Antragsrecht Jugendhilfe

Jugendhilfe steht nicht dem Kind, sondern dem Sorgeberechtigten zu (§ 27 SGB VIII). Der Sorgeberechtigte hat den Antrag auf Hilfe zur Erziehung zu stellen. Er kann ihn auch jederzeit zurücknehmen, was das Ende der Hilfe bedeuten würde. In einem solchen Fall ist jedoch zu prüfen, ob damit nicht das Kindeswohl gefährdet wird, was zu einem Entzug der elterlichen Sorge führen kann (vgl. Sorgerechtsentzug).

Grundsätzlich sind die Eltern sorgeberechtigt. Ihnen steht das Antragsrecht jedoch nicht zu, wenn es ihnen gerichtlich entzogen und ein Pfleger oder Vormund bestellt wurde. In der Praxis kommt es oft vor, dass den Eltern durch Gerichtsbeschluss gerade das Antragsrecht nach dem SGB VIII und das Aufenthaltsbestimmungsrecht entzogen und auf einen Pfleger übertragen worden ist. Dies ist dann der Fall, wenn die Eltern an und für sich in der Lage sind, das Sorgerecht auszuüben, sich jedoch weigern, eine notwendige Jugendhilfemaßnahme zu beantragen.