Trauma – Besonderheiten bei der Integration von traumatisierten Kindern in Pflegefamilien

Zu diesem Thema habe ich lange überlegt, ob ich einen Vortrag halte, einen Bericht anfertige oder ein Referat halten soll. Ich denke, es gibt genug gut ausgebildete Referenten, die sich gut und sehr fachlich dazu äußern können! Deshalb habe ich mir überlegt, wie ich ihnen die Thematik aus einer ganz anderen Sicht erklären kann, aus der der Kinder!
Hierfür möchte ich ihnen Maik vorstellen, er ist neun und erlebt die Herausnahme aus seiner Familie und die Unterbringung in einer Pflegefamilie! Ich werde mich in seine Lage versetzen und mir mit etwas künstlerischer Freiheit erlauben, seine Gefühlswelt für sie bildlich zu machen. Ich bedanke mich an dieser Stelle für ihr Verständnis, dass ich das Aussehen einen 9-jährigen nicht nachstellen kann. (Hier bitte ich die Teilnehmer die Augen zu schließen, sich ein Kinderzimmer mit Doppelstockbett vorzustellen, es ist ca. 20 Uhr und Maik ist gerade von seiner Pflegemutter ins Bett gelegt worden)

Maik liegt im Bett und grübelt…
Ich bin so traurig und Mutti ist nicht da! Mein Bauch tut so weh, mmhh, und was soll ich jetzt machen? Keiner hat mir gesagt warum, mmhh.
Da war erst die eine Frau, deren Namen ich nicht verstanden habe, sie holte mich von der Schule ab und Frl. Möller (Klassenlehrerin) hat gesagt: „Es wird alles gut.“.
Was denn? Was wird alles gut? Und wie, ich bin ja nicht zu Hause.
Und jetzt bin ich hier in diesem Haus. Wie hieß die Frau noch? Na die hat mich reingeholt und gesagt: „Der erste Tag ist immer der schlimmste.“ Der erste von was?
Alle sind nett hier, es ist eine große Familie, aber wo ist Mutti? Ach Mutti, bitte komm jetzt und hol mich ab, ja? Und bring gleich Teddy mit, ich brauch den doch. Mmhh, ich war noch nie ohne Teddy und Mutti wohin.
Und was soll ich nachher, wenn ich aufstehe mache, wenn die Frau schläft? Ich kenne mich gar nicht aus und Teddy kann ich auch nicht fragen.
Die Frau hat gesagt, ich kann beruhigt sein, sie ist jetzt da für mich und sie hat mich gestreichelt. Warum? Mich streichelt nie jemand, mmhh.
Ob Mutti sehr böse auf mich ist und ob die mir verzeiht, wenn ich mich entschuldige. Ach ja, dann darf ich bestimmt wieder fernsehen solange ich will.
Aber ich bin ja hier und Mutti hat nur gerufen: „Mach die Tür leise zu!“ und in der Schule war ich auch, aber die Tür war doch leise zu oder Mutti ist zu früh aufgewacht und ich sollte doch nicht so schnell nach Hause kommen.
Der andere Junge ist schon 2 Jahre hier, weil seine Mutti krank ist und ein großes Mädchen hat meine Sachen in den Schrank gelegt. Wieso meine Sachen und wo ist mein Teddy?
Ich bin ganz schön müde. Die Leute sind ja nett, alle haben gemeinsam Abendbrot gemacht, ich war auch dabei. Komisch, so viele Leute und alle so lustig. Der Papa war am lustigsten, er hat einen Bart und eine Brille und er hat lustige Sachen erzählt. Ach, wenn Teddy hier wäre, könnte ich schlafen (langes gähnen)

„Oftmals empfinden die Kinder eine sinnlose Doppelbestrafung für eine Sachen, die sie weder verstehen, noch nachvollziehen können. Sie fühlen sich schuldig und bestraft und wissen nicht wofür…“

! Keine Erwartungshaltung einnehmen, das Kinder verstehen, was los ist!
! Immer deutlich erklären und wiederholen, was anliegt!
! Vertrauen aufbauen mit absoluter Ehrlichkeit!
! Keine falschen Aussichten stellen!
! Ruhe und Geborgenheit aufbauen!
! „Normale Normalität! erklären und die Unterschiede!
! Abwarten, was das Kind will, immer Nachfragen!