Pubertät

Jugendliche in Pflegefamilien können Pflegekinder sein, welche in der Pflegefamilie aufwachsen und „groß“ werden, Pubertät und Ablösung erleben oder die als Jugendliche in eine Pflegefamilie vermittelt wurden.

Eine schwierige Phase durchleben Pflegefamilien in beiden Fällen. In der Pubertät stehen für alle Kinder Fragen von Identitätsfindung und Abgrenzung zu den Erwachsenen im Mittelpunkt. Im Vergleich zu den leiblichen Kindern erfährt diese Phase bei Pflegekindern eine oftmals verstärkte Ausprägung und eine andere Akzentuierung.

Pflegekinder sind, neben der normalen Auseinandersetzung mit der Erwachsenenwelt, auf der Suche nach ihrer Herkunft, setzen sich u. U. besonders mit ihrer Herkunftsfamilie auseinander. Auseinandersetzungen mit den Pflegeeltern fallen nicht selten heftig aus, denn die entwicklungsbedingten Fragen von Zugehörigkeit und Identität sind für Pflegekinder nicht einfach zu beantworten.

Manchmal zeigen sie Verhaltensweisen, von denen „früher“ nichts zu spüren war. Nicht selten kommen psychische Belastungen zum Vorschein, von denen niemand etwas ahnte. Oftmals kommen erlittene Misshandlungen zur Sprache und stellen scheinbar bisherige Entwicklungserfolge in Frage.

Plötzlich das Pflegekind überwältigende Erfahrungen können den Alltag in der Pflegefamilie maßgeblich beeinflussen. Gerade in solchen Krisenphasen benötigen Pflegekinder Unterstützung und Akzeptanz ihres Erlebens. Deshalb ist die Begleitung und Beratung von Pflegeeltern in dieser Zeit besonders wichtig.

Mit Jugendlichen gibt es vermeintlich mehr Schwierigkeiten als mit kleineren Kindern, doch eigentlich zeigen sich an ihnen nur die Schwierigkeiten von Pflegeverhältnissen allgemein.