Lesen lesen

Lesen kann so vieles sein: Vergnügen, Lernen, Entspannung. Inspiriert durch die Leipziger Buchmesse haben wir ganz unterschiedliche Menschen gefragt, was sie so lesen. Hier finden Sie die Antworten. Vielleicht ist ja etwas dabei, was Ihnen über den Sommer hilft.
Angeregt durch die Leipziger Buchmesse haben wir für sie nachgefragt:

  • Was lesen sie täglich und regelmäßig?
  • Was lesen sie jetzt gerade?
  • Gibt es das besondere Buch?
  • Haben sie ein Lieblingsbuch?

Möchten sie mal was anderes lesen, so zum schmökern für das Wochenende oder den Urlaub?
Suchen sie noch eine Anregung in Richtung gute, spannende Literatur?
Interessiert es sie, was die Leute so jenseits der der Fachliteratur für Pflegefamilien lesen?
Nicht nur Pflegeeltern kamen zu Wort.

Entstanden sind einige Interviews über die Lesegewohnheiten von verschiedensten Menschen, verschiedenen Alters und Berufsgruppen. Dadurch ergab sich eine Sammlung von Buchtiteln und unterschiedlichsten Zeitschriften, die wir ihnen gerne auf diese Weise vorstellen möchten. Diese Literatur wurde für diese Seite empfohlen, weil sie den Lesern entweder sehr viel Spaß gemacht haben, sehr spannend, lehrreich oder besonders anregend war. Es gibt Mehrfachnennungen von Literatur und spannende, oft schon in persönliche Vergessenheit geratene Klassiker begegnen dem Besucher hier als Lesetip wieder. Viel Spaß nun ihrerseits beim schmökern! Lassen sie sich zum Lesen verführen, anregen, inspirieren…..- Vielleicht auch zum Mitmachen und diese Seite wächst durch sie weiter, schicken sie uns ihre Empfehlungen, Lesegewohnheiten und Lieblingsliteratur und das Monatsthema wird zum „Dauerbrenner“!……

Unsere „Testleser“

 

Erzieherin, Aura-Soma –Therapeutin, 48

 

Was lesen sie täglich und regelmäßig?
Ich lese was so `rumliegt, Flyer und Werbeschriften beim Kaffee. Ich lasse mich davon anregen. Manchmal fehlt mir jede Konzentration für ein Buch oder längere Artikel. Die Tageszeitung von vorn bis hinten durchzulesen, wie z.B., mein Mann; das kann ich gar nicht. Manchmal lese ich tageweise gar nichts. Informationen allgemein erreichen mich ausreichend durch Radio und TV-Nachrichten oder das Internet. Regionales erfahre ich auch so in Gesprächen mit Nachbarn, in Geschäften und die Todesanzeigen interessieren mich noch nicht, da ich als Zugezogene sowieso niemanden dieser Generation so gut kenne. Sonst habe ich die GEO und die GESCHICHTE abboniert und finde sie ziemlich kompakt und qualitativ hoch zu bewerten. Die kommen beide monatlich, die GESCHICHTE beschäftigt sich im Moment mit historischen Persönlichkeiten und eignet sich im Allgemeinen gut zum Nachschlagen. Man kann diese Zeitschrift als ein zusätzliches Lexikon führen, vor allem, wenn noch Schulkinder im Haus sind.

Was lesen sie jetzt gerade für ein Buch?
HARRY POTTER, weil ich die anderen Bände vorher auch schon gelesen habe. Aber im Moment komme ich nicht so voran. Aber es ist eine erholsame Lektüre, wenn man als Erwachsener noch Kind geblieben ist. Außerdem lese ich immer irgendein Aura-Soma-Fachbuch.

Gibt es das besondere Buch?
Ja , DIE BIBEL. Es ist für mich das Buch der Bücher und es fasziniert mich, das es die Bibel als solche gibt und das es sie immer noch gibt!
Haben sie ein Lieblingsbuch?
Ja, NARZISS UND GOLDMUND von Herrmann Hesse. Es geht um einen Selbstfindungsprozess im Mittelalter. Ein junger Mann muss, um sich zu finden das Kloster verlassen und er wird auch von seinem Mentor unterstützt. Zum Schluss findet er zurück und hat so erst eine Heimat gefunden. Im Grunde geht es um Wurzeln und Flügel.
Ja, und meine Märchenbücher würde ich sagen, liebe ich immer.

