Kurzzeitpflege

Während einer Kurzzeitpflege lebt ein Kind in einem zeitlich klar umrissenen Rahmen in einer Pflegefamilie. Die Dauer der Kurzzeitpflege steht in Abhängigkeit mit dem Grund der Inpflegegabe. Man kann davon ausgehen, dass die Hilfe für kürzere Zeit angelegt ist, von wenigen Tagen bis zu mehreren Monaten. Die Perspektive ist meistens die Rückkehr des Pflegekindes in die ursprüngliche Familie.

Oftmals geht die Inpflegegabe eines Kindes in Kurzzeitpflege mit einer Not- und Krisensituation einher. Diese hat ihre Gründe meist in der vorübergehenden Abwesenheit der erziehungsberechtigten Eltern oder eines Elternteiles oder in einer Eskalation von Konflikten in der Herkunftsfamilie (vgl. Inobhutnahme).

Man kann sich vorstellen, dass es für Kinder schon eigenartig ist, wenn sie, wenn auch nur für eine begrenzte Zeit, aber eben 24 Stunden am Tag, in einer anderen Familie leben. Deshalb muss von den Pflegeeltern viel Einfühlungsvermögen in das Kind verlangt werden können.

Zum einen weil die natürlichen Beziehungen zur Herkunftsfamilie und zum gewohnten sozialem Umfeld, wie Stadtteil, Schule, Freunde, Vereine, etc. aufrechterhalten werden sollen und zum anderen soll sich das Kind an die veränderten Bedingungen gewöhnen. Pflegeeltern, aber natürlich auch deren Kinder, haben es unter Umständen mit ständig wechselnden „neuen“ Kindern zu tun, mit all ihren Originalitäten, Bedürfnissen, Emotionen, Verhaltensweisen und deren sozialen Kontakten.

Diese müssen ernst genommen werden, ohne die eigene Familie in einem ständigen Wechselbad von Anpassung und Neuorientierung zu überfordern.