Internet

Das Internet ist Informations-, Unterhaltungs- und Kommunikationsmittel zugleich. Hier finden Sie Tips zum Umgang mit diesem vielfältigen Medium und etliche Links zu Kinderseiten und Seiten mit Beratung für Jugendliche.

 

Das Internet als Fernseher, Radio, Spielplatz

Das Internet bietet eine große Zahl vielfältiger Unterhaltungsmöglichkeiten. Es existieren zahllose kommerzielle und nicht-kommerzielle Homepages und Plattformen zu Hobby- und Freizeitthemen, wie z.B. Comics, Sport, Musik und Stars, auf denen sich die jeweiligen Fans die Zeit vertreiben können oder sich Bilder, Töne, Videos und Spiele herunterladen. Bei entsprechender Hard- und Softwareausstattung reicht die Palette von rezeptiven Unterhaltungsformen wie etwa dem Durchstöbern digitaler Zeitschriften, dem Abhören von Musiktiteln, dem Empfang von Radio- und Fernsehprogrammen bis hin zur Teilnahme an virtuellen Erlebniswelten und vernetzten Computerspielen. Bei letzteren lassen sich unterschiedliche Formen erkennen, so z.B. gemeinsam zu spielenden Simulations-, Strategie- und Actionspiele sowie Online-Rollenspiele. Bei Online-Rollenspielen kommt der Kommunikation mit anderen hohes Gewicht zu. Von virtuellen Gemeinschaften – etwa virtuellen Städten – heben sie sich durch die Dichte der Regeln und Rollenvorgaben ab.

Auch wenn Kommunikation und Informationssuche die unter den Heranwachsenden am stärksten verbreiteten Nutzungsformen des Internet sind, stehen unterhaltungsorientierte Online-Tätigkeiten durchaus auf ihrer Tagesordnung. So gibt im Jahr 2003 jeweils etwas weniger als ein Fünftel der internetnutzenden Kinder an, mindestens einmal wöchentlich Netzspiele zu spielen, Musikdateien und Computerspiele herunterzuladen. Die Prozentanteile sind dabei unter den männlichen Nutzern deutlich höher als unter den weiblichen.

Der Geschlechterunterschied zeigt sich auch bei den internetnutzenden Jugendlichen, wenn sie angeben, welche Online-Aktivitäten sie täglich oder mehrmals wöchentlich ausführen.

Für die spielbegeisterten 9- bis 19-jährigen Heranwachsenden – und dabei handelte es sich um ca. ein Drittel in einer nach Alter, Geschlecht und Bildung quotierten Stichprobe – hat das Internet seinen festen Platz. Besonders wichtig sind den Spielbegeisterten kostenlose Downloads und Austauschmöglichkeiten mit anderen Spielfans in Foren, Chats etc. Über die Hälfte derjenigen, die im Jahr 2003 von sich sagten, dass sie häufig am Computer oder anderen elektronischen Medien spielen, nutzte das Internet zum vernetzten Spiel oder zum Download von Spielen oder Spielzubehör (Wagner u.a. 2004).

Das Internet als Kommunikationsmittel

Das Internet bietet Kommunikationsmöglichkeiten, die für die Entwicklung von älteren Kindern und Jugendlichen relevant sein können. Zum einen ergeben sich erweiterte Kontaktmöglichkeiten zu Personen aus der eigenen Lebenswelt: Mit Freunden über Kommunikationsdienste wie ICQ (sprich: „I seek you“) in Kontakt zu treten, sich mit ihnen im Chatroom zu treffen oder mit ihnen in virtuellen Erlebniswelten gemeinsam auf Entdeckungsreise zu gehen, ist für viele Heranwachsende von besonderem Reiz.
Aber auch mit Fremden Kontakt aufzunehmen und dabei Anonymität zu wahren – oder auch nicht – ist eine populäre Funktion des Internets. Hier tun sich auf Inhalts- wie auf Beziehungsebene die unterschiedlichsten Erfahrungsmöglichkeiten auf.

Das Internet ermöglicht den Austausch über Themen, die man mit Freunden oder Eltern lieber nicht besprechen möchte oder für die es in der persönlichen Umgebung weder interessierte noch kompetente Ansprechpartner gibt. Auf der Beziehungsebene reicht die Palette der Kontaktmöglichkeiten von der unverbindlichen öffentlichen Plauderei über die Einbettung in eine virtuelle Gemeinschaft bis zur Pflege von virtuellen Beziehungen.