Betriebs und Verkehrskauffrau, Rentnerin 66

 

Was lesen sie täglich und regelmäßig?
Zeitungen gar nicht, ansonsten Bücher und Kochbücher. Nachrichten in Rundfunk und TV reichen aus. Lokale Informationen interessieren mich nicht mehr, ob nun eine Diskothek eröffnet oder ein Cafe…. Ja, die Theaterspielpläne und Theaterkritiken sind schon noch wichtig aber das steht auch in den regionalen Wochenblättern, sonst aber auch nichts von Belang!
Ansonsten nehme ich gerne Anregungen zum Lesen an, wenn es zu einem Austausch käme, würde ich mich gerne beteiligen.

Was lesen sie jetzt gerade für ein Buch?
BETOGEN  von Sandra Brown, Schriftstellerin aus den USA, es ist ein Krimi, sehr spannend, mit nicht vorhersagbaren Wendungen. Zwillingsschwestern  planen einen Rollentausch und daraus wird tödlicher Ernst. Sehr zu empfehlen, weil die Geschichte an sich, auch ohne kriminalistische Zwischenfälle schon spannend ist.

DER WÄCHTERSTEIN von Rona Radall. Alte Schottische Muster, die schon in Vergessenheit geraten sind, bilden die Grundlage für einen spannenden Krimi mit historischem Hintergrund.
Gibt es das besondere Buch?
Immer wieder würde ich Klassiker, wie Theodor Storm lesen, DER SCHIMMELREITER und so. Und Ehm Welk, DIE HEIDEN VON KUMMEROW, Stendal, DIE KARTHAUSE VON PARMA. Emile Zola GERMINAL eigentlich ja eine ekelhaft beschriebene Schicksalsgeschichte einer Berkwerkwerkskatastrophe.

Haben sie ein Lieblingsbuch
Ja, die Stormbände, das sind meine Lieblingsbücher

Supervisor, 39

 

Was lesen sie täglich und regelmäßig?
Doch, fast täglich die Tageszeitung und natürlich die abbonierten Zeitschriften.
Zum einen lese ich die Tageszeitung, um einen groben Überblick zu erhalten, was so in Politik und Wirtschaft passiert, um auch in meinem Job aussagefähig zu sein.
Die anderen Zeitschriften lese ich aus Interesse und Zeitvertreib. Das sind : DER DEUTSCHE STRASSENVERKEHR AUTO, MOPPED und  PANTHOUSE. Auto und Mopped lese ich als begeisterter Auto und Motorradfahrer, mich interessieren die neusten Entwicklungen, Innovationen und es stillt ein wenig die Sehnsucht nach schönen Autos – oder erhält sie aufrecht?….„Panthouse“ lese ich, weil sie einfach vielschichtige Beiträge enthält, wie Buch, -Film – und Musikvorstellungen, Die Kolumnen sind besonders geistreich und witzig, und ich mag die Zeitschrift nicht zuletzt wegen der meist geschmackvollen Aktfotostrecken. Es gibt Berichte über Extremsport, den ich mit Sicherheit nie selbst betreiben würde, und es werden Prominente auch mal von ganz anderer Seite, als gewohnt dargestellt. Ich würde sie als Zeitung beschreiben, die beinhaltet, was Männern Spaß macht.

Was lesen sie jetzt gerade für ein Buch?
„Die Chroniken von Deverry“ von Katherine Kerr, wurde mir von meiner Frau als begeisterter Irlandfahrer, also auch Keltikliebhaber empfohlen. Es fasziniert mich einfach die keltische Mythologie und in dieser Fantasysaga findet sich sehr viel davon.

Außerdem die „Volxbibel“, ein Zwischending zwischen einer Übersetzung in den heutigen Sprachgebrauch und einer Übertragung des neuen Testamentes. Man kann also auch Vers für Vers lesen, wie gewohnt. Der Text erschließt sich noch einmal auf eine ganz einfache und verständliche Art und Weise. Das Lesen dieser Volxbibel ist für mich richtig vergnüglich.

