegefamilie lebt und nicht bei den Eltern. Wenn Pflegekinder sich mit ihren „Wurzeln“ beschäftigen, wenn sie wissen woher sie kommen. Fällt ihnen der Weg in die Zukunft oft leichter. Sie fühlen sich nicht ihrer Vergangenheit beraubt (vgl. Biografiearbeit).