Anregungen für eine glückliche Beziehung

Was macht eine glückliche Partnerschaft aus? Eine Frage, die man sich nicht erst stellen sollte, wenn sich der Verdacht einschleicht, dass die eigene Partnerschaft gerade nicht so glücklich ist. Hier finden Sie Anregungen.

Der Glücksforscher Csikszentmihalyi formuliert die Bedingungen für eine glückliche Partnerschaft in einem Satz: „Die einzige Möglichkeit, Flow (Der Begriff Flow stammt von Mihaly Csikszentmihalyi, der damit das Gefühl des völligen Aufgehens in einer Tätigkeit zu beschreiben. Wenn wir im Flow sind, sind unser Fühlen, unser Wollen und unser Denken in diesen Augenblicken in Übereinstimmung. Während wir der Tätigkeit nachgehen, spielen für uns weder die Zeit, noch wir selbst eine Rolle und das Handeln geht mühelos vonstatten.) in die Beziehung zu bringen, besteht darin, neue Herausforderungen in ihr zu entdecken.“

Neue Herausforderungen kann heißen: den Partner in seiner Komplexität zu ergründen, ihn oder sie besser und auf tieferer Ebene kennen zu lernen, vielleicht eine Familie zu gründen, miteinander zu arbeiten, gemeinsam neue Gesprächsthemen, Freunde oder Orte kennen zu lernen.

Ein häufig vorgefundenes Verhalten zwischen Partner steht allerdings einem tieferen Kennenlernen im Wege: Wir reden viel zu wenig richtig miteinander. Untersuchungen bei amerikanischen Paaren haben gezeigt, dass beide Partner im Durchschnitt 5 Minuten pro Tag ernsthaft miteinander reden – das ist nicht viel, zum sich Kennenlernen ist es zu wenig!

Für eine glückliche Partnerschaft braucht es Zeit für Gespräche, allerdings nicht genau dann, wenn dicke Luft ist. Im Buch „Die Wahrheit beginnt zu zweit. Das Paar im Gespräch“ beschreibt der Autor Michael Lukas Moeller eine Methode, bei der die Partner wirklich miteinander kommunizieren lernen, in „Zwiegesprächen“. Hier die Kurzversion der Grundordnung von Zwiegesprächen:

  • Wenigstens einmal in der Woche, zu einem vorab vereinbarten Termin, am besten regelmäßig am gleichen Wochentag, mit Ausweichtermin, falls etwas dazwischenkommt
  • Dauer: 90 Minuten, nicht kürzer, aber auch nicht länger
  • Garantiert ungestört (z.B. Telefon aushängen)
  • Jeder spricht über das, was ihn bewegt: wie er sich, den anderen, die Beziehung und sein Leben erlebt
  • Reden und Zuhören sind möglichst gleich verteilt
  • Schweigen und Schweigen lassen, wenn es sich ergibt
  • Bei sich bleiben: Keine Fragen. Keine Ratschläge. Jeder über sich.
  • Nicht erlaubt sind bohrende Fragen, Drängen, Kolonialisierungsversuche oder Offenbarungszwang

Das Ziel ist, sich wechselseitig einfühlbar zu machen. Mit das Schwierigste ist, bei sich zu bleiben, nur über sich selbst zu sprechen. Wenn Du mehr wissen möchtest, empfiehlt sich die Lektüre des gut lesbaren Buches.

Warum wir überhaupt unser Leben teilen? Mit anderen Menschen teilen wir es, weil wir von ihnen erwarten, was wir uns selbst nicht geben können.(Jürgen Werner, FAZ Magazin)