Gibt es das besondere Buch?
Ja, Franz Rappel`s „Irland“, ist ein irischer Reiseführer, der anders als normale Reisefürer, dem Leser Insiderwissen verrät. Er gibt Hinweise auf nette Pubs, in denen spontane Livemusik zu erwarten ist und auf Orte mit großem Reiz, die in anderen Reiseführen keine Erwähnung finden. Und man erfährt,wo mangünstig essen kann. Das alles in einer lockeren und vergnüglichen Sprache, dass es Spaß macht einfach so zu lesen. Er schreibt einfach leidenschaftlich.

Haben sie ein Lieblingsbuch?
Ich liebe alle Bücher von Thommie Bayer, aber das Beste ist: „Das Herz ist eine miese Gegend“.  Ihm gelingt es, die wirre Gefühlswelt von Männern blendend zu beschreiben. Er schreibt unwahrscheinlich bildhaft, man ist sofort an Ort und Stelle und kann mit den Protagonisten fühlen.

Was lesen sie täglich und regelmäßig?
Tageszeitung „MZ“, um über regionale und überregionale Themen aktuell informiert zu sein.
Als leidenschaftliche Leserin lese ich immer wieder Romane und Sachbücher, die mich aktuell interessieren. Neugierig darauf werde ich zum einen durch Medienberichte und durch meine berufliche Tätigkeit aber auch Empfehlungen aus meinem Freundeskreis sind hilfreich ein gutes Buch aus der Vielfalt der Angebote herauszufiltern.

Was lesen sie jetzt gerade für ein Buch?
Ich las unlängst: „Du gehörst mir“ von Annemarie Schoenle.
Sie schreibt darüber, was jeder Frau passieren könnte, wenn sie sich in einen Mann verliebt, der einen anzubeten scheint und viel zu spät erst zu erkennt, dass sich hinter seinen Liebesschwüren krankhafte Eifersucht verbirgt.
Als Melanie den erfolgreichen Anwalt Wolf kennen lernt, ist sie von seiner leidenschaftlichen Liebe überwältigt. Gern nimmt sie seinen Heiratsantrag an. Als er beginnt, jeden ihrer Schritte zu verfolgen, ja, sie von einem Detektiv überwachen zu lassen, bleibt sie zunächst ahnungslos. Nur langsam dämmert ihr, dass sie in einer Falle sitzt, aus der sie sich nur mittels eines raffinierten Plans befreien kann …
Je ich Über den Autor
Jetzt lese ich: „Elementarteilchen“ von Michael Houllebecq und Uli Wittmann
Das Buch liefert ein literarisches Zeitbild der letzten Jahrzehnte dieses Jahrhunderts in dem die einsamen und verstörten Halbbrüder Michel und Bruno ein glückloses Leben mit einer lieblosen Mutter teilen. Bruno wird Opfer seiner verzweifelten sexuellen Besessenheit. Michel lebt ein autistisches Forscherleben als Molekularbiologe, bis er das unsterbliche und geschlechtslose menschliche Wesen klont – die Vision jenseits des Egoismus und sexuellen Elends.

Beide Bücher sind spannend und aktuell.

Gibt es das besondere Buch?
ELEMENTARTEILCHEN läuft zur Zeit im Kino.
Der Film hat mich begeistert, weil plastisch die schwierige Materie, die das Buch als Vorlage liefert, in glaubhafte Bilder gefasst wurde. Man hat den Blick auf zwei der schönsten, melancholischsten, angeschlagensten und problembeladensten Skizzen der Liebe, wie man sie bisher selten im Kino sehen konnte.
Die beiden Brüder sind nicht nur Seelenkrüppel aus einem Fleisch. Es ist traurig anzusehen, wie eine grässlich anspruchslose Einsamkeit das Leben der erwachsen gewordenen Männer bestimmt … Die Liebe erst bewirkt, dass die Menschen miteinander zu sprechen wagen …

Diplom- Verwaltungswirt, 38

 

Haben sie ein Lieblingsbuch?
Mein Lieblingsbuch ist immer das, was ich gerade lese.

