Hilfeplan

Der Hilfeplan ist ein Mittel zur Steuerung der Jugendhilfe im Einzelfall (§ 36 II Satz 2 SGB VIII). Er dient dem Zweck, die Zusammenarbeit der an der Hilfe Beteiligten zu koordinieren und ist somit die Grundlage für die Ausgestaltung der Hilfe.

Der Hilfeplan ist vom Jugendamt mit allen an der Hilfe Beteiligten zu erstellen (vgl. Hilfeplan Beteiligte).

Der Hilfeplan umfasst alles Wissenswerte und Notwendige über das Zustandekommen der Hilfe zur Erziehung, beschreibt die Situation des Kindes und der Familie, benennt die Zielsetzung des Pflegeverhältnisses, hält die Vereinbarungen über die Zusammenarbeit zwischen Jugendamt, Herkunftseltern und Pflegeeltern fest, (wer ist für was zuständig und wer übernimmt welche Aufgaben und Pflichten), legt Termine z.B. Besuchskontakte fest und formuliert eine Zukunftsprognose (vgl. Hilfeplaninhalte, Zielorientiertes Arbeiten). Er hat den Charakter einer Vereinbarung zwischen den an der Hilfe Beteiligten.

Jedes Jugendamt hat eine eigene äußere Form dieser Vereinbarung entwickelt. Manche Ju-gendämter führen eine Art formloses Protokoll, die meisten Jugendämter benutzen jedoch Hilfeplan-Formulare. Egal wie die äußere Form aussieht, alle Beteiligten, also auch die Pflegeeltern, haben diese Vereinbarung zu unterschreiben und bekommen eine Kopie zur Verfügung gestellt.

Der Hilfeplan ist nicht nur ein Vereinbarung, sondern darüber hinaus auch eine Arbeitsmethode, die es ermöglicht, dass

  1. alle Beteiligten die gleichen Informationen erhalten und somit Kommunikationdefizite möglichst gering gehalten werden
  2. gemeinsam getroffene Vereinbarungen klar festgehalten und somit verbindlich werden
  3. kontrolliert werden kann, ob die Vereinbarungen eingehalten werden
  4. der Verlauf der Hilfeleistung für alle nachvollziehbar ist
  5. festgestellt werden kann, ob die Vereinbarungen sinnvoll und in die Praxis umsetzbar sind
  6. die Vereinbarungen gemeinsam verändert werden können, wenn sie sich als nicht hilfreich und praktikabel erwiesen haben.

Der Hilfeplan ist kein einmal geschlossener starrer und unveränderbarer Vertrag. Anfänglich öfter, später, nach längerem Aufenthalt des Kindes in der Pflegefamilie, mindestens einmal jährlich wird der Hilfeplan „fortgeschrieben“. Das bedeutet, dass eine erneute Bestandsaufnahme gemacht wird und ggf. neue Ziele definiert werden.

Lesen Sie hierzu auch unsere Fachartikel zum Hilfeplan.
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Kommentar
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Ein ständiger Begleiter in ihrem Pflegeelterndasein ist der Hilfeplan.

Wie das Wort schon beinhaltet handelt es sich um einen Plan, der gemacht wird, um die notwendige Hilfe für das Kind zu planen. Aus Erfahrung weiß ich, dass oft gerade dieses für uns Pflegeeltern sehr gute Hilfsmittel unterschätzt wird und etwas als notwendiges Übel abgetan wird. In der Praxis ist dies aber die beste Möglichkeit gemeinsam mit dem Jugendamt und den Herkunftseltern Ziele und Wege zu suchen, bzw. zu finden, die der weiteren Entwicklung des Kindes förderlich sind.

Hier wird nicht nur festgehalten welche Ziele bereits erreicht wurden, sondern auch welche Ziele in der näheren Zukunft erreicht werden sollen.

Scheuen sie sich nicht, ihre Meinung mit einzubringen. Wenn sie feststellen, dass die neu gesetzten Ziele zu hoch und nicht erreichbar sind, teilen sie dies sofort mit, denn nichts ist für ihr Kind demotivierender, als unerreichte Ziele.

Hier sollten auch Besuchskontakte geregelt werden. Absprachen, wie z. Bsp. „wöchentlich“, „einmal im Monat“ oder gar „werden in Absprache zwischen den Pflegeeltern und der Herkunftsfamilie geregelt“, sind zu unkonkret und helfen in der Regel nicht. Nicht nur Pflegeeltern haben Aufgaben zu erfüllen. Nein !!! Auch die Herkunftseltern.

Der Hilfeplan ist ein Instrument, mit dem abgerechnet werden kann, wer welche Aufgaben erfüllt hat und somit seinen Verpflichtungen nachgekommen ist. Gerade, wenn eine Rückführung geplant, bzw. nicht ausgeschlossen ist. Nach unserer Auffassung muss dort genau geregelt sein, an welchem Tag ? von ? bis und wo der Besuch stattfindet. Nur so kann festgestellt werden, ob die Termine eingehalten wurden. Ausreden, wie: ich konnte die Pflegeeltern nicht erreichen, oder ich war da, aber sie waren nicht zu Hause, fallen dann weg.

Auch sie selbst können ihren Wochenablauf besser und kontinuierlicher planen. Auch die Kinder können sich besser auf die Besuche einstellen und feststellen, wie zuverlässig die Eltern sind. Wir wollen hier an dieser Stelle Mut machen! Mut, sich wirklich einzubringen!

Bedenken sie bitte, die Mitarbeiter in den Jugendämtern sind darauf angewiesen von ihnen zu erfahren was in der Vergangenheit weniger gut, oder auch gut geklappt hat, um dann auch die richtige Hilfeplanfortschreibung mit ihnen und ihrem Kind machen zu können.

Conny Storch, Landesverband der Adotiv- und Pflegeeltern Sachsen-Anhalt