Anpassung

Die Anpassungsphase, die erste Phase im Integrationsprozess, wird einerseits durch die Freude der Pflegefamilie und deren Visionen über die Zeit mit dem neuen Kind geprägt. Das Pflegekind hingegen verhält sich, entsprechend seines Alters und der bisherigen Erfahrungen, eher abwartend. Es ist auch möglich, dass es erst einmal angepasstes Verhalten zeigt und die Freude der neuen Eltern kopiert. Das heißt, dass das Pflegekind in der Phase all seine Energie zusammennimmt, um mit der neuen Situation zurecht zu kommen. Es verhält sich meist sehr angepasst und fühlt sich scheinbar wohl. Das Kind versteckt seine Trauer, die durch die Trennung da ist. Diese versteckte, nicht offen gezeigte Trauer belastet das Kind enorm.

Das Pflegekind wagt es nicht, so zu sein, wie es ist. Es versteckt seine Gefühle wie Zorn, Wut aber auch Angst und Hilflosigkeit. Das Pflegekind wird vorerst durch die vielen neuen Eindrücke über Personen und Umfeld abgelenkt. Die Pflegeeltern fühlen sich in ihrem Handeln bestätigt und halten die bisherigen Maßnahmen, die in bester Absicht, nur dem Wohle des Kindes dienen sollen, für gelungen. Das kann beim Kind Unverständnis hervorrufen, denn es fühlt sich ja in der Familie noch lange nicht dazu gehörig.

Das bedeutet, das Kind braucht Zeit, um das neue zu Hause akzeptieren zu können und um sich in der neuen Lebensumwelt zurecht zu finden. Es darf auf keinen Fall mit einem zu hohen Anforderungsdruck überfordert werden. In die Regeln und Rituale der neuen Familie sollte es ganz behutsam eingeführt werden. Wenn es manche nicht akzeptieren kann oder will, sollte jeder Beteiligte vorerst tolerant sein und versuchen, die Ursachen dafür zu ergründen.

Beispiel: Für ein Kind, das immer wieder in den kalten und dunklen Keller gesperrt wurde, kann die Anforderung, das Licht zur Nacht auszumachen eine Zumutung sein.