Wir sind ein Paar, wir sind Eltern – Wann sind wir eigentlich ein Paar?

Dürfen Eltern auch noch ein Paar sein? Was bedeutet es ein Paar zu sein? Reicht die Zeit dafür? Und wenn, wo bleibt dann der Einzelne? Viele Fragen, die mir bei diesem Thema so durch den Kopf tanzen.
Erst mal was Theoretisches dazu: Der Begriff Paar bedeutet nach Wikipedia:
[1] zwei durch Liebesbeziehung oder auf rechtlicher Grundlage verbundene, zusammengehörige Menschen
[2] zwei gleiche, zusammengeführte, zusammengefügte, zusammengehörige, zusammengestellte, gruppierte Menschen, Tiere, Dinge oder Elemente
Herkunft:
[1] aus mittelhochdeutsch und althochdeutsch par von lateinisch par (paris) zwei Gleiche
Synonyme:
[1] Brautpaar, Eheleute, Ehepaar, eheähnliche Gemeinschaft, Lebensgemeinschaft von Zweien, Ehegatten, Gatten, Liebesleute, Liebespaar, Pärchen, Verheiratete, Freundespaar, Gespann, Vermählte, Beziehung

Im Alltag realisieren wir oft nicht, dass wir unser Paar-Sein gar nicht bemerken, es als selbstverständlich hinnehmen. Ist es aber nicht! Deshalb ist es auch nicht selbstverständlich, dass Beziehung spannend, lebendig und interessant bleibt. Dafür sind wir als Paar selbst verantwortlich!

Sein Sie mal ehrlich, wann haben Sie denn das letzte Mal nur an sich und Ihre Partnerschaft gedacht? Wann gab es die letzten anerkennenden Worte oder gar Blumen außerhalb eines Geburtstages? Wann haben Sie die letzte romantische Stunde nur zu Zweit verbracht ohne ein Kind auf dem Schoß oder neben sich sitzend? Keine Zeit, keine Chance?
Glaub ich nicht. Wie sagt man so schön: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg! Ich bin ja selten für solche Sprüche, aber in diesem Fall stimmt es einfach. Wenigstens eine Stunde in der Woche sollten Eltern auch mal nur Paar sein dürfen und sich die Zeit dafür nehmen.

Paar sein heißt für mich,

  • auch Dinge miteinander zu teilen, die nicht mit Erziehung zu tun haben
  • nur mal an uns zu denken, ohne das sich ein schlechtes Gewissen einstellt
  • ein gutes Gespräch bei Kerzenschein und netter Musik
  • Erinnerungen und Zukunft miteinander austauschen
  • Immer noch zu wissen, was mich am, anderen fasziniert und eingenommen hat
  • Konstruktive Kritik und dazu gute Kommunikation
  • Verzeihen können
  • Verstehen und verstanden werden
  • Sexualität ohne Routine
  • Und auch im Alltag Schmetterlinge im Bauch haben zu dürfen

Hat das Auswirkungen auf unsere Kinder und Pflegekinder? Sind wir dann egoistisch?
Ich denke mit Egoismus hat das nichts zu tun, bestenfalls mit Seelenhygiene. Denn was haben Kinder von Eltern die sich und ihre Zweisamkeit irgendwie im Alltagsdschungel verloren haben? Die Zufriedenheit der gesamten Familien steht und fällt ja mit den Eltern und ihrem Wohlbefinden. Denn geht es den Eltern gut, geht es den Kindern gut!

Ich würde mich freuen, wenn der Artikel Ihnen Lust macht, mal wieder Paar sein zu probieren, sich neu zu entdecken, denn es kann so verdammt gut tun.

Text: Karo Göhner
Weitere interessante Seiten im Internet:

Literatur:
Ich liebe Dich. Vom Glück ein Paar zu sein, von Pierre Franckh, für 8,95 bei Amazon
Die Wahrheit beginnt zu zweit. Das Paar im Gespräch, von Michael L. Moeller, für 8.90 bei Amazon