Bereitschaftspflege

Bereitschaftspflege ist die zeitlich begrenzte Unterbringung eine Kindes in einer besonders ausgewählten und geschulten Pflegefamilie mit dem Ziel, diese Übergangszeit zu nutzen, um die weitere Zukunftsperspektiven für das Kind klären zu können. Es muss eruiert werden welcher erzieherische Bedarf besteht und welche notwendigen Leistungen sich daraus ergeben. Es wird geprüft, ob das Kind von der Bereitschaftspflege aus zurück in die Herkunftsfamilie gehen kann, eine Vollzeitpflege oder auch in ein Heim vermittelt werden soll.

Die Zeit in der Bereitschaftspflege dient auch dazu, rechtliche Fragen zu klären, die Situation der Herkunftsfamilie zu verdeutlichen, die Bedürfnisse des Kindes zu erkennen, die passende Pflegefamilie oder das passende Heim zu finden.

Rechtsgrundlage für die Unterbringung von Kindern und Jugendlichen in akuten Notsituationen und bei Gefährdung des Kindeswohls sind der § 42 KJHG und § 43 KJHG (vgl. Inobhutnahme. Kann die weitere Unterbringung der betreffenden Kinder und Jugendlichen nicht in kurzer Zeit (24 Stunden) geklärt werden müssen die Bestimmungen des § 33 KJHG als Grundlage für eine weitere Unterbringung in familiärer Bereitschaftsbetreuung greifen.

Die Pflegefamilie hat die Pflegekinder aufzufangen und zu betreuen, sowie bei der Klärung des weiteren Fallverlaufs mitzuwirken. Bereitschaftspflegestellen sichern die Grundversorgung des Kindes bzw. Jugendlichen, nehmen notwendige Arzt- oder Therapietermine wahr. Dazu zählen Unterkunft, Verpflegung, hauswirtschaftliche Leistungen, Aufsicht und Betreuung, Gesundheitsvorsorge, Freizeitgestaltung und Organisation des Lebensalltags.

Bereitschaftspflegeeltern haben neben den Alltagsaufgaben im Zusammenleben an der Abklärung und der Perspektivgestaltung der Pflegekinder und der Erarbeitung eines ersten Hilfeplanes mitzuwirken.

Pflegepersonen familiärer Bereitschaftsbetreuung sind sehr häufig mit einem ständigen Wechsel von Kindern und Jugendlichen konfrontiert. Ein Bereitschaftspflegeverhältnis ist kaum planbar und trifft herausgenommene Kinder und Jugendliche, sowie Bereitschaftspflegeeltern in der Regel unvorbereitet oder zu mindestens sehr kurzfristig. Daraus resultiert vor allem auf Seiten der Kinder eine große Unsicherheit hinsichtlich des weiteren Verlaufs der Trennung von den Eltern. Bereitschaftspflegefamilien müssen mit Ambivalenzen und den verschiedenen Erwartungen der Beteiligten leben können. Um die außergewöhnliche psychische und physische Belastung verkraften zu können benötigen Bereitschaftspflegefamilien immer wieder Zeiten der Ruhe, um die familiäre Identität zu stärken.

Für die besonderen Leistungen in der Bereitschaftspflege wird ein erhöhtes Pflegegeld gezahlt.