Beratung Begleitung Herkunftsfamilie

Während der gesamten Dauer der Pflege haben Herkunftseltern in der Regel das Recht und die Pflicht an der Gestaltung des Pflegeverhältnisses mitzuwirken (Hilfeplan) und mit den Beteiligten zusammenzuarbeiten (§ 37 KJHG). Damit Herkunftseltern konstruktiv mitarbeiten können, müssen sie begleitet und unterstützt werden. Insbesondere ist dies bei einer möglichen Rückführung des Pflegekindes in die Herkunftsfamilie notwendig.

Die Begleitung und Beratung der Herkunftsfamilie während des gesamten Pflegeverhältnisses hat aus zweierlei Gründen eine immense Bedeutung für den Fallverlauf, also für die Entwicklung des Kindes und seiner Beziehungen.

  • Erstens weil die Perspektive des Kindes nur im Zusammenhang von dem Willen und den Möglichkeiten der Herkunftsfamilie, bestimmte Lebensbereiche zu verändern, abhängt.
  • Zweitens ist die Sichtweise der Herkunftsfamilie auf das Pflegeverhältnis, das Beziehungssystem des Pflegekindes, von entscheidender Bedeutung.

Die Herkunftseltern wollen und müssen in ihren Befindlichkeiten ernst genommen werden. Sie haben durch die Aufnahme des Kindes in die Pflegefamilie eine veränderte Rolle. Sie sind nämlich abgebende Eltern, die sich vielleicht als die versagenden fühlen und Schuldgefühle entwickeln. Sie sind zu beraten und zu begleiten, ihre neue Rolle anzunehmen und dem Kind eine angstfreie Entwicklung in der Pflegefamilie zu ermöglichen.

Nur wenn auch die Herkunftsfamilie sich in der Lage sieht diese Situation zu verarbeiten, können sie dem Pflegeverhältnis positiv gegenübertreten. Dazu gehört auch, dass die Herkunftsfamilie über die mögliche Perspektive des Pflegekindes in der Pflegefamilie zu verbleiben, wenn sich Bindungsprioritäten verändert haben, in aller Offenheit aufgeklärt wird.