Ausbildung

Wenn Pflegekinder eine Ausbildung beginnen ist der Ausbildungsvertrag vom Sorgeberechtigten zu unterschreiben, da dies nicht zu den Angelegenheiten des täglichen Lebens gehört (vgl. Sorgerecht). Ist ein Vormund bestellt oder sind die Pflegeeltern selbst Vormund muss das Vormundschaftsgericht dem Abschluss des Vertrages zustimmen (§ 1822 Nr. 6 BGB). Der Vertrag ist dem zuständigen Rechtspfleger des Vormundschaftsgerichtes vorzulegen.

Da Jugendhilfe eine Sozialleistung ist und diese nur erbracht werden, soweit man sich nicht selbst helfen kann, muss die Ausbildungsvergütung zum Teil an das Jugendamt gezahlt werden (vgl. Heranziehung, auch wenn dies hinsichtlich der Motivation zu arbeiten, kritisch zu beurteilen ist.

Während der Ausbildung kann ein Anspruch auf Ausbildungsförderung bestehen.

Ein Jugendlicher, der eine weiter entfernt liegende Ausbildungsstelle annimmt, so dass er an den Ausbildungsort ziehen muss, verliert dadurch nicht seinen Anspruch auf Hilfe zur Erziehung, soweit diese weiter nötig ist. Folgende Alternativen kommen in Betracht:

  • Der Jugendliche wechselt in eine Jugendhilfemaßnahme am Ausbildungsort.
  • Der Jugendliche will seine Pflegeeltern weiter als Ansprechpartner behalten. Das Pflegeverhältnis wird nicht gelöst, die Eltern bekommen jedoch einen geringeren Erziehungsbeitrag.