Rückkehroption

Hilfe zur Erziehung in einer Pflegefamilie ist grundsätzlich als eine Hilfe auf Zeit konzipiert. Während der Dauer der Pflege soll das Jugendamt durch Beratung und Unterstützung versuchen, die Erziehungsbedingungen in der Herkunftsfamilie so zu verbessern, dass eine Rückkehr des Kindes oder Jugendlichen möglich wird (§ 37 I Satz 2 SGB VIII).

Allerdings ist diese Rückkehroption an eine bestimmte Zeitperspektive geknüpft. Die Rückkehroption soll nur für einen Zeitraum aufrecht erhalten werden, der für die Entwicklung des Kindes oder Jugendlichen vertretbar ist. Wie lang dieser Zeitraum ist, wird nicht konkret bestimmt. Es kommt hier jedoch auf die Entwicklung des Kindes und damit auf seine Zeitperspektive an. Das bedeutet, dass der maßgebliche Zeitraum für ein jüngeres Kind in der Regel kürzer sein wird, als für ein älteres. Ein weiteres Beurteilungskriterium sind die Bindungen des Kindes an die Pflegeeltern. Je fester diese sind, desto stärker ist für einen endgültigen Verbleib in der Pflegefamilie zu plädieren (vgl. Verbleibensanordnung).

Sollte es zu einer Rückkehr des Kindes in seine Herkunftsfamilie kommen, empfiehlt es sich, diese vorzubereiten, damit dem KindAbschied und Trennung von der Pflegefamilie leichter fallen. Solche Trennungen sind oft auf allen Seiten mit Trauer verbunden.