Heilpädagogische Pflege

Für Kinder mit besonderen Entwicklungsproblemen oder Lebensbedingungen sind in der Hilfe zur Erziehung besondere Pflegestellen notwendig. Die Pflegepersonen in diesen besonderen Pflegestellen sind überwiegend Fachkräfte mit entsprechender Vorbildung oder besonders geeignet. Eine Sonderpflegestelle kann sich aber auch aufgrund besonderer Bedürfnisse des Pflegekindes z.B. durch Behinderung, bei der Aufnahme älterer Kinder, Geschwistern etc. erforderlich machen.

Eine heilpädagogische Pflegestelle hat in besonderer Weise den Auftrag, besonders entwick-lungsbeeinträchtige, seelisch, körperlich oder geistig behinderte oder von einer solchen Be-hinderung bedrohte Kinder und Jugendliche aufzunehmen, die neben einem medizinischen und therapeutischen einen erzieherischen Hilfebedarf zeigen. Neben den Bestimmungen des § 33 KJHG kann in dieser Pflegeform auch § 35 a KJHG (Seelische Behinderung) zum Tragen kommen.

Grundsätzlich ist auch die Heilpädagogische Pflege eine langfristige Hilfeform. Die Zeitdauer ist, wie bei einer Dauerpflege, von verschiedenen Faktoren abhängig und lässt ein Ende der Pflege nur in wenigen Fällen vermuten. Aufgrund des erhöhten Förderbedarfs der Pflegekinder ist eine langfristige Absicherung notwendig. Der individuelle Bedarf und die daraus folgenden notwendigen Leistungen werden im Hilfeplan festgeschrieben und regelmäßig über-prüft. Die Notwendigkeit einer sozialpädagogischen Betreuung wird durch die Bestätigung einer psychologischen und/ oder medizinischen Diagnose bestätigt.

Es können nur Personen Pflegepersonen heilpädagogische Pflegeeltern werden und sein, die besondere Eignungskriterien erfüllen. Entwicklungsbeeinträchtigte, seelisch und/ oder körper-lich behinderte Kinder und Jugendliche wirken mit ihren Besonderheiten, ihrem Verhalten und ihren Auffälligkeiten erschwerend auf ein Familiensystem. Sie stellen höhere Anforde-rungen an Frustrationstoleranz, Kompromissbereitschaft und Geduld von Pflegefamilien. Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen haben diese Kinder und Jugendlichen tiefe Bin-dungserwartungen, Sehnsüchte und Wünsche. Konzepte von Einfühlsamkeit und Berücksichtigung der speziellen Art der Behinderung sowie bisheriger Bindungserfahrungen haben eine hohe Bedeutung. Für die besonderen Leistungen in der Sozialpädagogischen Pflege wird ein erhöhtes Pflegegeld gezahlt.