Bewerbung

Vor der Aufnahme eines Pflegekindes müssen sich die potenziellen Pflegeeltern an ihr Jugendamt wenden. Die Mitarbeiter/ Mitarbeiterinnen informieren die Bewerber über die Bedingungen und Möglichkeiten der Vermittlung eines Kindes und macht sich selbst ein Bild von den Bewerbern. Dazu gehört, dass die Bewerber z.B. einen Bewerberfragebogen ausfüllen, Gespräche mit der Fachkraft führen (auch in der eigenen Wohnung), und an Vorbereitungsseminaren teilnehmen.

Die Bewerberfragebögen, die überwiegend einen vergleichbaren Inhalt haben, dienen als Grundlage und Einstieg in die Gespräche zwischen Fachkraft und den Bewerbern. Es wird u.a. gefragt nach: den Personalien der Bewerber, Eheschließung, eventuellen früheren Ehen, Kindern in der Familie, anderen Personen in der Haushaltsgemeinschaft, den Eltern und Geschwistern der Bewerber, Schul- und Berufsabschlüssen, Freizeitinteressen, Vorstrafen, Krankheiten, Wohnsituation, finanziellem Einkommen, Schulden der Familie.

Ergänzend zum Bewerberfragebogen werden die Bewerber gebeten, Fragen zum gewünschten Kind und zum Umgang mit diesem Kind zu beantworten z.B.:

  • Was ist für Sie in der Erziehung eines Kindes wichtig?
  • Wo sehen Sie Ihre besondere Fähigkeiten bei der Förderung eines Kindes?
  • Welche Erwartungen haben Sie an die schulische und berufliche Entwicklung des Kindes?
  • Mit wem haben Sie über Ihren Wunsch, ein Kind aufzunehmen, gesprochen und wie wa-ren die Reaktionen?
  • Was möchten Sie über das Kind, seine Vorgeschichte und seine Herkunftsfamilie wissen?
  • Wie stehen Sie zu Kontakten des Kindes mit seinen bisherigen Bezugspersonen?
  • Haben Sie die Absicht das Kind über seine Herkunft und Lebensgeschichte zu informieren?
  • Wann würden Sie das Kind informieren wollen?
  • Wie würden Sie reagieren, wenn das Kind Kontakt zu seinen leiblichen Eltern wünschte?
  • Was würde sich in Ihrem persönlichen Leben durch die Aufnahme eines Kindes ändern?

Darüber hinaus wird erwartet, dass die Bewerber aus ihrer eigenen Kindheit und Erziehung berichten können. Oft wird auch ein umfassender Lebenslauf gefordert, ebenso eine Selbsteinschätzung über den Umgang mit anderen. Es wird auch nachgefragt, welche Kinder die Bewerber sich zutrauen würden: mehrere Kinder, Behinderung(en) des Kindes, ein nicht ganz gesunde Kind, ein Kind mit erheblichen Verhaltensauffälligkeiten…