Handy

Das neueste Medium ist das Handy, das sich längst zu mehr als zun einem Telefon entwickelt hat. Hier wird seine Bedeutung als Kommunikations- und Unterhaltungsmedium aufgezeigt. Gleichzeitig wird vor der Kostenfalle Handy gewarnt, die bereits heute wesentlich zur Verschuldung von Jugendlichen beiträgt.

Das Handy als Kommunikationsmittel

Elektronische, insbesondere mobile Kommunikation hat für Kinder und Jugendliche in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. Handy und Internet ermöglichen den schnellen und teils ortsunabhängigen Austausch von Mitteilungen, erlauben eine permanente Verbundenheit mit Familie und Freunden sowie das Anbahnen neuer Kontakte auch zu Personen in großer räumlicher Distanz.

Das Handy ist aus dem Alltag von Jugendlichen und zunehmend auch Kindern kaum mehr wegzudenken. Ca. 90% der 12- bis 19-Jährigen besitzen ein eigenes Handy und etwa ein Viertel der 6- bis 13-Jährigen, Tendenz steigend. Das Gerät, anfänglich meist in Hinblick auf eventuelle Notfälle angeschafft, eröffnet vielerlei Kommunikationsmöglichkeiten. Die wichtigste ist für Jugendliche das Austauschen von SMS-Botschaften gefolgt vom Telefonieren. Rund vier bis fünf SMS pro Tag empfangen Jugendliche im Durchschnitt und verschicken annährend ebenso viele Mitteilungen. Die wichtigsten Handy-Kontaktpartner von Jugendlichen sind Freunde, Liebespartner und Eltern. Der Kreis der regelmäßig Kontaktierten beschränkt sich auf durchschnittlich acht Personen, auch wenn so manches elektronische Adressbuch bis zu 60 Einträge verzeichnet.

Je nach technischer Ausstattung lassen sich per Handy auch Logos, Fotos und Töne austauschen. Diese Funktionen stehen in ihrer Wichtigkeit allerdings deutlich hinter SMS und Telefonat zurück, wofür nicht zuletzt die zusätzlichen Kosten eine Rolle spielen dürften. Der Umgang mit den Handykosten stellt für Jugendliche eine ernstzunehmende Herausforderung dar, für manche birgt er auch ein Verschuldungsrisiko und sorgt nicht selten für Konflikte mit den Eltern.

Der Handyeinsatz trägt zur flexiblen und mobilen Organisation des Alltags bei, erleichtert z.B. spontane Verabredungen. Dies kann den Kontakt zu Altersgenossen und Familie erheblich intensivieren, auf der anderen Seite aber auch distanzierter oder unverbindlicher machen: Ein unerwünschter Anruf lässt sich unauffällig abweisen, eine SMS erfordert weniger verbindliche Reaktionen als ein Telefonat, Verabredungen lassen sich durch ständige Erreichbarkeit auch kurzfristig absagen. Gleichzeitig vermischen sich die Sphären: Auf dem Familienausflug lässt sich mit Freunden „simsen“, während des ersehnten Treffens mit der neuen Liebe ruft die Mutter an. Flexibilität und ständige Erreichbarkeit bergen somit auch Schwierigkeiten, mit denen umzugehen Kinder, Jugendliche und Familien lernen müssen, indem sie Stellung beziehen, sich Regeln geben und Grenzen definieren.

Das Handy als Unterhaltungsmedium

Geht es nach den Erwartungen der Medienanbieter, werden Radio- und Fernsehprogramme, Musik, Filme und Computerspiele in naher Zukunft zum ständigen Begleiter auf allen Wegen, vereint durch kleine Geräte, die an allen nur denkbaren Orten Funk empfangen und/oder in Kontakt mit dem Internet stehen. Vorbei sei bald die Zeit, da unhandliche CDs und DVDs mitgeführt und auf schweren Kleincomputern im Aktentaschenformat abgespielt werden. Geräte wie das Handy, der Personal Digital Assistant (PDA), die portable Spielkonsole und der mp3-Player schrumpfen auf Westentaschenformat. Große Erwartungen werden dabei in den Ausbau der Handytechnik gesetzt. Angepeilt ist eine Vereinigung möglichst aller Unterhaltungs- und Kommunikationsfunktionen, so dass funk- und/oder internetbasiert jederzeit das individuell zusammengestellte Unterhaltungsmenü verfügbar ist.

Wann und in wie weit sich diese Möglichkeiten durchsetzen, ist jedoch nicht nur eine Frage der technischen Möglichkeiten, sondern auch eine der Kosten sowie der Akzeptanz durch die Kundschaft. Darüber, wie Kinder und Jugendliche mit dieser ausgeweiteten Verfügbarkeit von Unterhaltungsangeboten umgehen, ist noch wenig bekannt. Fast alle Handys bieten kleine Computerspiele und die Handys eines guten Viertels der Jugendlichen sind bereits mit weiteren Funktionen, wie Radio-, Fernsehempfang oder mp3-Player ausgestattet (JIM 2005). Allerdings sind diese Funktionen den Jugendlichen nicht unbedingt wichtig. Kosten sind hier sicher von Bedeutung. Offen ist, welche anderen Faktoren eine Rolle spielen, z.B. die Frage, ob Jugendliche überhaupt ein Bedürfnis nach allgegenwärtigem Fernsehen haben.

Das Handy als Kostenfalle

Klingeltöne, Handylogos und -spiele per Anruf zu bestellen bzw. runter zu laden – beispielsweise zur Lieblingssendung – stößt gerade bei Heranwachsenden auf große Resonanz. Böse Überraschungen sind vorprogrammiert, denn über die Kosten wird meist nur im Kleingedruckten informiert. Auf Dauer entpuppen sich derlei Zusatzdienste als wahre Kostenfalle. Umso wichtiger ist es, die undurchsichtigen Tricks der Abzocker zum Gesprächsthema zu machen. Einige Netzanbieter haben inzwischen besondere Prepaidkarten, mit denen es nicht möglich ist, teure Nummern zu wählen. Gute Infos zum Schutz vor Handyabzocke finden Sie auf der Seite der Grundschule Weiler.http://www.grundschule-weiler.de/Handyfalle/Kostenfalle.htm

Auch von der „Schuldenfalle Handy“ ist immer häufiger zu hören. Für horrende Handy-Rechnungen ihrer Kinder haften die Eltern – nämlich dann, wenn die anfallenden Gebühren übers Taschengeld hinausgehen. Die Strategien der Anbieter zu durchschauen, fällt Kindern und Jugendlichen oftmals schwer. Das Telefonierverhalten (Handy, SMS, Internet) von Heranwachsenden sollte man im Auge behalten. Die meisten Kosten entstehen jedoch nicht durch übermäßiges telefonieren, sondern durch die teuren Zusatzdienste.

Linktips

www.zappen-klicken-surfen.de

http://www.grundschule-weiler.de/Handyfalle/Kostenfalle.htm

http://www.wdr.de/tv/markt/20040105/b_4.phtml