Verfahrenspflegschaft/ Verfahrenspfleger

Wenn es für ein Verfahren vor dem Familien- oder Vormundschaftsgericht notwendig ist, dass das Kind nicht vom Sorgeberechtigung vertreten wird, sondern einen eigenen Vertreter hat, soll das Gericht einen Verfahrenspfleger für das Kind bestellen (§ 50 FGG).

Das Gericht muss einen Verfahrenspfleger in der Regel bestellen, wenn es zu Interessenkonflikten zwischen Sorgeberechtigtem und Kind kommen kann, wenn dem Sorgeberechtigtem die Sorge ganz oder teilweise entzogen werden soll oder das Kind von der Pflegefamilie weggenommen werden soll und eine Verbleibensanordnung beantragt wurde.

Der Verfahrenspfleger ist vom Gericht auszuwählen. Bestimmte Anforderungen an die Qualifikation sieht das FGG für Verfahrenspfleger nicht vor. Es kommen jedoch in erster Linie Menschen mit pädagogischer oder rechtlicher Kompetenz für die Vertretung in Betracht.

Der Verfahrenspfleger soll sich als Interessenvertreter des Kindes eine unabhängige Meinung bilden. Hierzu ist es erforderlich, dass er mit dem Kind eigenständige Gespräche führt und nicht die Meinungen anderer Beteiligter übernimmt. Er ist im Verfahren ausschließlich Vertreter des Kindes und nicht für die Probleme der anderen Beteiligten zuständig.