Vorstellung verschiedener Schulformen

Körperbehindertenschule in Magdeburg

Mit dieser Schule wurden auch schon selbst Erfahrungen gemacht. Vor der Aufnahme in die Schule werden Tests durchgeführt. In einer Klasse lernen maximal 8 Kinder, die von einem Lehrer unterrichtet werden, der durch einen pädagogischen Helfer und nach Bedarf auch einem Zivildienstleistenden unterstützt wird. Dieser Lehrer begleitet die Kinder bis zum Abschluss der 10. Klasse. Insgesamt herrscht eine familiäre Atmosphäre vor. Die Schule sorgt für die notwendigen Materialien und Hilfsmittel, die den Kindern eine gute Mitarbeit ermöglichen. Am Sportunterricht nehmen ausnahmslos alle Kinder teil, was durch den geschützten Rahmen in der kleinen Gruppe und die speziell ausgebildeten Lehrer möglich ist. Zensuren gibt es erst in der 2. Klasse.

Katholische Grundschule in Oschersleben

Für die Aufnahme an dieser Einrichtung ist die Zugehörigkeit zu einer Kirche erwünscht, aber nicht Bedingung. Maximal 20 Schüler pro Klasse lernen in komplexen Einheiten den Lernstoff, statt in einzelnen Unterrichtsstunden über die Woche verteilt. Es gibt einen Morgen- und Abschlusskreis. Zensuren gibt es ab der 3. Klasse. Als Grundlage dient der Marchtaler Plan.

Der Marchtaler Plan
Die Intentionen von Erziehung und Bildung entsprechend dem Marchtaler Plan sind:

  • Vermittlung von Bildung und Wissen, die den Anforderungen genügen, die heute an eine gute Schule zu stellen sind
  • ganzheitlich personale und soziale Erziehung, die die harmonische Entfaltung und Förderung der körperlichen und geistigen Anlagen, soziales Engagement und Mitarbeit in der menschlichen Gesellschaft anstrebt
  • sittlich-religiöse Erziehung, die vertraut macht mit der Botschaft Jesu Christi.

Der Marchtaler Plan ist ein verbindlicher Rahmenplan für die Katholischen Freien Schulen und wurde 1984 als Erziehungs- und Bildungsplan eingeführt. Die Unterrichtsorganisation und die konkrete Unterrichtsplanung an Marchtaler-Plan-Schulen ist an die folgenden vier Strukturelemente geknüpft:

Morgenkreis: Er eröffnet die Schulwoche, kennzeichnet den Wochenanfang und ergänzt die üblichen schulischen Lernprozesse um assoziatives, intuitives und kreatives Schauen auf die Bezüge, in denen das jeweils Einzelne steht.

Freie Stillarbeit/Freie Studien: Dies ist eine Form des schulischen Arbeitens, die die Individualität der Schüler in die Mitte des pädagogischen Bemühens stellt. Der Lehrer unterstützt die Schüler durch eine gute Vorbereitung und die entsprechenden Materialien. Die Wahl des Arbeitsthemas, die Arbeits- und Zeiteinteilung, die Wahl der Partner, des Arbeitsplatzes und die Form des Ergebnisses wird den Schülern überlassen.

Fachunterricht: Vermittlung von Fächern, wie Fremdsprachen, Mathematik oder Informatik wird nicht vernetzt durchgeführt.

Vernetzter Unterricht: Hier wird auf die herkömmliche Gliederung der Stoffe nach Fächern verzichtet und die zu behandelnden Inhalte so dargestellt, dass die innewohnenden Aspekte fachübergreifend zum Tragen kommen.

Freinet-Schule (Kinderland e.V.)

Das Motto der Freinet-Schule ist „Den Kindern das Wort geben“. Zentrum der Bemühungen ist das Kind als eigenständige Person. Dieser eigenständigen Person müssen in der Schule vielfältige Möglichkeiten gegeben werden ihre besonderen Fähigkeiten zu entwickeln, sich möglichst selbstständig Wissen anzueignen, das Lernen zu lernen und soziale Lebenserfahrungen zu gewinnen. Im Vergleich zu anderen reformpädagogischen Ansätzen betont die Freinet-Pädagogik eine Selbstverantwortung und Autonomie des Kindes, um Kinder selbst zu Wort kommen zu lassen und eigene Bedürfnisse, Interessen und Erfahrungen ausdrücken und diese in der Klasse zur Sprache bringen zu können.

Die Schule ist mittlerweile eine „staatlich anerkannte Ersatzschule“ und schult jährlich etwa 20 Kinder je Klasse ein. Sie sichert eine ganztägige Betreuung zu und orientiert sich am Lehrplan für sächsische Grundschulen. Die Schüler arbeiten nach einem Wochenplan, den jeder Schüler zu Beginn der Woche selbst gestaltet. Der Lehrer ist als Ansprechpartner für Probleme zu verstehen.