Sonderpädagogischer Förderbedarf, Aufgaben des Förderzentrums – von Frau Franke

Aufgabe:

  • für Kinder und Jugendliche mit festgestelltem sonderpädagogischem Förderbedarf, mit individuellen Förderbedarfslagen und Entwicklungsnachteilen, aus denen ein sonder-pädagogischer Förderbedarf erwachsen kann, umfangreiche pädagogische Angebote vorzuhalten, um Benachteiligungen zu verhindern sowie bestehende Barrieren im Lernprozess zu überwinden

Beschreibung des spF:

  • kooperative Zusammenfassung von Schulen
    §gemeinsames Aufgabenspektrumindividuelle, sonderpädagogische und
    § präventive Förderung

Konzept:

Vergleich damalige Situation an den Schulen in Sachsen-Anhalt und heutige Situation
§ häufiger Schulform- und Lernortwechsel, sobald SchülerInnen den gestellten Lernanforderungen der besuchten Schule nicht nachkommen können
§ Lehrkräfte sich nicht auf Lernsituation des Kindes oder Jugendlichen aus verschiedenen Beweggründen einstellen können
Förderbedarf kann in verschiedenen Förderorten in folgender Reihenfolge entsprochen werden konkrete Aufgabenstellungen:
• Prävention, Frühförderung u. Förderung durch ambulante Angebote und mobile Dienste
• Diagnostik und Förderplanung
• Bildung, Förderung und Erziehung am und durch das Förderzentrum
• Beratung, Fortbildung und Erfahrungsaustausch
• Kooperation und Koordination
• Zusammenarbeit mit den Eltern
• Gestaltung von Übergängen

Prävention, Frühförderung u. Förderung durch ambulante Angebote und mobile Dienste:
• Sorge tragen, dass kein spF aus ungünstigen Lernbedingungen u. Lernvoraussetzungen erwächst
• Regelmäßige Kontakte zu Kindereinrichtungen
• Sonderpädagogische Beratung u. Begleitung beim Schuleintritt u. Anfangsunterricht
• Angebote im außerunterrichtlichen Bereich für Eltern und Kinder
• Wahrnehmungs- u. Konzentrationsförderung
• Trainieren von Gedächtnisleistungen
• Entwicklung der Auge-Hand-Koordination
• Sprachförderung
• Mobile Förderung durch Haus- oder Einzelunterricht, Unterricht im Krankenhaus

Diagnostik und Förderplanung:
• Genaue Beobachtung u. Beschreibung der Entwicklung des Kindes
• Handeln, Zugang zur Umwelt, soziale Beziehungen, Beziehung zu sich selbst
• Erstellende Förderdiagnose mit Kind/ Schüler und Eltern
• Entfaltungsmöglichkeiten finden, dem Entwicklungsniveau angepasste Lernangebote
• Ziel: Finden und Gestalten von Entwicklungsperspektiven
• Falsch: Zuordnung des Kindes zu einem Lernort

Bildung, Förderung und Erziehung am und durch das Förderzentrum:
• Möglichkeiten für erfolgreiches Lernen bieten
• um dadurch dem spF zu entsprechen oder ihn sogar zu überwinden
• Ziel der spF ist die Integration in reguläre sozialgesellschaftliche Prozesse
• Reintegration in normale Schule
• Integration in weiterführende Lern- oder Lebenssituationen
• Förderzentrum (FZ) ist auch verantwortlich für Schüler deren spF andere Schwerpunkte aufweist, als die, die am Förderzentrum sonst den Schwerpunkt bilden

Beratung, Fortbildung und Erfahrungsaustausch:
• FZ ist zugleich ein Beratungs- u. Fortbildungszentrum
• Alle Personen, die Fragen zur individuellen oder spF haben, erfahren Rat, Hilfe, Anregung und Weitervermittlung im FZ
• Um aussagefähig zu sein, muss Kontakt zu anderen FZ bestehen
• Regelmäßiger Erfahrungsaustausch durch gemeinsame Veranstaltungen mit anderen FZ oder auch Jugend- u. Sozialamt
• FZ bietet Fortbildungen für andere Einrichtungen oder Personengruppen um
• über eigene Arbeit zu informieren
• einzelne sonderpädagogische Fragestellungen intensiver zu erörtern
• Zusammenarbeit zu fördern

Kooperation und Koordination:
• FZ arbeitet eng mit Schulen im Planungsbereich zusammen, Kooperation
• Kompetenztransfer entsteht
• Qualitätsentwicklung präventiver u. sonderpädagogische Förderung
• Möglichkeiten von vielschichtigen Begegnungen
• durch verschiedene Schuljahrgangsformen, schulische Anlässe und beim gemeinsamen Bewältigen von Lernanforderungen
• wichtig ist die Zusammenarbeit mit den Einrichtungen, die über die schulische Förderung Hilfe und Unterstützung anbieten
• enge Zusammenarbeit zwischen Schulen und Einrichtungen muss koordiniert werden, damit das Netz an Hilfen das Kind im Einzelfall nicht überfordert oder Hilfsangebote übersehen werden

Zusammenarbeit mit den Eltern:
• aktive Mitarbeit der Eltern an der pädagogischen Arbeit des regionalen Förderzentrums ist das Ziel der Elternarbeit
• Elternabende
• Elternsprechstunden
• thematische Elternversammlungen
• Elternseminare
• Elternberatungen
• Gestaltung dieser Veranstaltungen kann klassen-, jahrgangs- und förderzentrumsbezogen sein

Gestaltung von Übergängen:
• Arbeit des regionalen Förderzentrums schließt Nachbetreuung der SchülerInnen mit spF ein
• nach Verlassen der Förderschule, weitere Teilnahme am gemeinsamen Unterricht – sonderpädagogische Betreuung oder auch zeitweilige Beratungsaufgabe
• Ebenso Nahbetreuung bei Eingliederung in den allgemeinen Lern- oder Ausbildungsprozess

Grundsätze der inhaltlichen und organisatorischen Neustrukturierung der spF in Sachsen-Anhalt:
• Ziel ist: möglichst umfassende, lebenslange Integration, wobei die Entscheidung über den Schulort im Interesse der Kinder streng fachlich nach dem individuellen Förderbedarf getroffen werden soll
• verschiedene Formen individueller u. spF „unter einem Dach“ Bedienung mehrerer Förderschwerpunkte, Angebot verschiedener Bildungsgänge, ambulante Angebote und mobile Dienste
• Wohnortnahe Förderung
• Zusammenarbeit der unabhängig voneinander arbeitenden allgemeinen Schulen/Sonderschulen
• Qualifizierung u. Gestaltung des gemeinsamen Unterrichts durch Wahl- u. Entscheidungsmöglichkeiten und Verantwortung
• Einordnung der sp. Beratungsstellen in das allgemeine Aufgabenspektrum der jeweiligen Schule

Eigene Erfahrungen!
• von Anfang an Hinweise, Hilfe und Unterstützung durch Kindergarten
• Antragstellung kurzfristig über Lernbehinderten-Schule
• Aufnahme in Überprüfungswoche im März
• Alles schien reibungslos zu verlaufen?
• am 13.3.06 kam Post aus der Grundschule Schwanebeck mit der Nachricht, dass ohne Zustimmung der Direktorin eine Überprüfung von Toni nicht möglich wäre (Sie kannte den Ablauf einer solchen Antragstellung nicht)
• Ich war bestens informiert durch den Vortrag hier!
Angebot der sonderpädagogischen Schulen wird häufig nicht von Eltern angenommen, weil von Schulen Antworten gegeben werden, wie „Das wird schon“, wollen Kinderzahlen erhalten
Forderung nach mehr Information für Eltern

Kooperationsklasse (von vornherein Mischung)– gemeinsamer Unterricht (bei Feststellung kann Kind in Klasse verbleiben) sonst das Gleiche

Ideal wäre es, wenn jedes Kind
das „Seine“ und
nicht das Gleiche bekäme.
(Pestalozzi)