Was lesen sie täglich und regelmäßig?
11 FREUNDE: Ich lese das selbsternannte „Magazin für Fußball – Kultur“ weil es eine andere Perspektive auf meinen geliebten Fußball bietet. Interessante Reportagen, amüsante Hintergrundgeschichten, ein bisschen Fußballhistorie und tolle Bilder statt Tabellen und nüchterne Spielberichte. Die findet man in diesem Magazin nämlich überhaupt nicht.

KICKER – ONLINE: Die Ergänzung zu meinen 11 Freunden: Fakten, Fakten, Fakten. Soll heißen: Spielberichte, Tabellen und Statistiken über das aktuelle Fußballgeschehen.

DIE ZEIT: Weil es einfach die beste Zeitung in Deutschland ist und so vielseitige (im wahrsten Sinne des Wortes) und gut recherchierte Berichte und Reportagen bietet. Am liebsten lese ich in ihr aber die „Zeitläufe“ und verzweifele an der Schachaufgabe.

Was lesen sie jetzt gerade für ein Buch?
Who are we? Die Krise der amerikanischen Identität, Samuel P. Huntington

Huntington setzt sich intensiv mit der Frage auseinander, was amerikanische Identität ausmacht und was dies für die Gesellschaft der USA bedeutet. Er geht davon aus, dass jede Gesellschaft eine Identität benötigt und schildert die Entwicklung der amerikanischen Identität vom Beginn der Kolonialisierung bis heute. Auf der Basis dieser Identitätsgeschichte und einer aktuellen Bestandsaufnahme fragt er auch danach, was die aktuelle Identitätsdebatte in den USA für Auswirkungen auf die Rolle Amerikas in der Welt hat.

Gibt es das besondere Buch?
In diesem Jahr habe ich „Der Schatten des Windes“ von Zafon gelesen. Ein wirklich spannender Roman, der ins Barcelona der 30er Jahre zu Beginn der Franko- Diktatur entführt. Auf dem „Friedhof der vergessenen Bücher“ sucht sich der junge Daniel Sempre ein Buch aus, nicht ahnend, dass dieses Buch auch von anderen gejagt wird. Er gerät in ein Gewirr sich geheimnisvoll kreuzender Lebensläufe. Ein Buch das von der ersten bis zur letzten Seite einfach nur spannend ist.

Haben sie ein Lieblingsbuch?
Ach du Schreck, ein Lieblingsbuch. Eigentlich habe ich keins, denn die meisten Bücher haben ihre Zeit. Solche die ich mal langweilig fand, habe ich später mit Genuss gelesen, als sie in mein Leben passten (z.B. DER STEPPENWOLF). Also fällt mir die Antwort auf die Frage schwer. Ich würde daher lieber über Bücher mit „Langzeitwirkung“ schreiben. Die mich wesentlich beeinflusst haben.

Das wäre z.B. die DEUTSCHSTUNDE von Siegfried Lenz weil er sich so intensiv mit dem Thema der „Pflichterfüllung“ und dass jeder doch nur seine „Pflicht“ getan habe auseinandersetzt. Das ganze wird eindringlich anhand einer Dreierbeziehung erzählt: Ein Dorfpolizist erhält den Auftrag, das Malverbot eines Malers zu überwachen und kommt diesem Auftrag unerbittlich nach. Sein Sohn jedoch versucht, den Maler vor seinem Vater zu schützen. Besonders gefällt mir in diesem Buch, wie in vielen anderen von Lenz, dass die Personen so in jeder Beziehung menschlich und nicht idealisiert sind.

Außerdem habe ich Heines DEUTSCHLAND EIN WINTERMÄRCHEN geliebt. An Heine gefällt mir seine Ambivalenz, einerseits der ironisierende Satiriker, andererseits der liebevolle Romantiker zu sein und tolle Bilder zu entwerfen. In „Deutschland ein Wintermärchen“ zeigt er sich von seiner bissigen Seite.

