Sorgerecht

Sorgerecht ist die Pflicht und das Recht für ein Kind oder einen Jugendlichen zu sorgen (§ 1626 BGB). Im Gesetzestext ist die Pflicht bewusst vor dem Recht genannt, da das Sorgerecht in erster Linie ein Recht des Kindes ist, dass stets ein Erwachsener vorhanden ist, der die notwendigen Entscheidungen für und mit dem Kind und zu seinem Wohle trifft und diese Entscheidungen auch verantwortet. Sorgerecht ist aber auch ein Elterngrundrecht, das durch Artikel 6 des Grundgesetzes geschützt ist und in das deshalb nur unter strengen Voraussetzungen eingegriffen werden darf (vgl. Sorgerechtsentzug)

Das Sorgerecht teilt sich in die Vermögenssorge und die Personensorge.

Die Vermögenssorge umfasst die Verwaltung des gesamten Vermögens des Kindes. Hierzu gehören insbesondere das Anlegen und Verwalten von Sparguthaben und die Entscheidung über Annahme und Ausschlagung von Erbschaften. Unterhaltsangelegenheiten gehören nicht zur Vermögens-, sondern zur Personensorge.

Die Personensorge lässt sich in eine Vielzahl von einzelnen Sorgerechtsgebieten unterteilen. Hierzu gehören beispielsweise:

  • Fürsorgerecht: Sorge für das leibliche Wohl des Kindes, hierzu gehört bspw. Unterbringung, Verpflegung, Bekleidung, Gesundheit.
  • Erziehungsrecht: Sorge für eine angemessene Entwicklung des Kindes.
  • Aufsichtspflicht: Verantwortung für die Aufsicht über das Kind, so dass es weder sich noch anderen Schaden zufügt.
  • Aufenthaltsbestimmungsrecht: Entscheidungen über den Aufenthalt des Kindes, sei er kurzfristig, wie beim Besuch eines Freundes oder langfristig, wie beim Entscheid über den Auf-enthalt in der Pflegefamilie.
  • Recht, Jugendhilfe zu beantragen: Jugendhilfeleistungen stehen dem Sorgeberechtigten zu, das bedeutet, dass der Sorgeberechtigte über Beginn und Ende einer Jugendhilfemaßnahme entscheiden kann – auch über den Beginn und das Ende von Hilfe zur Erziehung durch Vollzeitpflege (vgl.: Antrag auf Jugendhilfe).
  • Recht zur Regelung des Umgangs: Entscheidungen, die festlegen, wen das Kind in welchem Umfang sehen oder besuchen kann und mit wem es schriftlich oder telefonisch verkehren darf (vgl.: Umgangsrecht).
  • Gesundheitsfürsorge: Alle Entscheidungen, die die Gesundheit des Kindes betreffen wie: Arztbesuche, Behandlung von Krankheiten, Impfungen Schulangelegenheiten: Alle Entscheidungen im Zusammenhang mit dem Schulbesuch wie: Schulwahl, Versetzungsfragen, Entschuldigungen, Zeugnisse, Elternabende.

In allen diesen Bereichen gibt es sowohl grundsätzliche Entscheidungen, die der Sorgeberechtigte zu treffen hat, als auch Angelegenheiten des täglichen Lebens, die von den Pflegeeltern in Vertretung entschieden werden können.

Das Sorgerecht ist stets zum Kindeswohl auszuüben.