Die verbreitetste Form der internetbasierten Kommunikation ist für Kinder wie für Jugendliche das E-Mailen. Bei den jüngeren (6 bis 13 Jahre, KIM 2003) steht an zweiter Stelle das Plaudern in sogenannten Chatrooms, bei den älteren (ab 12 bis 19 Jahre, JIM 2004) das Instant-Messaging, wie z.B. über ICQ.

Als wichtigste Motive geben jugendliche Chatterinnen und Chatter an, neue Kontakte knüpfen, flirten und zum Zeitvertreib plaudern zu wollen. Das Plaudern und Flirten, der spielerische Umgang mit der eigenen Identität sowie der Kontakt mit Fremden sind für Heranwachsende ein reizvolles Erfahrungsfeld. Es birgt jedoch auch gewisse Risiken. Die Bandbreite reicht von enttäuschten Beziehungswünschen über die Konfrontation mit groben Beleidigungen bis hin zur sexuellen Belästigung. Ein knappes Drittel der 12- bis 13-jährigen und knapp zwei Drittel der 18- bis 19-jährigen Chatnutzer hat schon einmal oder mehrmals unangenehme Leute im Chatroom getroffen (JIM 2004).

Themenbezogene Chatrooms, Online-Foren und Newsgroups dienen vor allem dem Informationsaustausch und der Beratung. In Foren können zu vorgegebenen Themen Beiträge gelesen und platziert werden oder auch neue Diskussionen begonnen werden.

Die informative Nutzung des Internet durch Heranwachsende

Das Internet gewinnt für Heranwachsende als Informationsmedium an Gewicht. Bei den 6- bis 9-Jährigen ist es noch nicht das Medium der Wahl, wenn es um Information und Wissen geht. Nach Büchern und Fernsehen steht es an dritter Stelle (Flimmo 2004), denn die Informationssuche im Internet ist für Kinder nicht eben einfach (Feil/Decker/Gieger 2004).

Tun sich Jugendliche und Erwachsene schwer, die Informationsflut zu bewältigen, so scheitern Kinder bis zum Alter von ca. 9 Jahren meist schon an den Voraussetzungen: Der Umgang mit Texten ist noch unvertraut, die Struktur des Mediums bleibt undurchsichtig, die Tastatur stellt eine große Herausforderung dar. Englischsprachige Meldungen und technische Fachausdrücke behindern das Vorankommen. Soll Information gefunden werden, sind Kinder diesen Alters auf die Hilfe von Erwachsenen oder älteren Geschwistern angewiesen.

Fragt man ältere Kinder nach ihren Medien für die Informationssuche, so teilt sich das Internet bereits den ersten Platz mit den Büchern (Flimmo 2004). Das ist angesichts der scheinbar leicht verfügbaren großen Informationsmenge kaum verwunderlich. Inwieweit Kinder und Jugendliche fündig werden, bleibt fraglich. Zumindest steht nach Auffassung der Kinder der Rechercheaufwand oft nicht im Verhältnis zum Ergebnis. Geeignete Suchstrategien haben die Kinder noch nicht entwickelt und der Umgang mit Suchmaschinen ist ihnen noch nicht vertraut (Feil/Decker/Gieger 2004).

Soll die Informationssuche nicht zum Frusterlebnis werden, sind eine Einführung in die Recherchemöglichkeiten und Unterstützung bei den ersten Versuchen sehr hilfreich. Dabei nützen kindergerechte Internet-Angebote wie etwa die Suchmaschine Die Blinde Kuh. Um mit dem Internet vertraut zu werden, ist ein spielerischer und interessensbezogener Zugang sinnvoll. Angebote für Kinder sind mittlerweile zahlreich.

Jugendliche, die das Internet intensiv nutzen, haben meist effektive Wege gefunden, um zu relevanter Information zu gelangen. Je ernsthafter, wissensbezogener und komplexer die Nutzung des Internet wird, desto deutlicher wird das Übergewicht von bildungsbevorzugten Heranwachsenden (Wagner u.a. 2004). Für andere ist der versierte Umgang damit weniger selbstverständlich.

Derzeit sind Heranwachsende großenteils auf die eigene Initiative und das soziale Umfeld angewiesen, wenn sie Computer und Internet optimal nutzen wollen, denn der Schulunterricht bietet offenbar noch zu wenig Unterstützung (Senkbeil in merz 6/2005). Nicht alle verfügen aber über computer- und internetverständige Familien und Freunde. Um so wichtiger sind Broschüren, Tipps und Plattformen, auf der Jugendliche sowohl Information finden, als auch selbst im Internet aktiv werden können:
Broschüren, wie z.B. „Finden, was man sucht. Strategien und Werkzeuge für die Internetrecherche
Tipps für Eltern zum Umgang mit Computer und Internet , z.B. von der Initiative „Schulen ans Netz“
die Plattform netzcheckers der Bundesinitiative Jugend ans Netz

