Budo-Pädagogik – Sozialerziehung durch Budo – eine Methode der Persönlichkeitsförderung

Budo –Pädagogik als eine wirksame Form des Antigewalttrainings. Karo Babelscheck berichtet über einen Workshop zum Thema, den sie auf der Fachtagung der Fachhochschule Merseburg zum Umgang mit Aggressionen besucht hat und der von Dr. Phil. J. M. Wolters durchgeführt wurde.

Mein Interesse bei der Anmeldung galt der Entdeckung einer neuen Idee, um mit gewalttätigen Kindern und Jugendlichen zu arbeiten. In der Ausschreibung klag es sehr interessant und das war es auch.

 

Die Wandlung als Begriff: „Vom Gewalttäter zum friedvollen Krieger“ oder „Friedvoller Krieger, statt aggressiver Schläger“ fand ich am Ende sehr stimmig.

 

Der Begriff

Bu – der Krieger, Militär, Kampf beenden

Do – Weg, Methode, Prozess, Einstellung, Ideologie

kommt aus dem Japanischen und bedeutet: „Der Weg, den Kampf mit Methode zu überwinden, aufzugeben.

 

Folgende Erkärung wurde aus der Homepage vom Institut für Budopädagogik IfBP entnommen: Judo, Karatedo, Aikido, Taekwondo, Kung-Fu oder Tai-Chi wurden in den letzten Jahren äußerst erfolgreich in der pädagogischen und therapeutischen Arbeit mit schwierigen Zielgruppen eingesetzt. Derartige Ansätze, die Budo ganz gezielt zur Entwicklung und Förderung von Selbstbewußtsein und Selbstbeherrschung oder positiven Sozialverhaltens anwenden, gehen inhaltlich und methodisch weit über ein „normales“ Training im Sportverein hinaus. Gefordert wird deshalb eine Vorgehensweise, die die erzieherischen und therapeutischen Aspekte des Budo systematisch einbezieht. Damit Jugendhilfe, Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit, Jugendstrafvollzug und Jugendpsychiatrie sowie weitere Bereiche der erzieherischen, sozialen und therapeutischen Arbeit mit jugendlichen Rand- und Sondergruppen von professionellen Budo-Angeboten profitieren können, wurde die Disziplin der Budopädagogikentwickelt. Sie trägt den Besonderheiten eines erzieherisch wirksamen Trainings und budopädagogisch effektiven Maßnahme durch eine spezielles berufliche Qualifizierung der Trainer/Lehrer bzw. Pädagogen/ Therapeuten Rechnung.

 

 

Budo:

  • hilft sich als Teil des Ganzen zu begreifen
  • ist keine Sportart- da es keine messbaren, wartbaren oder gegenüberstellbaren Leistungen gibt
  • zählt keine Ergebnisse oder Erfolge, die Teilnahme zählt
  • ist ein Sieg über sich selbst, nicht über andere
  • ist ganzheitlich, nicht spezialisiert

 

Budo – Pädagogik setzt sich aus 6 erzieherisch wirksamen Wissenselementen zusammen

  1. Bu – nicht Kampf – Deeskalation, Konfliktvermeidung
  2. Do – der Weg – Prozesshafte Anerkennung des höheren Guts – eigenverantwortliches Lernen
  3. Dojo – der Ort (der Tempel) –wichtig, Gemeinschaft, lernen zu vertrauen
  4. Rei-ho– Demut – Etikette, Werte, Regeln, Rituale, Wertschätzung, Entwicklung

der äußeren und inneren Haltung

  1. Zen – der Geist – Besinnung, Meditation, Zuversicht zu sich und der Welt finden
  2. Shitei– Lehrer + Schüler = Beziehung – lernen zu folgen, zu vertrauen, zu Gedeihen

 

Die 9 Stufen des Antigewalttrainings in der Budo- Pädagogik:

 

  1. Stufe            – zuvorkommen- wahrnehmen – und reagieren
  2. Stufe            – kontern
  3. Stufe            – fixieren
  4. Stufe            – blocken
  5. Stufe            – umlenken                   –
  6. Stufe            – ausweichen
  7. Stufe            – verlassen
  8. Stufe            – vermeiden
  9. Stufe            – verhindern

 

Nach dem Erlebten in der 6 – stündigen Arbeitsgruppe, weiß ich, durch Körperbewegung und Technik sind diese 9 Stufen zu erreichen sind. Vom Gesamtprogramm habe ich jetzt einen Hauch von Ahnung. Erfahren habe ich auch, dass

  • es bis jetzt durch die noch „zusätzlich“ erlernten Möglichkeiten zu keiner vermehrten Gewalt des Jugendlichen kam
  • schon ein längerer Zeitraum notwendig ist, um den Prozess zum friedvollen Krieger beenden zu können (ca. 1 Jahr)
  • es aber auch Erfolge in kürzerer Zeit gibt
  • es auch in den Bereichen der Behinderung, Suchtproblematik und in Anfängen in der Traumabewältigung gute Erfahrungen mit dem Angebot gibt
  • auch Jugendliche mit wenig Selbstwert hier gestärkt werden können
  • es im Jahr 300 Bewerbungen für die Ausbildung gibt und 25 Teilnehmer ausgewählt werden
  • die Ausbildung 1,5 Jahre dauert , man einen pädagogischen Abschluss braucht, eine Kampfsportart beherrschen sollte und nach Gauting (Bayern) fahren muss

Wer neugierig geworden ist, findet hier noch viel mehr Informationen

http://www.budopaedagogik.de/

+ Mail-Adresse: info@budopaedagogik.de

http://www.karate-online.de/texte/budopaedagoge.htm