Integration

Die Integration eines Pflegekindes in die Pflegefamilie verläuft nach Nienstedt/ Westermann modellhaft in drei spezifischen Phasen. Das Verhalten des Pflegekindes wird hierbei nicht bewusst von ihm gesteuert.

Anpassung

Zu Beginn des Pflegeverhältnisses passt sich das Pflegekind an die Pflegefamilie an. Es nimmt für diese Anstrengung all seine Kräfte zusammen, stellt eigene Wünsche und Bedürfnisse zurück und versucht, den Ansprüchen der anderen gerecht zu werden.

Übertragung

Das Pflegekind verwechselt Pflegeeltern und leibliche Eltern und überträgt Verhaltensweisen, die es gegenüber den leiblichen Eltern gern gezeigt hätte, auf die Pflegeeltern. Dabei werden gegenüber den Pflegeeltern Forderungen und Klagen geäussert, die eigentlich den leiblichen Eltern gelten und psychisch der Distanzierung von diesen dienen. Da die leiblichen Eltern aber als „Distanzierungsobjekt“ nicht anwesend sind, wird die Reaktion, die ihnen gilt, auf die Pflegeeltern übertragen. Dieser Distanzierungsprozess ist für das Kind notwendig, für Pflegeeltern jedoch schmerzhaft weil sie sich oft ungerecht behandelt fühlen können.

Regression

Das Pflegekind holt den Beziehungsaufbau nach und verhält sich dabei nicht entsprechend seinem tatsächlichen Alter, sondern fällt in kindliche Verhaltensweisen zurück. So kann es beispielsweise wieder Babysprache nutzen oder aus der Flasche trinken wollen etc.