Heilpädagogin, 45

 

Was lesen sie täglich und regelmäßig?
Unfreiwillig Werbekram, der in meinem Briefkasten die Post verpestet. Wenn ich Zeit hätte, würde ich DIE ZEIT lesen. Das ist die Wochenzeitung für mich, vor allem durch die kulturellen Beiträge – aber der Umfang….Ich habe eine Zeitschrift abboniert, die lese ich ganz, habe sie archiviert und nutze sie zum Nachschlagen und um auch anderen Menschen alternatives Wissen zur Verfügung zu stellen. RAUM UND ZEIT heißt das Heft, erscheint alle zwei Monate und kostet „den Preis der Unabhängigkeit“. Von Wirtschaft und Politik weitestgehend unabhängige Wissenschaftler, Ärzte, Heilpraktiker und Menschen, die zu spannenden Themen der Physik, Chemie, Medizin, Pädagogik, Psychologie und auch Spiritualität und anderen etwas zu sagen haben, veröffentlichen dort. Manche Artikel sind sehr kompliziert aber manchmal muss ich mir beweisen, dass ich es verstehen kann. Die regionalen Blättchen sind nach dem Lesen ein Ärgernis, wie schlechte Filme im TV, die man sich trotzdem angeschaut hat…..

Was lesen sie jetzt gerade für ein Buch?
Das ist ein Krimi TOD IM BEGINENHAUS, ich liebe historische Krimis und Romane, inzwischen auch Fantasy. Das Buch ist spannend geschrieben, nur schade, dass die Alltagssprache der Autorin immer mal hineinrutscht und so das historische Ambiente stört welches sich sonst gut aufbaut.

Gibt es das besondere Buch?
Ja, auf alle Fälle! Da gibt es mehrere. Eines ist im Moment GOTT UND DIE GÖTTER von Armin Risi. Er hat auf ein Erlebnis hin seine europäische Heimat verlassen, um in Indien zu leben, Sanskrit zu lernen und sich mit spirituellen Entwicklungen zu befassen. Risi schreibt Jahrzehnte später die erste deutsche Übersetzung berühmter Sanskrittexte aus der Baghavatghita. Es sind mehrere Bände erschienen, die den Inhalt der ältesten Zeugnisse der Menschwerdung auch für uns transparent machen.  – Atemberaubend!

Haben sie ein Lieblingsbuch?  
Auch hier kann ich mich schwer festlegen, fast für jedes Gebiet eines. Aber spontan ist es immer noch FEDERICO von Waltraud Levin. Sie erzählt meisterhaft, wie der spätere Friedrich II., der Barbarossaenkel in sein außergewöhnliches Leben wächst. Als Straßenkind sozusagen von verschiedensten Volksgruppen großgezogen, wird er zum, heute würde man sagen, Kosmopolit. Der Niedergang der Stauffer erscheint sehr nah, man bekommt plötzlich mit der eigenen Geschichte zu tun. Man sieht, wie Beatrix sich die Sizilianische Krone ertrotzt, Friedrichs Sohn Manfred in die Schlacht vor Benevent reitet, Konradin der letzte Stauffer, hingerichtet wird und man spekuliert über die Nachkommen – ausgerottet oder nicht?….W. Levin wählt auch einen interessanten Rahmen. Wie Dante Alegieri, steigt die Autorin in die Unterwelt und sucht den Stauffer, sie trifft auf verschiedenste Menschen, die ihr helfen oder sie behindern, sich in Rätseln ergehen, bis sie immer wieder einen Blick auf sein Leben bekommt, auf seine Umwelt, sein Fühlen und Denken. Absolut faszinierend!!!

Theaterwissenschaftlerin, 43

 

Was lesen sie täglich und regelmäßig?
Die MZ und und, weil mein Mann den abboniert hat, den SPIEGEL aber nur ausgewählte Artikel. Die sind relativ sicher und gut recherchiert man muss nicht die Bedenken einer „Ente“ haben. Das Gefühl gibt mir so eine Sicherheit und die bekomme ich beim Lesen.

Was lesen sie jetzt gerade für ein Buch?
Ich lese gerade – WAS NIEMALS GESCHAH von Anne Holt, einer norwegischen Kriminalschriftstellerin. Die schreibt ganz solide. John Irwing – BIS ICH DICH FINDE hat mir nicht gefallen, weil ich nicht wusste, was er mir auf 1200 Seiten sagen wollte, es war nicht einmal eine gute Biografie. Das Leseverhalten spielt natürlich auch eine Rolle, es gibt so „Bett – und Sesselbücher“ die „Bettbücher“ müssen dann schon einen Spannungsbogen bieten, der mich nicht einschlafen lässt.  Den Irwing kann man wohl nicht im Bett lesen, da fehlte mir aber die Disziplin für den Sessel. Für so etwas habe ich da immer ein Jahresvorhaben, wie z.B. zum Grab von Nietsche zu fahren oder dieses Jahr, SCHULD UND SÜHNE von Dostojewski zu lesen.

