Erziehungsberatung nach § 28 KJHG

Erziehungsberatung ist ein Angebot für Eltern und Kinder, wie auch für Pflegeeltern und Pflegekindern.

Erziehungsberatungsstellen, wie im § 28 KJHG beschrieben, finden sich in allen Landkreisen und kreisfreien Städten. Sie werden von den unterschiedlichsten Trägern, wie z.B. dem Diakonischen Werk, der AWO und anderen freien Trägern betrieben. Oft ist auch der Landkreis selbst der Träger. Viele Erziehungsberatungsstellen sind mit anderen Beratungsstellen wie Ehe- und Familienberatung, Trennungs- und Scheidungsberatung oder Schuldnerberatung verbunden, nicht um Daten einfach auszutauschen, sondern um Synergien, wie Beratungsräume, Sekretariat und anderes, zu nutzen.

Der Besuch einer Erziehungsberatungsstelle ist ein offenes Angebot an Kinder, Jugendliche und Familien. Viele problematische Situationen im Familienleben machen Eltern, aber auch Kinder oft ratlos. Sie sind scheinbar in einer Sackgasse, aus der sie in manchen Fällen ohne Beratung nicht herausfinden. Erziehungsberatungsstellen sollen genau dort Familien oder einzelne Familienmitglieder beraten. Es soll der Verhärtung von Problemen vorgebeugt und rechtzeitig Lösungen erarbeitet werden. Aufgabenschwerpunkte von Erziehungsberatung sind:

  • beratende Intervention (Unterstützung von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien bei dem Verständnis und der Bewältigung entstandener Probleme)
  • therapeutische Intervention (auf einen bestimmten Zeitraum angelegte, methodisch strukturierte Beziehungen, die Verhaltensänderungen bewirken sollen)
  • präventive Multiplikatorenarbeit (Beratung und Unterstützung von Eltern, Lehrkräften und Erziehern/innen etc., um Probleme der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen frühzeitig zu erkennen und eigene Lösungskompetenzen zu stärken)
  • präventive Information (Öffentlichkeitsarbeit und politische Einflussnahme, um Belastungen in den Lebensfeldern von Kindern und Jugendlichen zu identifizieren und Veränderungen zu bewirken)“ –(Münder u.a.: Frankfurter Lehr- und Praxiskommentar zum KJHG, Münster 1993, S. 247)

Erziehungsberatungsstellen können ohne Aufforderung des Jugendamtes aufgesucht werden. Oftmals werden Eltern auch in den Beratungsgesprächen im Jugendamt auf die Existenz von Erziehungsberatung hingewiesen. Beratungsgespräche werden immer mit der notwendigen Diskretion, ohne Weitergabe persönlicher Daten geführt. In Beratungsstellen arbeiten Psychologen/innen, Pädagogen/innen und manchmal auch Ärzte/innen. Viele Mitarbeiter/innen von Beratungsstellen haben sich in berufsbegleitenden Fortbildungen auf eine oder mehrere therapeutische und handlungsorientierte Methoden (z.B. familiensystemische, gestaltpädagogische, verhaltenstherapeutische Ansätze) spezialisiert. Eine Liste von Beratungsstellen in Ihrem Landkreis finden sie hier.

Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung