Folgen exerner Traumatisierung – von Frau Meng

Wir können das Verhalten der Kinder nicht immer verstehen, oft tut es uns sogar  weh, aber sie haben nur uns. Aus diesem Grund müssen wir für sie stark sein!

Andauernde Erfahrungen durch extreme Vernachlässigungen, Misshandlungen oder Missbrauch hat meistens eine chronische und komplexe Traumatisierung zur Folge. Das heißt, es führt zu einer dauerhaften Erschütterung des Selbst- und Weltverständnisses.
§ schwere Entwicklungs- ,Bindungs- und Persönlichkeitsstörungen treten auf
§ alle Bereiche der kindlichen Entwicklung können schwerwiegend beeinträchtigt werden  sowohl im Hinblick auf das Selbst, der Umwelt und der sozialen Beziehungsfähigkeit
§ die überwältigenden Erfahrungen hinterlassen Spuren und beschädigen bzw. zerstören  den Selbstschutzmechanismus

konkrete Folgewirkungen der posttraumatischen Entwicklungs- und Persönlichkeitsstörung im Alltag sind:
§ gestörter Nachtschlaf
§ Ernährungsstörungen
§ schwerste Ängste
§ eingeschränkte Erfahrungswelt
§ mangelndes Spielvermögen
§ Lern- und Leistungsstörungen
§ gestörte Affektregulierung
§ eingeschränkte Zukunftserwartungen

Auf einige dieser Folgen möchte ich näher eingehen.
§ gestörter Nachtschlaf
o Die Kinder werden von schlimmen Alpträumen gequält.
§ Ernährungsstörungen
o Wenn das Kind auf eine Mahlzeit warten muss, kann es passieren,
dass es sagt „ Niemals gibt es hier etwas zu Essen, ich soll wohl
verhungern!“
o Es kann aber auch sein, dass Geruch und Konsistenz einer
bestimmten Nahrung negative Erinnerungen hervorruft, die dem Kind die Kehle zuschnüren.
§ schwerste Ängste
o In manchen Situationen nehmen sie dem Kind die Luft zum Atmen.
§ Eingeschränkte Erfahrungswelt
o chronische Unsicherheit und alles Unbekannte wird als
Bedrohung empfunden, erhöhte Wachsamkeit, die sich in fremder Umgebung so zeigt, als sei das Kind ständig auf der Hut.
§ Mangelnde Spielfähigkeit:
o Sie wird hervorgerufen durch die Schwierigkeit, die Phantasie und Realität auseinander zu halten, dadurch wird aus Spiel bitterer Ernst, z.B. wird aus einer Räuberhandpuppe eine reelle Person, von der Gefahr ausgeht. Sie hat nicht mehr die Funktion einer symbolischen Figur.

Zum Ende meiner Ausführungen möchte ich noch auf dieses Poster hinweisen, das wir bei uns zu Hause im Wohnzimmer hängen haben. Es zeigt einen kleinen Jungen, der verunsichert und traurig an einem Baum lehnt, sich an einem dünnen Seil (seidener Faden) festhält. Er scheint sich dahinter verstecken zu wollen. Unter dieser Grafik steht: „Liebe mich, wenn ich es am wenigsten verdiene, denn dann brauche ich es am dringendsten.“  Ich glaube, dass dieser Satz ganz besonders auf unsere Pflegekinder zutrifft, die oft förmlich nach Liebe schreien, uns aber suggerieren, sie nicht zu brauchen. Auch ihr verhaltensoriginelles Auftreten sollten wir nicht als Provokation verstehen, sondern mit Geduld und Liebe begegnen. Dies wünsche ich uns allen.