Sorgeberechtigter

Sorgeberechtigter ist derjenige, der verpflichtet und berechtigt ist, das Sorgerecht auszuüben. In der Regel sind dies die Eltern des Kindes (§ 1626 ff BGB). Sind die Eltern nicht verheiratet kommt es darauf an, ob eine Sorgeerklärung in Form einer Urkunde des Jugendamtes abgegeben wurde. Haben die nicht verheirateten Eltern keine entsprechende Urkunde unterzeichnet, ist die Mutter allein sorgeberechtigt. Sind die Eltern geschieden, kann man die Aufteilung des Sorgerechts dem Scheidungsurteil entnehmen. Ist keine Regelung getroffen, gilt das gemeinsame Sorgerecht fort.

Das Sorgerecht kann den Eltern auch entzogen werden. Ist es ihnen durch Gerichtsbeschluss ganz entzogen worden, wird das Sorgerecht von einem Vormund ausgeübt. Ist es nur teilweise entzogen worden, wird ein Pfleger für das Kind bestellt, der das Sorgerecht in dem Umfang ausübt, in dem es den Eltern entzogen wurde. Für die anderen Bereiche des Sorgerechts sind nach wie vor die Eltern sorgeberechtigt.

Lebt ein Kind für längere Zeit in Familienpflege, sind die Pflegeeltern berechtigt, den Sorgeberechtigten bei der Ausübung des Sorgerechts zu vertreten. Sie sind befugt, in Angelegenheiten des täglichen Lebens allein zu entscheiden und den Arbeitsverdienst des Kindes zu verwalten sowie Unterhalts-, Versicherungs-, Versorgungs- und sonstige Sozialleistungen geltend zu machen. (§ 1688 I BGB). Dieses Recht kann von den sorgeberechtigten Eltern eingeschränkt werden.

Das Sorgerecht kann von den leiblichen Eltern auch ganz oder teilweise auf die Pflegeeltern übertragen werden (§ 1630 III BGB). Dazu bedarf es aber eines Gerichtsbeschlusses. Eine Vollmacht reicht hierzu nicht aus.