Psychische Situation der Herkunftsfamilie

Für die meisten Eltern ist es nicht leicht , egal unter welchen Umständen, ihr Kind in ein Heim oder in eine andere Familie wegzugeben. Letzteres ist für viele sogar noch schwieriger, denn schnell kann eine andere Familie, die nun für das Kind da ist, als Konkurrent verstanden werden oder es wird Eifersucht auf all das geweckt, was man selber nicht hat.

Herkunftseltern können verschiedene Gefühle im Bezug auf die Fremdunterbringung ihrer Kinder entwickeln, die je nach Person und Anlass offen oder versteckt das Verhältnis der Herkunftseltern zur Pflege bestimmen.

Zum einen sind die Schuldgefühle zu nennen. Das Gefühl nicht richtig gehandelt, versagt zu haben. Wut, Aggression, aber auch Trauer, Scham und Schmerz können empfunden werden. Eigene Fehler einzugestehen fällt nicht leicht. Oftmals suchen Herkunftseltern Objekte ihrer Wut und Aggression. Dies kann das Jugendamt sein, das sie gezwungen hat der Pflege zu zustimmen, das Kind selbst, wenn es als der eigentlich Schuldige hingestellt wird oder sogar die Pflegeeltern, die Neid, Eifersucht und Konkurrenz auslösen.

Herkunftseltern vermuten oftmals, das die Pflegefamilie intakt ist und versuchen zu beweisen, dass sie dazu auch in der Lage sind. Sie bringen bei Besuchskontakten Spielzeug mit, üben Kritik an der „Erziehungsunfähigkeit“ der Pflegeeltern, wenn Probleme nicht bald verschwunden sind, fühlen sich nicht geachtet und als Eindringling, konfrontieren die Pflegeeltern mit dem Vorwurf das Kind zu entfremden und begeben sich in einen scheinbaren Kampf um das Kind. Er ist ein Kampf um Anerkennung, Respekt und Loyalität.

Einige Herkunftseltern sind jedoch auch froh über die Unterbringung, wenn z.B. die Gewissheit der Mutter besteht das Kind vor dem gewalttätigen Vater zu schützen. Ein respektvoller Umgang mit der Herkunftsfamilie kann Konflikte vermeiden helfen (vgl. Zusammenarbeit) Begleitung und Beratung der Herkunftsfamilie sind daher dringend notwendig.