Getrennt lebende Pflegeeltern

Durch die Trennung oder Scheidung von Pflegeeltern erlebt das Pflegekind eine zusätzliche Trennungsbelastung.

Nicht nur der Trennungs- und Scheidungsprozess und vorgelagerte Beziehungsprobleme der Eltern hat Auswirkungen auf die Emotionen und kann Angst, Wut und Trauer erzeugen, auch die tatsächliche Trennung kann beim Pflegekind Erinnerungen an die Trennung von seinen leiblichen Eltern hervorrufen.

Die intensive Begleitung von Pflegekindern, aber auch der leiblichen Kinder ist von besonderer Bedeutung für das psychische Wohlbefinden des Pflegekindes. Aus diesem Grunde ist eine Trennung oder Scheidung beim zuständigen Jugendamt unbedingt anzugeben (vgl. Zusammenarbeit mit dem Jugendamt).

Die Trennung von Pflegeeltern bedeutet nicht, dass ein Pflegeverhältnis beendet ist. Denn zum einen werden beide Pflegepersonen durch die Auswahl als Pflegeeltern (Bewerbung um ein Pflegekind) als geeignet angesehen ein Pflegekind zu betreuen und zum anderen könnte die erzwungene Trennung von dem verbleibenden Pflegeelternteil das Kind seiner gesicherten Beziehung berauben. Im Hinblick auf den Grundsatz der am wenigsten schädlichen Alternative für das Wohl des Kindes, hier insbesondere der Sicherung von Bindungen, hat das Kind auch unter erscherten Bedingungen in der Pflegefamilie zu verbleiben.

Rechtlich gesehen geniesst das Ein-Pflegeeltern-Betreuungsverhältnis den gleichen Schutz wie die Betreuung leiblicher Kinder. Dem Pflegekind steht mit dem getrennt lebenden Pflegeelternteil das Recht auf Umgang zu, wenn der Umgang dem Kindeswohl dient.