Herausnahme, Kind aus Pflegefamilie

Das Pflegekind kann auf Grund verschiedener Rechtsgrundlagen aus der Pflegefamilie herausgenommen werden.

Die Hilfe zur Erziehung in der Pflegefamilie kann durch einen veränderten Hilfeplan einvernehmlich beendet werden, wenn der erzieherische Bedarf nicht mehr da ist oder sich so geändert hat, dass eine andere Hilfeform notwendig ist (bspw. Heimerziehung). Dann wird das Kind aus der Familie „heruasgenommen“.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Hilfe aber auch ohne Einvernehmen beendet werden.

Zum einen kann der Sorgeberechtigte die Herausgabe auf der Grundlage des § 1632 I BGB verlangen. Dies gilt jedoch nicht, wenn eine Verbleibensanordnung erwirkt wurde oder sich das Kind in Obhut befindet.

Andererseits kann das Jugendamt das Kind aus einer Pflegefamilie herausnehmen, wenn Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass der Aufenthalt in der Familie eine Gefahr für das Kinderwohl ist und ein sofortiges Handeln unumgänglich ist (§ 43 SGB VIII). Diese Herausnahme kann auch ohne Zustimmung des Sorgeberechtigten erfolgen, der aber sofort zu informieren ist. Dieses Recht des Jugendamtes ist Ausfluss seines Wächteramtes und ist das Pendant zur Inbohutnahme.