Familienpflege

Unter Familienpflege ist ein Sammelbegriff zu verstehen, der im Zusammenhang der Hilfen zur Erziehung verschiedene Formen der Pflege eines Kindes außerhalb der eigenen Familie umfasst. Diese resultieren aus unterschiedlichen Gründen und Zielen einer Pflege. Grundsätzlich werden durch das Kinder- und Jugendhilfegesetz die Vollzeitpflege und die Tagespflege definiert.

Bei einer Tagespflege werden Kinder entweder einen Teil des Tages oder ganztags von einer Pflegeperson betreut. Sie ist als eine die Familie ergänzende und unterstützende Pflegeform konzipiert und werden vielerorts in der Bundesrepublik als Ergänzung von Kindertagesstätten gefördert und unterstützt.

Die Vollzeitpflege ist eine Hilfe zur Erziehung, auf die Personensorgeberechtigte eine Anspruch haben, wenn sie eine dem Wohl des Kindes förderliche Erziehung und Betreuung nicht in ausreichendem Maße gewährleisten können. Aus dem Text des § 33 KJHG lässt sich die Vollzeitpflege in Kurzzeitpflege, Pflege auf Dauer, Pflege auf Zeit und Verwandtenpflege differenzieren.

Kinder mit einem besonderen erzieherischen Bedarf oder Bedarf an intensiverer medizinischer Betreuung, sollen in Sonderpflegestellen (Sozialpädagogische Pflege, Heilpädagogische Pflege) untergebracht werden. Eine weitere Form von Familienpflege ist die Bereitschaftspflege. Hier werden Kinder aus Krisen- und Notsituationen in einer speziell ausgesuchten und geschulten Familie untergebracht, um im Verlauf eines halben Jahres über den weiteren Verbleib des Kindes zu entscheiden.