Orientierungssuche im Internet: Beratungsangebote für Heranwachsende

Kinder ab etwa 10 Jahren und Jugendliche nutzen das Internet bewusst als Informations- und Kommunikationsmedium. Dabei geht es den Mädchen und Jungen neben Informationen zu Stars, der Suche nach und dem Austausch von Musik und den neuesten Online-Computerspielen auch um Hilfe bei konkreten Problemlagen. Vor allem Fragen zu Partnerschaft und Sexualität bewegen viele Heranwachsende. Die Möglichkeit, im Internet anonym Hilfe bei erfahrenen und seriösen Expertinnen und Experten einzuholen, kann in schwierigen Situationen ein Ausweg sein, denn es ist Jugendlichen nicht immer möglich, ihre Probleme mit einem realen Gegenüber zu besprechen. Die Kontaktaufnahme im Internet erspart Peinlichkeiten und Minderwertigkeitsgefühle und manchmal ist es schon hilfreich unter der Rubrik „FAQ“ zu lesen, dass andere Jugendliche ganz ähnliche Probleme haben.

Neben dem Thema Liebe und Partnerschaft sind noch andere Bereiche von Interesse: Fragen zu Schule, Ausbildung und Beruf, Probleme innerhalb der Familie, Hilfe bei Essstörungen und vieles mehr. Das Angebot an entsprechenden Beratungsseiten ist groß, die Qualität variiert sehr stark. Im Folgenden werden einige exemplarische Seiten für Heranwachsende kurz vorgestellt:

  • www.kidshotline.de bietet einen niederschwelligen Zugang zu Informationen, Beratung und Hilfe für Kinder und Jugendliche bis 21 Jahre. Träger ist der Münchner Kinderschutz und Mutterschutz e.V.
  • www.bke-jugendberatung.de Das Beratungsangebot der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung e.V. (bke) richtet sich an Jugendliche und junge Volljährige zwischen 14 und 21 Jahren. Neben Einzelberatung stehen Themen- und Gruppenchats sowie Foren zur Verfügung.
  • www.anad-pathways.de/jugendportal Der Verein ANAD e.V. informiert über und berät bei Essstörungen.
  • www.youngavenue.de der Bundesarbeitsgemeinschaft der Kinderschutz-Zentren e.V. hat eine breite Palette von Informationsangeboten im Programm.
  • www.sextra.de bietet ein umfangreiches Beratungsangebot zum Thema Liebe und Sexualität. Jugendliche können konkrete Anfragen per E-mail stellen oder sich an verschiedenen Themen-Foren beteiligen.
  • www.dgb-jugend.de Unter dem Titel „Dr. Azubi“ informiert das Online-Portal der DGB-Jugend über Ausbildung und Schule.
  • www.netzcheckers.de ist ein Online-Portal für Jugendliche der Bundesinitiative „Jugend ans Netz“, das Orientierung, Information und Beratung zu jugendrelevanten Themen bietet.

Gute Kindersites im Internet:
Kinder-Suchmaschine: Blinde Kuh
Die Blinde Kuh ist die älteste und beste deutschsprachige Kindersuchmaschine im Netz. Kinder können ihre Suchbegriffe eingeben und bekommen dann geeignete, ausgewählte Seiten angezeigt. Auch zum stöbern ist die Seite super. Hier gibt zu allen erdenklichen Themen Infos. Von A wie Ägypter bis Z wie Zoo. Auch toll: Der Suchmaschinenkurs. Kindgerecht erklärt, wie man im Internet einen Fisch finden kann, obwohl es da gar kein Wasser gibt.

Kindernetz
Die Kinderseite des Südwestrundfunks. Nett gemacht, mit einem Kinderhaus, in dem die Kleinen ganz einfach ihre eigene Homepage gestalten können und jeder Menge Spielen. In der Bibliothek wird kindgerecht erklärt wie das Internet funktioniert.

Kindersache
Kinderseite des deutschen Kinderhilfswerks mit lustigen Spielen und Infos über alles was Kinder interessiert.

Hier kommt die Maus
Die Seite von der Maus. Die Sachgeschichten lassen sich hier fast alle nachlesen. Bei den Lachgeschichten können Kinder mitsingen, Geschichten angucken, Postkarten schreiben und Spiele spielen. Liebevoll gemacht und auch was für ganz kleine Kinder.

Was ist Was?

Die Internetseite der bekannten Sachbuchreihe – hier gibt es für kleine Surfer viel zu entdecken.

Gefahren im Netz
Lesen Sie hier, was zu beachten ist, damit Ihr Kind sicher surft.