Gibt es das besondere Buch?
Also eine da Empfehlung zu geben, fällt mir sehr schwer.
Der finnische Autor Arto Pasilinna der schreibt so lustig, der hat mich in den letzten Jahren dermaßen amüsiert, dass ich den als Besonderheit bezeichnen würde. Der hat so wunderbare Bücher geschrieben wie, DER WUNDERBARE MASSENSELBSTMORD, DIE GIFTKÖCHIN, DAS JAHR DES HASEN. Die sind nicht alle gleich gut, keine Krimis, wer sich amüsieren will, der sollte daran nicht vorbeigehen.

Haben sie ein Lieblingsbuch?
Sehr schwierig!  Jedes Buch hat so seine eigene Zeit, da fallen mir am ehesten noch die Kinderbücher ein, erste Leseerlebnisse. Um die Frage würde ich mich gerne herumdrücken!
Meine Eltern haben mich immer gut mit Lesbarem versorgt. RASMUS UND DER LANDSTREICHER habe ich unwahrscheinlich gerne gelesen aber ich hatte es nicht in meinem Besitz und nach der Wende habe ich es mir, nun längst erwachsen, beschafft. So fängt es an, dann kommen so viele Bücher….

Familientherapeutin, 41

 

Was lesen sie täglich und regelmäßig?
Es ist mir früh am Morgen wichtig, wenigstens einen kurzen Blick in die Tageszeitung zu werfen, auf die Tagesüberschrift, das Wetter und die erste Regionalseite, die mir dann zeigt: Was ist so los, habe ich was verpasst, gibt es was Neues? Ich bin ein kreativer Mensch, der sich viel mit Dekoration und Gartenarbeit beschäftigt. So kaufe ich dementsprechend auch Zeitschriften zum Thema, um mein Wissen in der Gartenarbeit zu erweitern und mich anregen zu lassen. Meine Lieblingszeitschriften sind: LISA – WOHNEN UND DEKORIEREN und MEIN SCHÖNER GARTEN, weil da keine Klatsch und Tratschgeschichten zu finden sind! Ich bekomme Anregungen zu jeder Jahreszeit, neueste Möbeltrends und preiswerte Dekoideen, die auch umsetzbar sind! Denn viele derartige Zeitschriften verkaufen Ideen, die nicht zu bezahlen sind oder die ich nirgendwo zu kaufen kriege. Die Zeitschriften lese ich hauptsächlich dann, wenn mein Mann Fußball guckt.

Was lesen sie jetzt gerade für ein Buch?
Ich habe zwei Bücher angefangen und beide, liegen leider seit Wochen, verstaubt auf dem Nachttisch. Das eine ist eine schwedische Geschichte über zwei Schwestern das Thema ist auch die Geschwisterbeziehung. Das andere ist von meinem Lieblingsschriftsteller. Der heißt E. Heine, DER FEUERVOGEL,  da geht es um historische Hintergründe in einem Roman spannend verpackt, und ist gut zu lesen.

Gibt es das besondere Buch?
Ja, gibt es. DAS HALSBAND DER TAUBE, auch von E. Heine. Es geht wieder um hist. Tatsachen aus der Zeit der Assasinis, einem Geheimbund, dessen Existenz  bis heute umstritten ist. Es geht um Geheimnisse, Glauben und Mythen. Dieses Buch hat mir Geschichte und ihre Fakten überhaupt erst nahe gebracht. Von der Schule eher vergrault, war dieses Buch so spannend, dass es mich angeregt hat, meine Urlaubsorte mit ganz anderen Augen zu sehen und auch Historisches spannend zu finden.

Haben sie ein Lieblingsbuch?
Habe ich eigentlich viele. Aber eines, was ich vielleicht wieder lesen würde? Ja, DIE GEISHA. Über Japan zu lesen war so etwas Fremdes und überhaupt zu erfahren, was das Wesen und die Geschichte der Geishas eigentlich ausmacht, hat mich fasziniert.

 

Und was lesen Sie?

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