Umgangsrecht Einschränkung Ausschluss

Der Umgang kann bei Eltern nur eingeschränkt oder ausgeschlossen werden, wenn das Kindeswohl durch den Umgang gefährdet ist (§ 1684 IV BGB). Eine Gefährdung kann sowohl physischer Art (gewalttätige Übergriffe) als auch psychischer Art (starke Loyalitätskonflikte, Angst, Gefahr der Retraumatisierung) sein.

Bei der Beurteilung der Gefährdung ist auf den Blickwinkel des Kindes zu achten. Beispielsweise kann die objektive Gefahr von gewalttätigen Übergriffen durch eine Begleitung des Umgangs ausgeschaltet werden, das Kind kann dennoch unter Angstzuständen leiden, wenn der Umgang stattfindet. In einem solchem Fall schadet der Umgang dem Kind auch wenn objektiv keine Gefahr für das Kind besteht.

Die Einschränkung des Umgangs ist als geringeres Mittel grundsätzlich dem Ausschluss vorzuziehen. Umgangseinschränkungen können sein, dass der Umgang nur an einem neutralen Ort oder / und in Begleitung Dritter stattfindet. Wird der Ausschluss des Umgangs ausgesprochen, steht den Eltern ein Auskunftsrecht zu.