Vermittlung

Kommt es zwischen den leiblichen Eltern und Pflegeeltern zu Streitigkeiten im Hinblick auf Fragen der Personensorge (vgl. Zusammenarbeit mit der herkunftsfamilie, Sorgerecht, Angelegenheiten des täglichen Lebens) sollen die Beteiligten das Jugendamt einschalten, das dann verpflichtet ist, zwischen den Beteiligten zu vermitteln (§ 38 SGB VIII).

Da dem Jugendamt eine Steuerungsfunktion für die Hilfe zur Erziehung zukommt (vgl. Hilfeplan), ist es grundsätzlich sachgerecht, dass das Jugendamt, das den Fall und die Beteiligten kennt, bei Streitigkeiten die Schlichterrolle zukommt.

Andererseits kann gerade die Beteiligung des Jugendamtes im Einzelfall einer Vermittlung im Wege stehen, da die Mitarbeiter des Jugendamtes nicht notwendigerweise von allen Beteiligten als neutral gesehen werden (bspw. wenn das Jugendamt von den leiblichen Eltern als die Behörde wahrgenommen wird, die das Kind unberechtigterweise aus der Familie herausgenom-men hat). In solchen Fällen können Beratungsstellen eher für die Vermittlung eignen, da es wahrscheinlicher ist, dass sie als neutral akzeptiert.