Pressemitteilung BAGLJÄ

Vom 13.-15.November 2002 trafen sich die Mitglieder der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter zu ihrer 93. Arbeitstagung in Würzburg.

Hier setzten sich die Leiterinnen und Leiter der Landesjugendämter u.a. mit bundesweiten Entwicklungen im Pflegekinderwesen auseinander. In diesem Zusammenhang beschlossen sie eine aktualisierte Fassung des Papiers „Hilfe zur Erziehung in Pflegefamilien und in familienähnlichen Formen“, welches neue Impulse für die Praxis liefern soll.

Es bestand Einigkeit, dass das Papier als Hilfestellung zur Einschätzung der Möglichkeiten einer Hilfeform, zu Fragen der inhaltlichen Abgrenzung, zur Bedeutung des Beziehungsgefüges Pflegefamilie/Familiengruppe-Herkunftsfamilie und zu rechtlichen Aspekten und Erziehungsfragen anzusehen sei. Das verabschiedete Papier enthält grundsätzliche Anmerkungen zur Rechtsbeziehung zwischen der Herkunftsfamilie, dem Jugendamt und der Pflegeperson bzw. einem freien Träger der Jugendhilfe.

Ferner sind zur Klärung der in der Praxis aufgetretenen Differenzierungsprobleme Abgrenzungskriterien und Unterscheidungsmerkmale für die erzieherischen Hilfen nach § 33 und § 34 SGB VIII erarbeitet und dem Papier als Anlage beigefügt worden.

Die Tagungsteilnehmer betonten, dass Initiativen der unterschiedlichen mit dem Pflegekinderwesen befassten Bereiche in den letzten Jahren deutlich gemacht hätten, dass jede Form der Weiterentwicklung unterschiedlichen Interessenlagen gerecht werden müsse und sie oftmals durch das komplexe Spannungsfeld gesellschaftlicher und persönlicher Interessenlagen blockiert würden. Das in Würzburg verabschiedete Papier der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter soll dazu beitragen, die Diskussion zu fördern und gleichzeitig eine Orientierungshilfe für die Praxis darstellen.