Heimerziehung

In der Regel ist diese Hilfe zur Erziehung über Tag und Nacht. Das heißt, dass die Kinder und Jugendlichen von ausgebildeten Pädagogen/innen im Schichtdienst rund um die Uhr betreut werden.

In den Gruppen leben 6 – 10 Kinder und Jugendliche, je nach pädagogischer Konzeption, meist in Einzel – oder Doppelzimmern. Die Gruppen können sich aus nur weiblichen oder männlichen Kindern und Jugendlichen bzw. koedukativ (gemischt weiblich und männ-lich) zusammensetzen.

Es gibt sehr verschiedene Heime mit unterschiedlichen konzeptionellen Ansätzen. So bieten manche Heime besondere Förder- und Therapiemöglichkeiten, spezielle Schulen oder berufliche Ausbildungsangebote. Wichtig dabei ist, dass die Verbindung von Alltagserleben mit pädagogischen und therapeutischen Angeboten die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen fördert.

Zum Beispiel halten viele Heime für ältere Jugendliche (ab etwa 16 Jahren) Wohnungen vor, in denen schrittweise die Selbständigkeit geübt werden kann. In diesem Fall bietet die Heimerziehung eine auf längere Zeit angelegte Lebensform mit der Vorbereitung auf ein selbständiges Leben.

Die Dauer der Hilfe orientiert sich am individuellen Bedarf und an den, im Hilfeplan, festgelegten Zielen. Diese werden gemeinsam mit den Beteiligten, also dem Kind/ Jugendlichen selbst, den Erzieher/innen, Therapeuten/innen und den Eltern besprochen. Die Heimerziehung soll, je nach Möglichkeiten der Verbesserung der Erziehungsbedingungen in der Herkunftsfamilie und dem Entwicklungsstand des Kindes oder Jugendlichen, eine Rückkehr in die Familie ermöglichen oder die Erziehung in einer anderen Familie vorbereiten. Eine funktionierende Zusammenarbeit zwischen den Eltern (der Familie) und dem Heim kann hierbei den Erfolg mitbestimmen.