Umgangsrecht

Kinder haben ein Recht auf Umgang mit allen Personen, zu denen sie enge Bindungen haben. Sie sollen sich selbst ein Bild von diesen Menschen machen können. Dazu dient das Umgangsrecht, das sich auf drei Bereiche erstreckt:

  • den persönlichen Umgang durch Besuche
  • den telefonischen Umgang
  • den brieflichen Umgang.

Eltern sind – unabhängig vom Sorgerecht – zum Umgang mit ihrem Kind verpflichtet und berechtigt. Der Umgang kann nur eingeschränkt oder ausgeschlossen werden, soweit er dem Kind schadet. Darüber hinaus sind auch noch andere Personen (u.a. ehemalige Pflegeeltern) umgangsberechtigt, sofern es dem Kind dient (vgl. Umgangsberechtigte).

Ort, Zeit und Rhythmus des Umgangs sind individuell abzusprechen. Es gibt keine gesetzliche Verpflichtung eines bestimmten Rhythmusses (bspw. 14-tägiger Umgang). Dies ist wegen der Vielzahl von Familienkonstellationen auch nicht gewollt. Grundlage der Absprachen ist das Kindeswohl, dies bedeutet jedoch nicht, dass leibliche Eltern und Pflegefamilie sich bei den Absprachen nur am Kind orientieren müssen.

Beim Umgang gilt ein Wohlverhaltensgebot für Eltern und Pflegeeltern. Sie haben alles zu unterlassen, was das Verhältnis des Kindes zu der jeweils anderen Familie beeinträchtigt oder die Erziehung erschwert (§ 1684 II BGB). Das bedeutet, dass keiner über den anderen Lästern, diesen schlecht machen oder seine Erziehungsmethoden unsachlich angreifen darf. Dies würde dem Kindeswohl schaden, weil das Kind dadurch in Loyalitätskonflikte gestürzt werden kann. Eine kritische aber sachliche Diskussion mit dem Kind über die jeweils andere Familie wird durch dieses Verbot jedoch nicht berührt (vgl. Wahrheit).