Umgang mit FAS im Alltag

Hier finden Sie eine Aufzählung praktischer Tips für den Umgang mit FAS – geschädigten Kindern.

Wie gehe ich damit um enn ein FAS Kind…

…Nicht schläft

Begib Dich in einen dunklen, ruhigen Raum. Versuche Chaos und zu viele Reize zu vermeiden. Akzeptiere, dass das Kind vielleicht nicht so viel Schlaf braucht, wie andere Kinder. Wickel das Kind fest in eine weiche Decke ( dies hilft bei Wahrnehmungsstörungen), um Deinem Kind ein Gefühl von Geborgenheit zu geben.

…Schlecht saugt

Nimm einen Sauger, der für frühgeborene Kinder hergestellt worden ist. Gib dem Kind nur kleine Mengen, wenn es sein muss, auch stündlich. Am besten lange Mahlzeiten vermeiden, da diese das Kind übermüden. Wenn das Kind eine Magensonde hat, IMMER zuerst die Flasche geben, auch wenn das Kind sich wegwendet oder schreit, da sonst die Gefahr besteht, dass der Schluckreflex sich nicht entwickelt und das Kind sich nicht an eine reguläre Fütterung gewöhnt. Medela „soft Cup“ ist sehr zu empfehlen!!! www.medela.de

…Stundenlang weint

Gehe in einen abgedunkelten, ruhigen Raum, wickele das Kind in eine Decke und lege das Kind gegen Deine Brust genau unter deinem Hals. Versuche im gleichem Tempo wie das Kind für ca. 30 Sek. zu atmen. Dann das eigene Tempo verlangsamen, sicher sein, dass das Kind dasselbe Tempo aufnimmt, und dann das Tempo nochmals verlangsamen. Normalerweise seid Ihr beiden innerhalb von ein paar Minuten viel ruhiger und außerdem gibt diese Übung ein schönes Gefühl von Nähe.

…Nicht zunimmt

Mache Dich nicht verrückt mit den Tabellen im U-Heft über das, was „Normal“ ist. Es ist „normal“ für Kinder mit FAS zu klein zu sein. Untergewicht ist auch normal. Diese Kinder kann man kaum „aufpäppeln!“ Gebe dem Kind kein fettiges Essen oder viel Zucker, in der Hoffnung, dass es was bringt. Es bringt nichts, außer vielleicht mehr Magenprobleme und Hyperaktivität. Biete dem Kind immer etwas anderes an, bis Du ein Gericht findest, welches ihm schmeckt. Irgendwann werden sie essen, zwar nicht soviel wie „normale Kinder“ aber genügend, um zu überleben. Mache Dir selbst keine Vorwürfe, dass Du alles falsch machst und schmeiße dieses Bild aus Deinem Kopf, wo ein Kind in den Armen seiner Mutter ganz friedlich and lieb trinkt. FAS-Kinder sind einfach nicht so! Tue das, was DU für Dich und Dein Kind für richtig hältst.

…Sehr zurück ist

Gehe auf alle Fälle zur „Frühförderung“, Krankengymnastik, Sprachtherapeutin usw. Ein Kinesiologe kann auch sehr hilfreich sein. 1-1 Spiele sind sehr wichtig. Es ist normal für FAS Kinder, mit 2 Jahren erst zu laufen, mit 3 Jahren zu sprechen. Retardierung wird häufig deutlich, sobald das Kind zur Schule gehen soll.

…Noch Windeln braucht

Es kommt öfter vor, dass FAS Kinder erst mit ca. 6 Jahren ganz sauber werden. Je weniger Sorge Du Dir deswegen machst, um so besser. Die neurologischen Verbindungen sind noch nicht ausgereift und je weiter das Gehirn sich entwickelt, um so besser wird es. Wegen des Hirnschadens schaffen die „Boten“ es nicht schnell genug, Gefühle (z.B. Ich muss mal) zu vermitteln. Vermeide immer Strafen, wenn das Kind es nicht schaffen sollte, rechtzeitig auf die Toilette zu gehen. Es ist fast immer eine Sache des „Kann nicht“ statt „Will nicht“! Es braucht alles seine Zeit!

…Schwierigkeit hat Befehle zu befolgen, desorientiert ist

Nie unbeaufsichtigt lassen. Das Haus kindersicher machen, ein 5jähriges FAS-Kind ist auf dem Niveau eines 2jährigen. Alles mehrmals wiederholen. Immer nur ein Befehl zur Zeit und versuchen, sie so einfach wie möglich auszurichten. Faktoren, welche die Kinder durcheinander bringen, sind: Schlechte Impulskontrolle, schlechtes Kurzzeitgedächtnis, Aufmerksamkeitsdefizite und Wahrnehmungsstörungen, wobei das Kind nur einen Teil von dem wahrnimmt, was gesagt worden ist. Für immer wieder kehrende Sachen, wie z.B. Anziehen: sage die Reihenfolge als Lied oder Reim auf, so erinnern sich die Kinder viel besser daran.

…Wutanfälle hat und nicht zuhören kann

Alles was gerade genannt worden ist, spielt hierbei eine große Rolle. Ändere Deine Erwartungen, ein Kind mit 4 Jahren kann sich vielleicht nur wie ein 2jähriges benehmen. Ein 3jähriges, dass den Kindergarten besucht, wird höchstwahrscheinlich nicht in der Lage sein, in diesem neuen sozialen Umfeld zurecht zu kommen. In einer Reihe warten zu müssen, im Kreis leise zu sitzen, wird bestimmt schwierig sein für ein Kind, besonders ein hyperaktives und dann kann das Kind leicht mit Aggression oder Zurückhaltung reagieren. Eine Kuschelecke ist sehr gut für solche Kinder, ein Platz, wo sie sich zurückziehen können, bis Ruhe eingekehrt ist. Wenn das Kind „Anfälle“ hat, die sich mit lautem Schreien und Wut äußern, solltest Du das Kind ganz schön fest an Dich drücken, ganz leise mit dem Kind sprechen oder singen, bis es vorüber ist.

Quelle: FAS – World